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Test: Pivot Mach 6 Carbon – Trailfeger mit 155 mm Federweg

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Pivot Mach 6 Carbon Test: Gemessen am Gründungsjahr 2007 ist Pivot, was die Wahrnehmung innerhalb der Branche angeht, ein steiler Aufsteiger. Nicht zuletzt die große Erfahrung die der Eigner Chris Cocalis in der Branche in verschiedenen anderen Firmen gesammelt hat und die immense Leidenschaft die wir schon im Hausbesuch hautnah erleben konnten, spiegeln sich 1 zu 1 in den Bikes der Amerikaner wieder. So kam direkt zu Beginn der großen 650b-Welle ein interessantes Enduro- / Trail-Bike mit Namen Pivot Mach 6 Carbon auf den Markt. Eine Plattform mit 155 mm Federweg, mittelgroßen Laufrädern und leichtem Carbon-Rahmen. Wie sich dieses Bike über die letzten zwei Jahre geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Test.

Kurz und bündig

Das Pivot Mach 6 kann, je nach Vorliebe, mit einer 150 mm oder einer 160 mm Gabel gefahren werden. Hierüber definiert der Nutzer den Schwerpunkt des Einsatzbereichs. Mit der kürzeren Gabel klettert es etwas besser und mit der längeren verschiebt sich alles etwas mehr in Richtung “Spaß an der Abfahrt”. Eine Gabel mit einstellbarer Absenkung kann hier eine sinnvolle Anschaffung sein, wenn man beides kombinieren will.

Vor allem im vorderen Rahmendreieck ist der Rahmen recht voluminös ausgeführt und setzt auf eine Carbon-Konstruktion, welche über ein Hochdruckfertigungsverfahren eine bessere Faserdichte der Carbonlagen garantieren soll. Damit soll er nicht nur leichter, sondern auch steifer und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse sein. Lediglich die schwarz eloxierten Umlenkhebel des Hinterbaus sind aus Aluminium gefertigt.

Was die Kinematik angeht, vertraut man auf einen der bekanntesten Männer in diesem Bereich: Dave Weagle. Das “Next Generation DW-Link” soll positionsabhängig für eine gute Pedalierbarkeit sorgen und genug Reserven bieten, wenn es mal heftig zur Sache geht. Hierfür arbeitet Pivot zusätzlich eng mit Fox zusammen, um die Dämpfer entsprechend auf den Rahmen und deren Einsatzbereich abzustimmen.

# Trailgeschoss: Wir haben das Pivot Mach 6 ausgiebig getestet.

Intro

Die Plattform des Pivot Mach 6 wurde bei uns nicht als Komplettbike getestet, sondern diente primär als Träger von verschiedenen Testteilen. Dieses Prozedere erlaubt unserer Testredaktion insbesondere bei einem Wechsel von nur einem Parameter – wie zum Beispiel dem Laufradsatz – eine verbesserte Vergleichbarkeit, womit sich leichter erkennen lässt ob zum Beispiel Flex aus dem Rahmen oder dem Laufrad kommt.

# Pivot Mach 6 mit Fox 34 2014 Stockversion

Dieser Aufgabe geschuldet entstand vom Mach 6 ein sehr breiter Testeindruck, der auf Localtrails in deutschen Mittelgebirgen, steinigen Trails ums französische Cannes, bis hin zu alpinen Abfahrten über mehrere tausend Höhenmeter im schönen Wallis gesammelt wurde. Doch auch Ausflüge an den Gardasee und die Côte d’Azur hat das Testrad erleben dürfen.

# Das Pivot Mach6 Carbon beim Fox 34 RAD Test am Gardasee

Erster Eindruck

Drei Farvarianten werden von Pivot angeboten. Ein knalliges cyan, mattschwarz mit weißen und grünen Dekoren und eine mattschwarze stealth Version, welche nur einige Details in dezentem Rot hervorhebt. Insbesondere die cyanfarbene Version wirkt in der Gestaltung der Dekore doch ziemlich amerikanisch “laut”. Stolz prangt der Firmenname an vielen Stellen des Bikes, was manchen Kunden, die am liebsten die Version schwarze Logos auf schwarzen Rahmen wählen, ungut aufstoßen könnte. Hier gibt es aber wie schon erwähnt die “stealth” Variante, die ein insgesamt sehr viel ruhigeres Bild bietet.

# Das Pivot Mach6 Carbon in seinen drei Farbvarianten

Beim Aufbau des Rahmens gibt es einige nette Überraschungen zu erleben. So sucht man große Öffnungen für die interne Verlegung von Remote der Sattelstütze vergeblich. Intern im Rahmen ist ein kleines Röhrchen verlegt welches dafür sorgt, dass ich den Zug lediglich am Steuerrohr einführe und er erscheint völlig von alleine plötzlich aus dem Sitzrohr. Klingt nach einer logischen Lösung aber das ist leider nicht die Regel. Wer schon mal versucht hat den Zug einer Remote-Stütze bei einem Rahmen ohne solch eine Hilfe zu verlegen, wird verstehen was ich meine.

Schaltzüge finden ihren Weg ebenfalls teilweise durch den Rahmen, wo ausgeformte, herausnehmbare, Kunststoff-Endanschläge für einen sicheren Sitz ohne Geklapper sorgen. Über den offen verlegten Schaltzug am Hinterbau mag man streiten können. Chris Cocalis begründet die Entscheidung mit einem knackigeren Schaltgefühl gegenüber einem durchgehenden Schaltzug.

# "Mach... - ...gibt das Verhältnis der Geschwindigkeit v (bspw. eines Körpers oder eines Fluids) zur Schallgeschwindigkeit c des umgebenden Fluids an." 6-fache Schallgeschwindikeit ist nicht drin aber definitiv ein guter Anteil unter 1.
# Wenns...
# ...mal wieder...
# ...herrlich viel...
# LOAM hat!

Praxistest

Ist der Aufbau vollzogen, geht es ans Einstellen des Fahrwerks. Hier hilft ein kleines Teil aus Kunststoff – der sogenannte “Sag indikator” – in Verbindung mit einem O-Ring für ein zeitsparendes und genaues Setup.

# Pivot Mach 6 Sag-Indikator - Der rote Streifen zeigt an wo sich der O-Ring befinden sollte wenn man sich in Fahrposition befindet. Nach dem Absteigen ist so schnell überprüfbar ob alles passt.
# Der Acros Steuersatz verrichtete absolut unauffällig seinen Dienst - Das Schaltkabel verschwindet im Rahmen. Für die Bremsleitung ist zwecks Servicefreundlichkeit eine externe Führung vorgesehen.

Das Bike sollte verspielt sein und kein reiner Kilometer-Schrubber. So entschieden wir uns im Vorfeld bereits für die Rahmengröße L, auch wenn der Reach mit 414 mm dafür eher, für unsere Vorlieben, an der unteren nutzbaren Grenze sein könnte. Trotzdem kamen wir mit Schrittlängen von 91 cm (bei Tester Jens) und 79cm (bei Tester Joni), weder beim ersten Aufsitzen, noch im späteren Testverlauf, mit Lenker oder Schalthebel in Kontakt.

# Das Mach6 lässt sich nicht ganz einfach in eine Schublade stecken - uns gefiel die Bezeichnung Mountainbike

Uphill

Obwohl das Mach 6 die Möglichkeit bietet einen Umwerfer zu montieren, entschieden wir uns für einen 1x Aufbau. Was die Kletterfähigkeit angeht, gerät man bei entsprechenden Rampen aber mit einem 32er Kettenblatt dann doch schon mal an seine Grenzen. Insbesondere wenn man nicht auf eine 11-42 XX1 Kassette setzt, sondern auf 1×10 mit 11-36 aus dem Hause Shimano zurückgreift. Im Laufe des Tests nutzten wir dann zeitweise ein 28-zahniges absolutBLACK Directmount Kettenblatt, welches uns dann in Kombination mit einer XX1 Kassette selbst in steilen Anstiegen kein kleineres Kettenblatt und in den Abfahrten kein größeres Kettenblatt vermissen lies.

# Easton bot eine farblich perfekte Lenkzentrale

Beim Erarbeiten der Abfahrten, bot der Hinterbau auch in steilen Steigungen eine sehr angenehme Traktion und generierte guten Vortrieb ohne dabei großartig aus der Ruhe zu geraten. Wer bergauf Bestzeiten knacken möchte wird sich vermutlich, bei einer dem Enduro/Traileinsatz entsprechend sinnvollen Ausstattung, mit griffigen (aber nicht ganz leichten) Enduro-Reifen schwerer tun, als mit einem generell leichteren Bike mit weniger profilierten Pneus. Insgesamt klettert das Pivot Mach 6 für ein Bike dieser Federwegsklasse aber sehr anständig – auch dank des DW-Link Hinterbaus.

Downhill

Steif, steifer best stiffness performance… Klar möchten wir nicht auf Laufrädern fahren, die so weich sind, dass der Reifen im Rahmen schleift. Klar möchten wir nicht, dass sich ein Hinterbau so stark verzieht, dass der Dämpfer nicht mehr sauber einfedert. Dennoch – zu viel Steifigkeit an den falschen Stellen macht ein Bike nicht nur unbequem, sondern im Grenzbereich auch unberechenbarer zu fahren. Der Grip reißt schneller und abrupter ab und ein sehr steifes Laufrad wird von einem Hindernis stärker deflektieren, als ein etwas weniger steifes Rad.

Wie schlug sich das Pivot Mach 6 in dieser Hinsicht? War es weich? Keineswegs! Insbesondere an Stellen wo man Bewegungen in diverse Richtungen vermeiden möchte – also das vordere Rahmendreieck im Steuerrohr- und Tretlagerbereich – bot das Mach 6 eine erstaunliche Steifigkeit, welche dafür sorgt, dass Inputs vom Lenker oder Antrieb direkt umgesetzt wurden. Das hintere Rahmendreieck hingegen erlaubte bei Schlag- und Kurveneinwirkung vom Untergrund leichte Verwindungen, die das Abreißen des Grips am Hinterrad verzögerten und das Suchen einer Spur durch endlose Wurzelteppiche erleichterte. Diese Eigenschaften machen das Mach 6 zu einem sehr angenehmen Untersatz, auch wenn man es durch wirklich heftiges Terrain scheucht.

# Egal was passiert – die Füße bleiben drauf! - Fahrer: Joni Location: Côte d’Azur

Wer es gerne satt hat, belässt den Hebel des CTD am Fox Float X Dämpfer in der offenen Position. Soll es etwas mehr Feedback sein und Gegenhalt bieten, für Pop und schnelle Anliegerdurchfahrten, wechselt man mit einem kurzen Handgriff zum Dämpfer in den dreifach unterteilbaren Trailmodus (soft, mittel, viel Lowspeed). Ist man auf dem Weg zum Trail über Asphalt unterwegs, kann man das letzte bisschen Bewegung im Heck über die dritte Position des Hebels eliminieren.

# Flugstunde mit der Sweep und Blick aufs Mittelmeer

Schwere Fahrer ab 90kg die wie Jens eine eher rabiate Fahrweise an den Tag legen und auch auf Bikes mit wenig Federweg nicht vor großen Sprüngen zurück scheuen, können ohne großen Aufwand je nach Gusto einen kleinen oder mittleren Volumenspacer in die Hauptkammer des Float X einklippen. Zumeist befinden sich bei diesen Piloten auch schon in der Gabel mehrere Tokens oder Volumenspacer und so stellt man im Fahrwerk wieder eine Balance her und erhöht die Nehmerqualitäten bei harten Landungen.

# Dann probieren wir mal dieses "Enduro"

# Das Mach6 ist ein Trailbike das definitiv...
# ... nicht nur am Boden zu Hause ist.

Schattenseiten

Die durchdachte Kabelführung der Remote-Stütze ließ auf eine komplett ideale Zugführung hoffen. Allerdings verlassen Bremsleitung und Schaltzug das Innere des Rahmens unterhalb der vorderen Dämpferaufnahme und passieren den Float X auf dem Weg über die Druckstrebe bis hin zu Bremse und Schaltwerk. Federt das Heck ein flexen sie am Dämpfer seitlich weg vom Rahmen. Das funktioniert zwar einwandfrei, trübt aber ein wenig das saubere Gesamtbild und macht sich negativ durch Kratzer und Geräusche bemerkbar – hier sollte Pivot eine alternative Verlegung überlegen. Betrachtet man das nach dem Mach 6 entstandene Mach4, so hat Pivot hier eine bessere Lösung gefunden, die vielleicht auch bald am Pivot Mach 6 zu finden ist.

# Ein Float X hält das Heck unter Kontrolle - Die Züge flexen beim Einfedern.

Ein weiterer Punkt betrifft die, aus dem Markt an verstellbaren Sattelstützen kaum weg zu denkende Reverb. Leider wird diese mit 15 cm Verstellbereich nicht im Durchmesser 30,9 mm angeboten. Wer diesen Verstellbereich benötigt hat weniger Auswahl. Eine halb mechanische KindShock LEV integra (mit 15 cm) verrichtet aber seit über einem Jahr tadellos ihren Dienst.

Größendiskussion

Pivot ist bekannt dafür, kleinen FahrerInnen Rahmengrößen zur Option anzubieten, die mit sehr niedrigen Überstandshöhen punkten können. Auch das Mach 6 wird in fünf Größen bis hinab zu XS angeboten (Überstandshöhe 70,87 cm, Reach 36,75 cm). Die dafür notwendigen fünf Moulds sind definitiv eine Investition und natürlich möchte man sicherstellen, dass die Sprünge zwischen den Größen nicht zu groß werden. Somit ist der größtmögliche Rahmen beim Mach 6 ein XL mit einem Reach von 42,52 cm. Insbesondere die Optionen XS und S bieten sich für sehr kleinen FahrerInnen an, die schlichtweg diese Größe selten am Markt angeboten bekommen.

Betrachtet man die aktuelle Geometrieentwicklung am Mondraker Foxy oder dem Canyon Strive, sind hier die Größen durch die Bank nach oben verlagert. Beim Strive in XL (462 mm) ganze 3,5cm im Vergleich zum Mac h6 in XL (425 mm). Der Ansatz dieser drei Firmen ist definitiv ein unterschiedlicher. Beim Pivot Mach 6 Komplettbike wird ab Werk in der Regel ein etwas längerer Vorbau montiert, was die Summe der Reichweite wieder kompensiert.

Ich fuhr das Pivot Mach 6 (Rahmengröße L) bei 1,90 m und einer Schrittlänge von 91 cm die meiste Zeit mit einem 50 mm Vorbau und mehrere Monate auch mit einem 35mm Vorbau. Beides ging ohne Probleme und schränkte mich weder im Up- noch im Downhill ein. Lediglich in wirklich ruppigem Geläuf wünschte man sich etwas mehr “Länge die läuft”. In Summe lässt sich ein Bike das man etwas kürzer wählt ebenfalls etwas leichter “verspielt” fahren wie Bikes mit extrem langen Oberrohren. Beide Vorbaulängen, auch in Kombination mit dem Reach von 414 mm, funktionieren für mich, auch wenn ich jeweils meine Fahrweise etwas anpasse, um der Geometrie gerecht zu werden. Wo jeweils die persönliche Vorliebe liegt muss definitiv jeder für sich selbst entscheiden.

Kleinere Fahrer wie Joni (1,75 m) mit kurzen Schrittlänge (79 cm) und einer Vorliebe für lange Oberrohre, kamen in steilem Gelände etwas mit dem verhältnismäßig hohen Sitzdom ins Gehege, wenn sie eine Remotestütze verwendeten, die zwangsläufig weiter aufbaut als eine normale Stütze. Dennoch sieht man im Video, dass im dies ansonsten wenig zu schaffen machte.

# Straff Abgestimmt ist das Mach6 eine extrem verspielte Angelegenheit
# Freerideausflug auf dem Mach 6 - kein Problem, wenn auch nicht der an für sich angedachte Einsatzbereich.

Fazit

Nur all zu gern wird immer wieder versucht, Mountainbikes in Kategorien wie Trail, Enduro, Marathon oder was auch immer zu stecken. Im besten Fall werden noch Zwischenfächer aufgemacht, welche den Terminus “aggressive” an bestehende Einsatzbereiche anfügen… Auch wenn Pivot in der Beschreibung des Mach 6 genau solch eine Bezeichnung (aggressive Trail) verwendet, würden wir dem Mach 6 gerne eine etwas pauschalere ausstellen: Verdammt vielseitig einsetzbares Mountainbike, dass gut genug klettert um nicht gleich Tränen in den Augenwinkeln zu haben und sich sehr berechenbar und schnell in ziemlich jedem Gelände bewegen lässt und dem Fahrer das Leben nicht schwer macht. Wer gerne verspielt fährt, wird mit dem Mach 6 einen idealen Partner finden, welcher gerne mal die eine oder andere Flugstunde mit einbaut.

Erst in wirklich ernsthaft grobem Downhill-Geläuf lässt sich das Rad aus der Ruhe bringen, wobei sich hier die Frage stellt, ob man da nicht gleich lieber auf ein DH-Bike wechselt. Der nicht ganz niedrige Preis lässt sich durch den breiten Einsatzbereich rechtfertigen, der ein “zweit” oder “dritt” Bike definitv überflüssig macht.

Alle Details zum Test und Bike

Infos zu den Testfahrern

Getestet wurde das Mach 6 Carbon von unserem Testredakteur Jens und unseren Testfahrern Joni.

Test-Redakteur Jens

  • Körpergröße: 1,9 m
  • Gewicht (fahrfertig): 95 kg
  • Schrittlänge: 91 cm
  • Armlänge: 58 cm
  • Oberkörperlänge: 56 cm
  • Fahrstil: Schnellste Linie auch wenn es mal ruppig ist.
  • Was fährst du hauptsächlich: Singletrails, Sprunglastiger Localspot, Freeride, DH
  • Vorlieben bezüglich des Fahrwerks: Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, progressive Kennlinie
  • Vorlieben bezüglich des Rahmens: Abhängig vom Einsatzzweck: für den verspielten Einsatz = vorne lang, hinten Mittelmaß // für den Speed-orientierten Einsatz: vorne lang, hinten lang

Testfahrer Joni

  • Körpergröße: 1,75 m
  • Gewicht (fahrfertig): 70 kg
  • Schrittlänge: 79 cm
  • Armlänge: 41 cm
  • Oberkörperlänge: 49 cm
  • Fahrstil: Aggressiv und verspielt.
  • Was fährst du hauptsächlich: DH sprunglastig, auch Dirt, Enduro und Singletrails.
  • Vorlieben bezüglich des Fahrwerks: Straff und schnell
  • Vorlieben bezüglich des Rahmens: langes Oberrohr, Hinterbaulänge je nach Einsatzzweck kürzer für verspieltes Fahren und länger wenn die Zeit läuft
# Fast schon mühelos lässt sich das Mach6 quer fliegen
Wo wurde das Bike getestet?
  • Singletrails in deutschen Mittelgebirgen (waldiger Boden mit regelmäßigen Stein und Wurzelanteil)
  • Alpines “Bikebergsteigen” im Wallis
  • Gardaseetrails in allen Facetten
  • Steinige Trails und DH-Strecken an der Côte d’Azur
  • Flow- und Hüpfstrecke (siehe Video)
# Pivot Mach6 Carbon(-Geschoss)

Technische Daten

Rahmengewicht (large) inklusive Dämpfer und Hinterradachse: 2.715 g
Dämpfermaß: 8,5 inch mit 2,5 inch Hub mit 22,2 mm Klemmbreite an der Front und buchsenfreie Direktmontage mit 15 mm am Heck
Leitungsführung: Teilweise intern, Stealth-kompatibel
Tretlagerstandard: Press Fit 92
ISCG: ISCG05
Umwerfermontage: Shimano Direct mount oder SRAM Top pull
Schmälstmöglicher Q-Faktor einer Kurbel: 156 mm
Hinterbaubreite: 142 x 12 mm
Sattelstützenmaß: 30,9 mm
Sattelstützeklemmmaß: 34,9 mm
Steuersatzschalen: ZS (zero stack) 44 mm obere und (zero stack) 56 mm untere Schale

DW Link

Um eine Kettenstrebenlänge von 43cm zu erreichen – was Pivot nach eigenen Aussagen sehr wichtig war – sind insbesondere bei den Umlenkhebeln des DW-Links einige Kniffe gefragt. So arbeitete man eng mit Dave Weagle zusammen, um alle Teile der Umlenkung geschickt um das etwas nach vorne versetzte Sitzrohr zu manövrieren und trotzdem die gewünschte Kennlinie und Raderhebungskurve zu erreichen.

Die Dämpferklemmung wirkt ähnlich speziell wie bei Specialized, wo man die Dämpferposition wie sie das Mach 6 hat, schon seit einigen Jahren von verschiedenen Modellen kennt. Aber bei Pivot hat man es geschafft die Klemmung des hinteren Dämpferauges um ein Standard-Dämpferauge zu bewerkstelligen. Dies eröffnet im Falle eines Defekts oder dem Wunsch einen anderen Dämpfer zu fahren viele Möglichkeiten.

Geometrie

 XSSMLXL
Sattelrohrlänge / Rahmenhöhe36.8340.6444.4548.2652.07
Oberrohrlänge55.1257.6159.0560.7162.74
Steuerrohrlänge8.8910.1610.7911.9914.99
Lenkwinkel66.00°66.00°66.00°66.25°66.50°
Sitzwinkel72.30°72.30°72.30°72.30°72.30°
Hinterbaulänge43.0543.0543.0543.0543.05
Tretlagerhöhe34.5434.5434.5434.5434.54
Überstandshöhe70.8771.1273.1573.6673.66
Radstand109.78112.39113.92115.39117.45
Stack57.9958.5559.1360.3563.25
Reach36.7538.8940.1641.4042.52

Ausstattungsvarianten

Topmodell XX1

  • Rahmen: Mach 6 Carbon
  • Dämpfer: Fox Float X CTD Kashima
  • Gabel: Fox 36 Factory 27.5 160 mm Kashima
  • Steuersatz: Pivot Precision Sealed Bearings
  • Schaltwerk: XTR 11 Speed GS
  • Umwerfer: XTR
  • Shifter: XTR 11 Speed L/R
  • Bremsen: XTR Trail
  • Kurbel: XTR 26/36
  • Lenker: Phoenix Carbon Riser 740mm
  • Griffe: Phoenix Lock on
  • Vorbau: Pheonix Team
  • Sattelstütze: Pheonix Team Carbon
  • Sattel: Pivot WTB Vigo Team
  • Kassette: XTR 11-40 11-fach
  • Laufräder: DT 27.5 Spline One XM 1501 XD Tubeless
  • Laufräder upgrade: Reynolds 27,5 AM Blacklabel
  • Reifen: Maxxis Highroller II 27,5 x 2,3″
  • Größen: XS, S, M, L, XL

Alle Ausstattungsvarianten des Pivot MACH 6 gibt es hier als

ModellMach 6 Carbon XTR 2xMach 6 Carbon XTR 1xMach 6 Carbon XX1Mach 6 Carbon XTR/XT 1x PROMach 6 Carbon X01Mach 6 Carbon XTMach 6 Carbon X-1Mach 6 Carbon XT/SLX
RahmenMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 CarbonMACH 6 Carbon
DämpferFOX FLOAT X CTD KASHIMAFOX FLOAT X CTD KASHIMAFOX FLOAT X CTD KASHIMAFOX FLOAT X CTD KASHIMAFOX FLOAT X CTD KASHIMAFOX FLOAT CTD KASHIMAFOX FLOAT CTD KASHIMAFOX FLOAT CTD KASHIMA
GabelFOX 36 FACTORY RC2 27.5" 160mm KASHIMAFOX 36 FACTORY RC2 27.5" 160mm KASHIMAFOX 36 FACTORY RC2 27.5" 160mm KASHIMAFOX 36 FACTORY RC2 27.5" 160mm KASHIMAFOX 36 FACTORY RC2 27.5" 160mm KASHIMAFOX 34 FACTORY FIT 27.5" 150mm CTD KASHIMAFOX 34 EVOLUTION 27.5" 150mm CTD OCFOX 34 EVOLUTION 27.5" 150mm CTD OC
SteuersatzPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT PRECISION SEALED BEARINGPIVOT SEMI-SEALED CARTRIDGEPIVOT SEMI-SEALED CARTRIDGE
SchaltwerkXTR 11Spd GSXTR 11Spd GSXX-1 11SpdXTR 11Spd GSXO-1 11SpdXT 10SpdX-1 11SpdXT 10Spd
UmwerferXTR----XT-SLX
TriggerXTR 11Spd L/RXTR 11Spd RXX-1 RXTR 11Spd RXO-1 RXT X-1 RSLX
BremsenXTR M9000 TRAILXTR M9000 TRAILSRAM Guide RSCXT XT XT SRAM Guide RShimano M615
KurbelXTR 9020 26/36XTR 9000 30TRace Face NEXT SL 30TRace Face TURBINE 30TRace Face TURBINE 30TXT 24/38 Race Face RIDE 30TShimano M625 24/38
LenkerPHOENIX Carbon Riser 740mmPHOENIX Carbon Riser 740mmPHOENIX Carbon Riser 740mmPHOENIX Carbon Riser 740mmPHOENIX Carbon Riser 740mmRace Face EVOLVE Riser 740mmRace Face RIDE Riser 740mmRace Face RIDE Riser 740mm
GriffePHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock OnPHOENIX Lock On
VorbauPHOENIX TEAMPHOENIX TEAMPHOENIX TEAMPHOENIX TEAMPHOENIX TEAMPHOENIX RACEPHOENIX RACEPHOENIX RACE
SattelstützePHOENIX TEAM CarbonPHOENIX TEAM CarbonPHOENIX TEAM CarbonPHOENIX RACE CarbonPHOENIX RACE CarbonPHOENIX TEAM AlloyPHOENIX SPORT AlloyPHOENIX SPORT Alloy
SattelPIVOT WTB VIGO TEAMPIVOT WTB VIGO TEAMPIVOT WTB VIGO TEAMPIVOT WTB VIGO RACEPIVOT WTB VIGO RACEPIVOT WTB VIGO RACEPIVOT WTB VIGO SPORTPIVOT WTB VIGO SPORT
KassetteXTR M9000 11-40 11SpdXTR M9000 11-40 11SpdXX-1 XG1199 10-42 11SpdXTR M9000 11-40 11SpdXO-1 XG1195 10-42 11SpdSHIMANO HG81 11-36 10SpdX-1 XG1180 10-42 11SpdSHIMANO HG50 11-36 10Spd
LaufräderDT 275 Spline One XM1501DT 275 Spline One XM1501DT 275 Spline One XM1501DT 275 Spline M1700DT 275 Spline M1700DT 275 370S Spline X442DT 275 Spline M1900DT 275 Spline M1900
Laufrad UpgradeREYNOLDS 27.5 AM BLACKLABEL WHEELSETREYNOLDS 27.5 AM BLACKLABEL WHEELSETREYNOLDS 27.5 AM BLACKLABEL WHEELSETREYNOLDS 27.5 AM BLACKLABEL WHEELSETREYNOLDS 27.5 AM BLACKLABEL WHEELSETN/AN/AN/A
ReifenMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TRMAXXIS HIGH ROLLER II 27.5X2.3 TR
verfügbare GrößenXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XLXS, S, M, L, XL

Preise

  • Pivot Mach 6 Carbon Frameset (FOX Float X): 3.100 €
  • Pivot Mach 6 Carbon XTR1X: 7.900 €
  • Pivot Mach 6 Carbon XO1: 6.600 €
  • Pivot Mach 6 Carbon XT: 5.700 €

Zu beziehen sind die Bikes ab Mitte April bei Bergfreunde.de. Ausstattungsvarianten bis hinab zu SLX werden auf der Pivot-Webseite aktuell aufgeführt aber noch nicht in Deutschland angeboten. Wer hier einen günstigeren Aufbau machen möchte muss auf das Frameset zurückgreifen.

Das Pivot Mach 6 in Aktion

Pivot Mach 6 – Ein Spaßgerät im Test von GrinsekaterMehr Mountainbike-Videos

# Freeduro?

Anleitung von Pivot zu “How do I enduro?”

  • #1 Purchase a blue Mach 6. The black and green or stealth black will work, but ideally your bike will match your Enduro blue kit. If your bike and kit do not match, you will not look as cool nor go as fast.
  • #2 Document everything. Every ride, session, and race must be thoroughly recorded in no less than two manners. Appropriate methods of documentation include Go Pros, Strava, and having your photographer/ videographer friend follow you around and make sick edits.
  • #3 Enduro-specific helmets and goggles are required at all times when descending. Be sure to bring your spare XC lid for climbing.
  • #4 You must wear a minimum of three articles of Troy Lee Designs clothing at all time. If you cannot afford Troy Lee, have fun on your cross country ride.
  • #5 Create a Hookit profile to maximize sponsorship exposure.
  • #6 Be sure to get pro name decals with your state/ country flag so that you can easily identify your bike.
  • #7 Equip your bike with Enduro-specific components, including but not limited to stems, wheels, and grips. (Fortunately, these are all included in our awesome Pivot complete builds.)

Der Beitrag Test: Pivot Mach 6 Carbon – Trailfeger mit 155 mm Federweg ist auf MTB-News.de erschienen.


32 mm bei 1.538 g: American Classic Wide Lightning 27.5 Laufradsatz – Test

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American_Classic_Wide_Lightning_275_Laufradsatz_Review-1

Leichte, breite Laufräder liegen im Trend. Doch mit einem Gewicht von nur 1.538 g (inkl. Tubeless-Ventil und -Felgenband) gehören die American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufräder zu den leichtesten Systemlaufrädern, die wir je getestet haben. Insbesondere bei einer Breite von 32 mm (29 mm Innen), 32 Speichen und Felgen aus Aluminium. Kann ein so geringes Gewicht erreicht werden ohne Abstriche bei der Steifigkeit und der Haltbarkeit machen zu müssen? Wir haben die Wide Lightning Laufräder in den letzten Monaten intensiv getestet und keinesfalls geschont, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Wie sie sich geschlagen haben, erfahrt ihr in diesem Test.

# Mit dem American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufradsatz testen wir einen der leichtesten breiten Aluminiumlaufradsätze für den Trial- und Enduro-Einsatz

American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless

# Für das Set aus Vorder- und Hinterrad gibt der Hersteller ein sehr gutes Gewicht von 1.512 g an
# Erreicht wird das einerseits durch die leichte Felge und andererseits durch die leichten, stark ausgefrästen Naben mit großen Flanschen

Technische Daten

Technische DatenAmerican Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless
Modelljahr2015
KategorieLaufradsatz
EinsatzbereichAll-Mountain, Enduro
Laufradgröße27,5″, 29″
Gewicht (vorne/hinten)1.534 g (714 g / 824 g)
Farbeschwarz / grau / weiß
ModellWide Lightning 27.5 Tubeless
Adapter auf andere Einbaubreiten / AchsdurchmesserVR: 9 mm Schnellspanner, 15 mm Steckachse | HR: 10x135 mm, 12x135 mm, 12x142 mm
Preis899 € UVP
Felgenbreite (außen/innen)32 mm / 29,3 mm
Speichen32
Material FelgeAluminium
Material Naben/FreilaufkörperAluminium / Aluminium
Rasterung Freilaufkörper6 Sperrklinken, 24 Zähne (15° Einrastwinkel)
XD-Freilaufkörper verfügbarja
Tubeless Readyja
Ventilloch6,5 mm Presta / SV
SpeichenAmerican Classic Gauge
Einspeichunggekröpft, 3-fach gekreuzt
Nippel
HerstellerAmerican Classic
Farbensilber

In der Hand

American Classic ist ein traditionsreicher Hersteller von Fahrradkomponenten, der sich auf Naben, Felgen und daraus zusammengesetzte Systemlaufräder spezialisiert hat. In Deutschland wir American Classic von Revolution Sports in Berlin vertrieben, die auch den Laufradsatz für diesen Test zur Verfügung gestellt haben.

# Breit und leicht - diese Kombination macht den Wide Lightning zu einem sehr spannenden Laufradsatz, der den Spagat zwischen den verschiedenen Anforderungen des Enduro-Einsatzes sehr gut gerecht werden könnte

29,3 mm Innenbreite bei nur 1.538 g Systemgewicht – der American Classic Wide Lightning ist angenehm leicht.

Wide Lightning lautet der Name des Laufradsatzes, den wir in den letzten Monaten getestet haben und der Name ist Programm: Die Felge ist volle 32 mm breit (Innenbreite 29,3 mm), wir von Haus aus tubeless ready geliefert und soll sich dank eines speziellen Profils sowohl leicht schlauchlos montieren lassen, als auch die Luft sicher im Reifen halten, wenn es scharf ums Eck geht (Stichwort “Burping”). Der Blitz (engl. „lightning“) kommt im übertragenen Sinne beim Gewicht ins Spiel. So geben die Amerikaner ein sehr niedriges Gewicht von nur 1.512 g für den Laufradsatz bestehend aus Vorder- und Hinterrad an – und das bei Verwendung einer Aluminiumfelge und bei 32 Speichen pro Laufrad. Die Basis könnte also stimmen für einen wirklich guten Laufradsatz. So viel Felge bei so wenig Gewicht hat seinen Preis: die UVP des American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless wird mit 899 € für das Set angegeben.

# Im Schnittbild zeigt sich, wie dünnwandig die Wide Lightning Felge gestaltet ist - kann sie so den hohen Belastungen standhalten, die im Enduro-Einsatz auf sie warten?

Und stimmt das Gewicht? Den vom Hersteller angegebenen Wert kann der Laufradsatz auf unserer Waage nicht ganz halten. Mit 1.538 g liegt er leicht über den versprochenen 1.512 g doch auch dieser Wert ist noch beeindruckend – zumal er inklusive Tubeless-Ausstattung mit Ventilen und Felgenband gemessen ist.

Wie kann sich dieses leichte Laufrad auf dem Trail schlagen? In der Enduro World Series werden die Wide Lightning Laufräder unter anderen von den Geschwistern Ravanel aus Frankreich gefahren – bei uns haben sie sich unter Anderem in den Händen von unserem Testfahrer Maxi Dickerhoff beweisen müssen. Und der ist nicht gerade für seinen materialschonenden Fahrstil bekannt. Eine Limitation sei daher direkt vorab angemerkt: Das maximale Fahrergewicht wird von American Classic mit 107 kg angegeben.

Aufbau

Der American Classic Wide Lightning Laufradsatz basiert auf der American Classic Wide Lightning Tubeless Aluminiumfelge für Scheibenbremsen mit Durchmesser 27,5“. In der Breite misst die Felge außen 32 mm und innen 29,3 mm; das Profil ist 22 mm hoch. Die Felge verfügt über ein flaches Felgenbett und sehr dünne, fast hakenlose Seitenwände. Diese sind am oberen, dicken Ende kaum einen Millimeter stark und lassen bei der ersten Begutachtung ernsthafte Zweifel am dargestellten Konzept aufkommen. Kann so wenig Material wirklich im harten Enduro-Einsatz bestehen?

# An jedem Rad sorgen 32 Speichen (3-fach gekreuzt eingespeicht) für die Verbindung von Nabe und Felge
# Die ausgefrästen Flansche drücken das Gewicht der Naben und sorgen für eine unverwechselbare Optik
# Die Position und Größe der Flansche soll am Hinterrad eine möglichst symmetrische Einspeichung ermöglichen - das soll sich positiv auf Steifigkeit und Belastbarkeit des Laufrades auswirken
# Wie dieses Bild zeigt ist die Einspeichung jedoch nicht perfekt symmetisch - auffallend aber wie schlank die Nabe zwischen den großen Flanschen baut

Eingespeicht werden die Felgen mit jeweils 32 3-fach gekreuzten American Classic 14/15 Gauge Speichen aus Stahl, die mit Aluminiumnippeln in den grauen American Classic Naben eingehängt werden. Am Vorderrad kommt eine American Classic Disc 130 zum Einsatz, während am Hinterrad eine American Classic Disc 225 montiert wird. Diese kann je nach Wunsch mit einem Standardfreilaufkörper für 9- oder 10-fach Antriebe von Sram oder Shimano geordert werden oder wird mit einem 11-fach Sram XD Freilauf geliefert. Der Wechsel des Freilaufkörpers ist mit zwei 19er Maulschlüsseln möglich und kann vom Kunden selbst vorgenommen werden.

# Der Freilaufkörper kann einfach mit zwei Maulschlüsseln gewechselt werden - wir fuhren im Test den XD Freilaufkörper, der kompatibel zu den 11-fach Schaltungen von Sram ist
# Der konventionelle Freilaufkörper ist aus Aluminium gefertigt, verfügbar aber über Stahleinsätze zur Verhinderung von Schäden durch die Kassette

Eine Besonderheit ist der Freilaufmechanismus der American Classic Naben. Sechs Sperrklinken aus Werkzeugstahl mit jeweils zwei Zähnen sorgen dafür, dass jeweils 12 der 24 Zähne am Freilaufkörper im Eingriff sind und so eine einwandfreie Funktion unter allen Bedingungen gewährleistet werden soll. Das System hört auf den Namen „Six Pawl Cam Actuated Engagement System“ und ist patentiert.

Ein Problem von konventionellen – also mit Federn betätigten – Sperrklinkenfreiläufen kann sein, dass die einzelnen Klinken nicht zwangsläufig alle genau gleichzeitig einrasten. Fett und Fertigungstoleranzen können hier zu dazu führen, dass im Zweifelsfall die Sperrklinken verschleißen. Außerdem entstehen Schleppverluste durch das ständige Bewegen der Sperrklinken über jeden Zahn.

Um diesen Effekten entgegen zu wirken werden die Sperrklinken bei der American Classic Nabe nicht über Federn in Position gebracht, sondern über eine Zahnscheibe angesteuert, die mit dem Freilaufkörper verzahnt ist. So rücken die Sperrklinken nur ein, wenn auch ein Antriebsmoment übertragen wird und laufen ansonsten ohne Kontakt mit der Verzahnung. Gleichzeitig sorgt die Ratsche (angetrieben vom Freilaufkörper über einen Federstahldraht) dafür, dass alle Sperrklinken gleichzeitig greifen und so Lastspitzen vermieden werden.

Wie das System funktioniert haben wir in folgendem Video bei demontiertem Freilaufkörper für euch festgehalten.

American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless – Freilaufmechanismus von TobiasMehr Mountainbike-Videos

Während die theoretischen Vorteile überzeugend sind und Nachteile der konventionellen, federbetätigten Sperrklinken vermeiden, entstehen auf der anderen Seite neue Nachteile. So ist beispielsweise die Verzahnung mit 24 Zähnen von Haus aus bereits nicht besonders fein, die Betätigung über den Synchronring ist jedoch von sich aus nochmals mit einem leichten Spiel behaftet, so dass zusätzlich zu den 15° Drehwinkel zwischen zwei Eingriffspositionen auch noch ein kleiner Leerweg im System bedingt durch das Einrücken der Sperrklinken. Hier rasten andere Freilaufsysteme schneller und direkter ein. Im Video ist dieser zusätzliche Leerweg nach dem Klicken der Ratsche gut zu erkennen.

# Sechs Sperrklinken mit jeweils zwei Zähnen sorgen für einen sicheren Eingriff - die Besonderheit ist, dass die Sperrklinken nicht über eine Feder betätigt werden
# Stattdessen werden sie über diesen verzahnten Synchronring alle gleichzeitig angetrieben - der Ring wird vom Freilaufkörper bewegt und so sind die Sperrklinken im Rollen vollständig eingezogen. Sie rasten nur dann ein, wenn getreten wird.
# Die Sperrklinken greifen in 24 große Zähne am Freilaufkörper - links am Rand zu erkennen der Draht aus Federstahl (leicht hochgebogen), der dafür sorgt, dass die Sperrklinken beim Treten einrücken
# Dieses hochgebogene Drahtende aus Federstahl erzeugt das Klacken des Freilaufs und steuert den Synchronring an

Optisch erscheint der Wide Lightning Laufradsatz recht unscheinbar: Die Felgen sind in einem dunklen grau gehalten und die Naben erstrahlen in einem helleren Grauton. Dazwischen sitzen schwarze Speichen, von denen als kleines Detail zwei nebeneinanderliegende weiß pulverbeschichtet sind. Etwas auffälliger sind auch die Decals auf der Felge gehalten, die mit großen Lettern den Produktnamen und den Hersteller kommunizieren.

# Die American Classic Naben sind aus spanend gefertigt und kommen mit einer 6-Loch Scheibenbremsaufnahme - bei den Farben gibt es keine Optionen, das Laufrad spielt die graue Maus
# Nur zwei weiße Speichen pro Laufrad sorgen für einen kleinen gestalterischen Akzent

Von der Verarbeitungsqualität her hinterlässt der Laufradsatz einen hochwertigen Eindruck – den man bei einem Preis von 899 € auch erwarten darf. Mit diesem Preis spielt der Wide Lightning Laufradsatz in der oberen Liga mit und gehört zu den teureren Aluminium-Laufrädern. Ähnlich teuer sind beispielsweise die vor kurzem getesteten DT Swiss EX 1501 Spline One. Diese sind jedoch auch fast 200 g schwerer.

# Für Fahrer bis zu einem Gewicht von 107 kg sind die Laufräder freigegeben - im Test sind wir gespannt gewesen, wie sie sich im harten Praxiseinsatz schlagen würden
# Der Wide Lightning trägt den Begriff tubeless im Namen - wir haben ihn daher direkt schlauchlos aufgebaut

Kompatibilität

Mit welchen Achsstandards ist der American Classic Wide Lightning kompatibel? Bis vor Kurzem hätte ich geschrieben: mit allen. Doch das ist nur noch teilweise richtig. So bietet American Classic die Option am Vorderrad entweder eine 15 x 100 mm Steckachse oder eine 9 x 100 mm Schnellspannachse zu fahren. Am Hinterrad gibt es neben der gefahrenen 12 x 142 mm Steckachse auch die Optionen für eine 10 x 135 mm oder 12 x 135 mm Steckachse.

# Die Vorderradnabe ist aufgrund ihrer schlanken Bauweise nicht mit einer 20 mm Steckachse lieferbar - durch die weite Verbreitung der 15 x 100 mm Achsen bei allen gängigen Enduro-Federgabeln stellt das aber kein Problem dar
# Am Hinterrad bietet American Classic alle gängigen Achsstandards an - unsere Testnabe misst 142 mm und ist auf eine X12 Steckachse ausgelegt

Eine 20 mm Steckachse am Vorderrad wird nicht angeboten und auch für die neuen Maße Boot 148 und 15 x 110 mm Steckachsen gibt es derzeit keine Unterstützung. Das stört uns jedoch gegenwärtig keineswegs.

Reifenmontage / Tubeless-Eignung

Der Wide Lightning wird von Haus aus mit einem American Classic Tubeless-Felgenband und einem entsprechenden Tubeless-Ventil ausgeliefert. Davon motiviert haben wir den als tubeless ready deklarierten Laufradsatz direkt schlauchlos aufgebaut und sind positiv überrascht worden. Durch das flache Felgenbett mit niedriger Steigung zu den Felgenschultern links und rechts hin lässt sich der Reifen problemlos von Hand aufziehen und anschließend – das sei besonders hervorgehoben – mit einer billigen Standpumpe aufpumpen. Die verwendete Pumpe ist dabei weder für schnellen Druckaufbau bekannt noch ein besonders leistungsfähiges Produkt gewesen und damit weit entfernt von der vor Kurzem getesteten, speziellen Tubeless-Pumpe von Bontrager.

Mit 50 ml Schwalbe Dichtmilch pro Laufrad befüllt haben die Maxxis Tubeless Ready Reifen problemlos die Luft gehalten. So ist am Anfang noch in kleinen Mengen Milch an den Felgenhörnern ausgetreten, doch anschließend ist der Laufradsatz vollständig dicht gewesen.

# Das hauseigene Tubeless-Ventil ist von Werk aus montiert - ebenso wie das spezielle Tubeless-Felgenband
# Die speziellen Ventile verfügen über eine Gummipassung gegenüber der Felge, die die Dichtigkeit sicherstellen soll
# Vom Hersteller kommt die Felge mit eingeklebtem Tubeless-Felgenband - so kann direkt mit der schlauchlosen Montage begonnen werden

Ein schönes Detail ist neben dem sauber eingeklebten Schlauchlosfelgenband auch das spezielle Ventil. Es dichtet nicht wie die meisten bekannten Tubeless-Ventile gegenüber der Ventilbohrung ab, sondern verfügt über einen auf die Felge angepassten Gummisitz auf der Innen- und Außenseite. So will man bei American Classic die Dichtigkeit des Systems bei niedrigen Anzugsmomenten sicherstellen und fertigt das Ventil kurzerhand aus Aluminium.

Auf dem Trail

Für den MTB-News.de Test der American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufräder haben wir drei Monate Zeit gehabt. In diesem Zeitraum hat sich das Laufrad sowohl auf steinhart vereisten Trails im Winter, als auch auf staubtrockenen Steinfeldern in Latsch und Naturns (Südtirol) behaupten müssen. Als Testräder sind dabei ein Carver ICB sowie ein Prototyp des neuen Alutech ICB2.0 zum Einsatz gekommen.

Beschleunigung

Frisch montiert machen wir uns mit dem American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless auf zu einer Runde über die Münchner Isar Trails. Diese weitestgehend flachen Wege am Ufer der Isar entlang sind solange spaßig, wie man schnell unterwegs ist. Und da es flach ist und das Rad ständig beschleunigt werden will, wirkt sich ein geringes Laufradgewicht unmittelbar positiv auf das Fahrgefühl auf.

Im schlauchlosen Aufbau mit den oben genannten Maxxis Reifen und mit einem niedrigen Gewicht von 1.538 g für das Paar gesegnet beschleunigt das ICB Testbike (12,9 kg, 160 / 170 mm Federweg) wie ein spritziges Trail-Bike – beeindruckend. Die niedrigere Trägheit der Laufräder ist im direkten Vergleich zum zuvor gefahrenen DT Swiss EX 1501 Spline ONE Laufrad [Test] mit 1.711 g direkt spürbar und wirkt sich positiv auf das Fahrverhalten aus. So gerüstet kann die gefühlte „Spritzigkeit“ der Laufräder vom Start weg überzeugen. In Anbetracht dessen, dass man hier eine 32 mm breite Felge mit vollwertigen Enduro-Reifen bewegt ist das Gefühl umso überzeugender.

# Wenn es bergauf geht, profitiert das Fahrrad ungemein von den leichten Laufrädern - die Spritzigkeit ist sehr gut und das niedrige Gewicht deutlich spürbar

Wenn es länger bergauf geht wird dieser Effekt noch deutlicher spürbar. Das leichte Laufrad setzt sich willig in Bewegung und die breite Felge unterstützt den Reifen sehr gut, so dass bei niedrigem Luftdruck viel Traktion aufgebaut wird und auch technische Uphills gut von der Hand gehen. Nur ein kleines Detail trübt den durchweg positiven Eindruck: die sechs Sperrklinken im Nabenkörper rasten zwar sehr präzise ein, doch finden sie nur 24 Zähne am Freilauf vor. Das Resultiert in einem Eingriffswinkel von immerhin 15° zwischen zwei Zähnen. Dieser Leerweg bis zum Einrasten des Freilaufs ist so spürbar größer als bei Laufrädern von DT Swiss oder Sram und zu groß für unseren Geschmack. Mindestens 36 Zähne wären hier wünschenswert (entspricht 10° Eingriffswinkel, 33% weniger als beim hier getesteten Laufradsatz).

# Das Lädt zum Spielen ein - das Handling wird durch die leichten Felgen bei gleichzeitig steifem Laufrad positiv beeinflusst

Steifigkeit

Nachdem wir in den ersten zwei Monaten des Tests aufgrund der vorliegenden Schneelagen eher in niederen Gefilden unterwegs gewesen sind, haben wir für den letzten Monat mit dem American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufradsatz nochmal gröberes Geläuf angesteuert. Im Rahmen von 10 Tagen Test-Session in Latsch und Bozen hat das Laufrad auf ruppigen Trail mit unzähligen Steinen und Wurzeln Bekanntschaft machen dürfen. Das Ermöglicht uns klare Aussagen zur Steifigkeit des leichten Laufradsatzes. Getragen von 32 Speichen (3x gekreuzt) und unterstützt durch den Querschnitt der breiten Felge zeigt sich das Rad als sehr steif. So kann es präzise von Kurve zu Kurve geworfen werden und steuert exakt dahin, wo der Fahrer es hin dirigiert.

# Laufen lassen auf dem Tschilli-Trail in Latsch - Testfahrer Maxi Dickerhoff gibt dem Laufrad die Sporen. In solch verblockten Passagen zahlt sich Steifigkeit in Form von Lenkpräzision aus

Im Vergleich zum vor Kurzem getesteten numbr3 ar30 Carbon Laufradsatz ist dennoch ein kleiner Unterschied spürbar – die Carbon-Räder sind nochmals steifer. Das kann sich jedoch in verblockten Passagen in reduzierter Traktion und Sicherheit auswirken. Vor diesem Hintergrund würden wir sagen, dass die Steifigkeit des Wide Lightning sehr gut ausbalanciert ist. Verglichen mit dem Steif genug für scharfe Antritte und enge Anlieger aber weich genug um Sicherheit zu bieten und die Arme zu schonen.

# Viel Kontrolle in steilen Kurven bergab dank steifen Laufrädern
# Die Abfahrt auf dem Ötzitrail in Naturns bietet nach 700 Höhenmetern Anstieg mit feinstem Downhill über losen Waldboden in Abwechslung mit felsigen Abschnitten beste Testbedingungen für ein Enduro-Laufrad

Haltbarkeit

American Classic gibt das Wide Lightning Laufrad für Fahrer bis zu einem Gewicht von 107 kg frei. Auch wenn wir diese Grenze mit unseren Testern nicht knacken konnten, haben wir das Laufrad im Test bis an seine Grenzen gebracht. Eine Woche lang musste sich der nur 1.538 g leichte Laufradsatz mit Enduro-Reifen und Tubeless-Aufbau auf den teils sehr ruppigen Trails in Latsch behaupten. Das Ergebnis hat uns durchaus überrascht, denn in Anbetracht des niedrigen Gewichts und der dünnwandigen Felge hat sich das Laufrad sehr gut geschlagen.

# Bereit für den Härtetest: Maxi nimmt den Tschilli-Trail mit Vollgas in Angriff
# Hier kommt das Material an seine Grenzen und muss beweisen, wie stabil es bei dem geringen Gewicht noch ist
# Höchstlast für Reifen und Felge - die teils scharfkantigen Brocken und Platten warten nur darauf, dem Reifen und dem Laufrad zu schaden

Für unseren Testfahrer Maxi haben wir den Reifendruck am Hinterrad auf 1,9 Bar erhöht (1,7 Bar am Vorderrad) und so insgesamt nach Ende des Tests nur vier kleine und eine große Delle im Laufrad vorgefunden. Als Testrad ist Maxi dabei auf einem Prototypen des Alutech ICB2.0 unterwegs gewesen, das 130 mm Federweg am Hinterbau bereit gestellt hat. Die Bedingungen unter denen die Dellen aufgetreten sind, zeigen die folgenden Videos:

MTB-News.de testet Laufräder in Latsch von TobiasMehr Mountainbike-Videos

Die Haltbarkeit gut. Insbesondere in Anbetracht des Gewichts.

Trotz der starken Verformung an der einen Delle sei klar gestellt, dass unter diesen Belastungen auch ein weitaus größerer Schaden denkbar gewesen wäre und in Anbetracht des Gewichts die Haltbarkeit als sehr gut zu beurteilen ist. Ungeachtet der Delle hat die Felge die Luft im Tubeless Setup problemlos gehalten und trotz der dünnen Felgenhörner sind keine Risse entstanden. Nach Demontage der Reifen zeigt sich, dass unter der Belastung auch das Felgenbett verformt worden ist, wodurch weiter Energie abgebaut werden konnte. Trotz der Delle sind die Speichenspannung und der Rundlauf der Felge weiterhin gut gewesen – ein leichter Seitenschlag ließ sich problemlos in wenigen Minuten nachzentrieren und ein Höhenschlag hat sich nicht eingestellt.

Die folgenden Bilder wirken auf den ersten Blick zwar nach einer starken Beschädigung des Laufrades, doch sind dabei die extremen Testbedingungen einerseits und der Fakt, dass das Laufrad davon ungeachtet weiter funktioniert hat andererseits zwingend zu beachten.

# Das Ergebnis nach dem Härtetest: Am Hinterrad finden sich mehrere minimale Dellen und eine größere Delle
# Einen dicken Durchschlag hat das Hinterrad erlitten - unter diesen Testbedingungen ist die beobachtete Verformung nicht ungewöhnlich und könnte bei einem schlechten Laufrad bereits zum Versagen des Hinterrades führen
# Die Delle ist deutlich doch das Laufrad immer noch dicht - die dünnen Felgenhörner halten erstaunlich hohen Belastungen stand, die bei Durchschnitts-Mountainbikern nie erreicht werden.
# Dennoch hat sich das Laufrad sehr gut geschlagen - auch mit den leichten Dellen ist der Rundlauf gut und die Speichenspannung weitestgehend konstant, so dass einer Weiterfahrt nichts im Wege steht

So ist festzuhalten, dass bei Beachtung des Gewichtslimits (107 kg) und bei einer normalen Fahrweise die Haltbarkeit uneingeschränkt als sehr gut bewertet werden kann. Bei Testfahrer Tobias (72 kg; sauberer Fahrstil) sind weder Dellen noch sonstige Beanstandungen aufgetreten. Rennfahrer wie Testfahrer Maxi hingegen werden wissen, wie schnell ein so leichtes Laufrad Dellen bekommt, auch wenn diese nicht zum Versagen des Rades führen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen und keine Dellen in Kauf nehmen will, der sollte sich nach einem robusteren Laufrad mit etwas mehr Material an der Felge umsehen. Dann sprechen wir jedoch nicht mehr über 1.538 g sondern eher 1.700 bis 2.000 g. Je nach Gewicht und Fahrstil.

# Eine runde Sache: In unserem Test kann der American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufradsatz überzeugen - das niedrige Gewicht kombiniert mit hoher Steifigkeit und sehr guter Haltbarkeit sorgt für eine insgesamt gute Preisleistung.

American Classic Wide Lightning 27.5 – unser Fazit

32 mm breit, 1.538 g leicht und kompatibel mit allen wichtigen Standards. Das Ganze zu einem für Aluminium hohen aber in Anbetracht der gebotenen Leistung akzeptablen Preis – die American Classic Wide Lightning 27.5 Tubeless Laufräder können im MTB-News.de Test von den technischen Daten her überzeugen. Viel wichtiger jedoch: Sie können auch in der Praxis überzeugen. Die Steifigkeit ist sehr gut und trotz des niedrigen Gewichts haben die Felgen auch den harten Einsatz gut geschlagen. Das Beschleunigungsvermögen begeistert und die sehr gut ausbalancierten Eigenschaften machen den Wide Lightning Laufradsatz zu einer echten Empfehlung für Trail- und Enduro-Bikes.

Stärken

  • niedriges Gewicht
  • hochwertige Verarbeitung, einfache tubeless Montage
  • sehr gute Balance aus Gewicht, Steifigkeit und Haltbarkeit

Schwächen

  • hoher Preis
  • grob rastender Freilauf (15°)

Weitere Informationen

American Classic Homepage
Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2015
Fotos: Tobias Stahl, Jens Staudt, Stefanus Stahl

Der Beitrag 32 mm bei 1.538 g: American Classic Wide Lightning 27.5 Laufradsatz – Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Test: Cannondale F-SI 29 Carbon – setzt das Race-Hardtail neue Maßstäbe?

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Titelbild F-SI

Cannondale F-SI 29 Carbon: Ai Drivetrain System mit asymmetrischem Hinterbau, neue Save 2 Sattelstütze, neue Lefty Federgabel, verkürztes Steuerrohr, Verkleinerung des Lenkwinkels – das neue Cannondale F-SI hat so ziemlich alles zu bieten, was unter der Kategorie ‚Super Neu‘ einzuordnen ist. Entwickelt wurde das Race-Hardtail für den reinen XC-Wettkampfeinsatz von keinem Geringeren als Peter Denk. Marco Fontana eroberte auf dem Bike die Bronze-Medaille bei der WM 2014 in Hafjell, Manuel Fumic fuhr auf dem F-SI beim Weltcup in der absoluten Weltspitze mit und das Nachwuchstalent Anton Cooper gewann im Sprint die Commonwealth Games auf dem Boliden. Diese Ergebnisse und vor allem die technischen Neuheiten haben in der Bikeszene für ordentlichen Gesprächsstoff gesorgt. Es war also an der Zeit, dass wir dem Rad mal so richtig auf den Zahn fühlen.

Cannondale F-SI 29 Carbon – Kurz und bündig

  • Rahmen: Vollcarbonrahmen mit asymmetrischem Hinterbau (Ai Drivetrain System)
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Federgabel: Lefty 2.0 Carbon mit 100 mm Federweg
  • Geometrie: absolut rennorientiert, mit etlichen technischen Neuheiten
  • Antrieb: 1 x 11
  • Größen: S, M (getestet), L, XL
  • Gewicht: 8,91 kg ohne Pedale
  • Preis: 6.999 Euro für das Komplettbike (Teamversion)
# Unser Testbike: Das Cannondale F-SI in der Teamausstattung für 6.999 Euro.

Cannondale F-SI: Im Überblick

Das Team um Peter Denk setzte sich einmal mehr die Aufgabe, das vielleicht schnellste Racebike auf diesem Planeten zu konstruieren. Dafür sollte es den technischen Downhills der Weltcuprennen gerecht werden und gleichzeitig maximalen Vortrieb bergauf garantieren. Mit etlichen Neuheiten und Ideen, die man in der Branche bis dato noch nie gesehen hatte, versuchte man bei Cannondale diese Anforderungen in die Realität umzusetzen.

Das Rad wurde im Mai 2014 auf der Burg Hohenzollern vorgestellt und wir berichteten schon detaillierter über die technischen Neuerungen an diesem Bike. Nichtsdestotrotz werde ich im Folgenden noch einmal kurz alle Innovationen erläutern.

# Eines der schnellesten XC-Bikes die es auf dem Markt gibt im Belastungstest.

Bei Cannondale, in Person von Peter Denk, ist man der Auffassung, dass man ein Rad nicht schneller bzw. besser macht, indem man Gewicht am Rahmen einspart oder die Tretlagersteifigkeit erhöht. Nur mit einem perfekten Zusammenspiel aller Bauteile können die oben genannten Ziele umgesetzt werden, so der deutsche Chefentwickler. Aus diesem Grund bekamen nicht nur der altbekannte F29-Rahmen ein Facelifting verpasst, sondern auch die Lefty Federgabel und die neu überarbeitete Save 2 Sattelstütze.

Mittels dem Ai (asymmetrische Integration) Drivetrain System sind die Kettenblätter um 6 mm nach rechts verschoben, um mit breiten Reifen am Umwerfer genügend Platz zur Verfügung zu haben. Der Q-Faktor der Kurbel bleibt dabei unverändert. Dadurch ändert sich allerdings auch die Kettenlinie, weshalb die Kassette am Hinterrad ebenfalls um 6 mm nach außen verschoben werden musste. Daher muss der Hinterbau allerdings entweder breiter oder asymmetrisch konstruiert werden. Bei Cannondale entschied man sich rasch für die letztgenannte Variante, da es dieser Aufbau im Gegensatz zu einem herkömmlichen Laufrad möglich macht, das Hinterrad mit gleichlangen Speichen symmetrisch einzuspeichen. Dadurch soll in Kombination mit einer 135 mm Nabe laut Aussage des Herstellers eine 60 % höhere Laufradsteifigkeit erreicht werden.

# Versatz durch selbe Speichenlänge. - Das Laufrad wird dementsprechend symmetrisch eingespeicht und soll somit eine höhere Steifigkeit garantieren.
# Laut Cannondale soll diese technische Neuheit dem Fahrer einige Vorteile verschaffen.

Zusätzlich ermöglicht diese technische Raffinesse einen extrem kurzen Hinterbau von lediglich 429 mm, was zusätzlich Steifigkeit einbringen und vor allem für eine gute Traktion und Wendigkeit sorgen soll. Flexende Sitzstreben sollen in Kombination mit steifen Kettenstreben und der Save 2 Sattelstütze für ordentlichen Fahrkomfort sorgen, ohne dabei Steifigkeitsverluste in Kauf nehmen zu müssen.

# Die Save 2 Sattelstütze soll dem Fahrer mehr Komfort bieten.
# Altbekanntes Bauteil an Cannondale Rädern: Die hauseigene HollowGram Kurbel.

Des Weiteren wurde der Lenkwinkel auf 69,5° ausgelegt, wodurch dem Fahrer bei hohen Geschwindigkeiten zusätzlich Sicherheit vermittelt werden soll. Außerdem verkürzten die Ingenieure von Cannondale das Steuerrohr um 3,7 cm im Vergleich zum Vorgängermodell F29 auf 9,7 cm, um eine noch sportlichere Haltung auf dem Rad einzunehmen.

# Verkürztes Steuerrohr und...
# ...neue Lefty am F-SI.

Doch nicht nur am Rahmen wurde im Büro von Denk ordentlich getüftelt, sondern auch an der Federgabel. Die neue Lefty 2.0 gibt es jetzt mit einem Offset von 55 mm, wodurch trotz verkürztem Hinterbau ein längerer Radstand als beim F29 ermöglicht wird, was für zusätzliche Fahrstabilität sorgen soll. Außerdem wurde die Dämpferkartusche im Innenleben der Gabel rennspezifisch erneuert, nach dem Vorbild der SuperMax.

# Die Bremssattelaufnahme wurde im Vergleich zum Vorgängermodell ebenfalls modifiziert.

Das Bike kann übrigens ohne Probleme auch mit zwei Kettenblättern gefahren werden. Außerdem auffällig sind Neuheiten, die dem aktuellen Trend der Bikeindustrie entgegen wirken: Zum einen verlegt Cannondale alle Züge bzw. Bremsleitungen außen entlang des Rahmens, wodurch Gewicht eingespart und eine schnelle Reparatur ermöglicht wird. Zum anderen sucht man am neuen F-SI vergeblich nach Steckachsen. Laut Aussagen des Herstellers haben eigene Untersuchungen ergeben, dass Steckachsen kein Plus an Steifigkeit ergeben und zusätzlich schwerer sind als die altbewährten Schnellspanner. Für Fumic und Co. dürfte ein zusätzliches Argument für Schnellspanner sein, dass so ein Laufradwechsel im Rennen deutlich flotter vonstattengehen kann als mit den Achsen.

# Keine Steckachse! Das F-SI fährt am Hinterrad mit einem Schnellspanner.

Jetzt aber genug der Fachsimpelei! Schließlich wollen wir auch wissen, ob all diese angepriesenen technischen Neuheiten sich auf dem Trail auch wirklich so gigantisch bemerkbar machen wie vom Hersteller versprochen. Daher fuhren wir sofort los und testeten das Bike schonungslos über fünf Monate.

# Kann uns das neue Racehardtail von Cannondale im Test überzeugen?

Der erste Eindruck

Nachdem ich alle technischen Neuheiten an dem Bike begutachtet und das Setup auf mich eingestellt habe, schwinge ich mich ohne zu zögern auf das neue F-SI. Die ersten Meter auf diesem Rad sind gigantisch – ich habe das Gefühl, dass jede noch so kleine Kraftkomponente, die ich auf das Pedal übertrage, sofort in Vortrieb umgesetzt wird. Das Rad sieht auf den ersten Blick nicht nur pfeilschnell aus, sondern ist es auch: Kleine Rampen können im Wiegetritt mit einer Leichtigkeit bezwungen werden, die ich bis zu diesem Zeitpunkt bei keinem Fahrrad, das ich je zuvor gefahren bin, verspürte. Außerdem finde ich sofort eine perfekte und kompakte Sitzposition auf diesem Bike – es macht einfach nur Spaß.
Den ersten Test hat das neue Racebike also mit großer Bravour bestanden. Doch wie sieht es im Gelände aus? Wie verhält sich das Rad im Downhill? Kann es mich dort auch so überzeugen? Ich will keine Zeit verlieren, deshalb biege ich auf direktem Weg in die Wälder rund um Albstadt ein. Doch nachdem mich das Bike spielerisch den Berg hinaufbringe, musste ich feststellen, dass das neue F-SI in der Abfahrt kleine Schwächen zu verzeichnen hat. Trotzdem komme ich nach meiner ersten Testrunde wieder begeistert zu Hause an.

# Auf den ersten Metern konnte uns das Hardtail schon einmal überzeugen. Werden sich unsere positiven Eindrücke im Test bestätigen?

Das Cannondale F-SI in der Praxis

Im Uphill

Das Rad wurde von drei Testprobanden hauptsächlich auf der Schwäbischen Alb über fünf Monate ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft. Alle drei Fahrer hatten in Bezug auf das Uphillverhalten des Rads schon nach wenigen Ausfahrten dieselbe Meinung, die sich im Laufe des Tests auch nicht mehr ändern sollte: Das Bike fährt sich spielerisch und perfekt bergauf.

# Das F-SI fährt sich bergauf wie eine Rakete.

Der neu entwickelte Hinterbau und das Tretlager in Kombination mit den Enve Carbon Laufrädern sorgen für eine spürbare Steifigkeit, die wir so noch an keinem Fahrrad beobachten konnten. Auf festem Untergrund fährt es zusätzlich mit einer enormen Leichtigkeit, die uns begeisterte. Auch auf losem Boden und in Trailauffahrten lässt sich das F-SI gut steuern und gibt uns ebenfalls den Eindruck, den Berg sehr angenehm bezwingen zu können.

# Für eine spürbare Steifigkeit sorgen unter anderem die Enve Carbonlaufräder.

Das Hinterrad besitzt für ein Hardtail eine sehr gute Traktion, allerdings konnten wir die Flexibilität der neuen Save 2 Sattelstütze nur in sehr geringem Maße wahrnehmen. Alle drei Testfahrer saßen stets satt im Sattel, will heißen: das Hinterrad fing kaum an zu hüpfen. In Kombination mit den kurzen Kettenstreben und der geknickten Stütze wandert der Schwerpunkt im Sitzen weit nach hinten, was ordentlich Druck aufs Hinterrad bringt und dadurch viel Traktion generiert. Durch die gestreckte Sitzposition kommt ein Aufbäumen des Vorderrades dennoch absolut nicht auf.  Kleine Rampen die beispielsweise im Wiegetritt hochgedrückt werden können, mag das neue Cannondale besonders, da es stets extrem spritzig wirkt. Zusätzlich lädt das Bike außergewöhnlich zum Sprinten ein, da es elegant beschleunigt und man das Gefühl nicht los wird, dass man in diesen Momenten den maximal möglichen Vortrieb besitzt.

# Des F-SI zeigt sich stets sehr antrittsfreudig.
# Auch bei losem Untergrund hat das Hinterrad eine gute Traktion.

Das Gesamtgewicht von 9,10 kg inklusive Pedalen und Flaschenhalter macht auf den ersten Blick eventuell einen etwas hohen Eindruck, doch man sollte an dieser Stelle allerdings anmerken, dass das Plus der Steifigkeit an Tretlager, Hinterbau und Laufrädern das minimal höhere Gewicht im Vergleich zu anderen Bikes in dieser Preisklasse wieder wettmacht.

Die Lefty Gabel lässt sich nur komplett blockieren, was zum Beispiel in Sprints von großem Vorteil ist, da die Front absolut steif und super fahrbar bleibt. In unebenen Bergaufpassagen, vor allem wenn man zwischenzeitlich noch kurz aus dem Sattel geht, ist man sich als Fahrer allerdings nie ganz sicher, ob eine offene oder blockierte Federgabel für den vorliegenden Streckenabschnitt die bessere Wahl wäre.

# Die Lefty 2.0 lässt sich nur komplett blockieren.

Eine weitere einheitliche Meinung bei den Testern ergab sich bei der Sitzposition. Die Geometrie ist gut abgestimmt und in reinen Uphillsektionen sitzt man angenehm, aber trotzdem sehr sportlich auf dem Rad. Bemerkbar macht sich allerdings zum Teil das kurze Steuerrohr, da man als Fahrer mit den Armen ein hohes Gewicht an der Front abfangen muss. Am Berg bzw. in der Ebene störte uns dies ausschließlich bei Ausfahrten, die über 3 Stunden Fahrzeit hinausgingen, da die Oberarme und Schultern einer hohen Belastung ausgesetzt waren. Im Downhill wurden dementsprechend die oberen Gliedmaßen aufgrund des Steuerrohrs und des verkürzten Lenkwinkels noch stärker belastet, was sich im Laufe des Tests auch als Nachteil herauskristallisieren sollte.

Im Downhill

Das Bike fliegt nicht nur den Berg hinauf, sondern auch bergab – sofern man die nötige Kraft im Oberkörper dazu hat. Wie erwähnt, ermöglicht das verkürzte Steuerrohr im Vergleich zum F29 eine sehr sportliche Haltung auf dem Rad, die allerdings vor allem in den Abfahrten nicht immer von Vorteil ist. In Verbindung mit einem geringen Lenkwinkel fährt sich das Bike sehr frontlastig. Durch die Lefty konnten wir leider keinen anderen Vorbau montieren, Käufern empfehlen wir aber, eine höhere Front zu verbauen.

# Durch das verkürzte Steuerrohr bzw. den Lenkwinkel fährt sich das Bike sehr frontlastig.

Daher muss man als Fahrer bei längeren Abfahrten ordentlich Kraft in den Oberarmen mitbringen, um den Lenker stets richtig festzuhalten. Auch die Handgelenke können bei ruppigen Abfahrten, die länger als fünf Minuten dauern, beginnen zu schmerzen. Wer dann zusätzlich nicht immer die perfekte Fahrlinie erwischt und eventuell in abwegigem Gelände versuchen muss, das Rad zurück auf die Ideallinie zu bringen, kann seine liebe Müh und Not mit dem F-SI bekommen. In verblocktem, ruppigem Gelände treten diese Probleme und Schmerzen entsprechend früher auf als auf flowigen Trails oder schnellen Schotterabfahrten. Es ist und bleibt eben ein absolutes Racebike, das von trainierten Fahrern bewegt werden will.

# Längere Abfahrten können auf dem F-SI zum Problem werden, da...
# ...sich unter anderem Handgelenksschmerzen einstellen können und die Kraft in den Oberarmen nachlässt.

Doch auch im Downhill hat das neue Cannondale tolle Seiten, die auf jeden Fall erwähnt werden sollen. Beginnend mit einer neu überarbeiteten Lefty 2.0 Federgabel, die ein perfektes Ansprechverhalten auf jede Art von Untergrund bietet. Sie arbeitet zuverlässig, bügelt Unebenheiten sanft aus und hat auch mit großen Absätzen und in verblocktem Gelände absolut keine Schwierigkeiten. In sehr schnellen Abfahrten arbeitet die Lefty die komplette Zeit ruhig, fängt nie an zu flattern und gibt dem Fahrer stets ein sicheres Fahrgefühl.

# Die neue Lefty Federgabel konnte uns hingegen voll überzeugen.

Außerdem hält das Rad stets ruhig die Spur, was zum Teil auf den längeren Radstand und den geringen Lenkwinkel im Vergleich zum Vorgängermodell zurückzuführen ist. Trotzdem bleibt es aufgrund der kurzen Kettenstreben und des kompakten Oberrohrs sehr wendig und agil, was uns vor allem in engen Spitzkehrenabfahrten zu Gute kam.

Insgesamt wurde das Rad von den drei Testfahrern sehr intensiv bei jeder Witterung und im Renneinsatz getestet. Dabei sind uns keinerlei Defekte oder ein unerwartet großer Verschleiß aufgefallen, weshalb das Bike den Eindruck hinterlassen hat, dass es sehr langlebig ist.

# Das Rad hielt allen harten Belastungen stand und es traten im Laufe des Tests keine nennenswerten Defekte auf.

Fazit zum Cannondale F-SI 29 Carbon

Das neue Cannondale F-SI hat für viel Gesprächsstoff gesorgt – und das zu Recht! Den Entwicklern um Peter Denk ist es wieder einmal gelungen, neue Maßstäbe in der Rahmentechnologie zu setzen. Das Bike ist für XC-Fahrer eines der besten Hardtails, das der Markt zu bieten hat. Im Uphill und auf flachem Terrain, egal auf welchem Untergrund, ist das F-SI eine richtige Rakete. Vor allem die spürbare Steifigkeit im Tretlagerbereich, dem Hinterbau und an den Enve Laufrädern überzeugte uns auf ganzer Linie.

Negativ aufgefallen ist uns allerdings, dass man auf dem Bike sehr frontlastig unterwegs ist und deshalb kräftige Oberarme benötigt, um das Rad optimal steuern zu können. Bei längeren Abfahrten stellten sich teilweise auch Schmerzen in den Handgelenken ein, die vor allem für Marathonfahrer bei entsprechend langen Abfahrten unangenehm sein könnten – in XC-Rennen sollte dies aufgrund der kürzeren Downhills nur eine untergeordnete Rolle spielen. Nichtdestotrotz hält das Rad auch bei sehr schnellen Abfahrten sauber die Spur und wird überhaupt nicht nervös.

Zusätzlich konnte uns vor allem die Lefty mit ihrem perfekten Ansprechverhalten in dem Test voll überzeugen. Des Weiteren zeigte sich das Bike sehr agil und wendig. Die Anbauteile sind für den zu erwartenden Einsatz passend gewählt.

Unter dem Strich ist es definitiv eines der besten XC-Hardtails, die der Markt momentan zu bieten hat. Cannondale ist mit dem neuen F-SI das (fast) perfekte Racebike gelungen. Chapeau!

# Aufgeräumtes Cockpit und tolles Design: Das neue Cannondale F-SI.

Alle Details zum Test und zum Bike

Über den Test und seine Tester

Wie haben wir getestet?

Das Cannondale F-SI wurde hauptsächlich auf den Trails der Schwäbischen Alb getestet. Egal ob flowiger, verblockter, fester oder wurzeliger Untergrund im Up-, sowie im Downhill, das Rad wurde keineswegs geschont. Bei zwei kleinen regionalen Rennen ohne große technische Anforderungen in und um Albstadt kam das Bike ebenfalls zum Einsatz.

Wer hat getestet?

Testfahrer 1 – Tobias:

  • Größe: 1,82 m
  • Gewicht: 72 kg
  • Fahrstil bergab: zügig, stets bedacht mit dem Blick nach vorne auf die saubere Linie
  • Fahrstil bergauf: des Öfteren im Wiegetritt, trotzdem sehr gleichmäßig
  • Rennerfahrung: hauptsächlich XC (Bundesliga)

Testfahrer 2 – Gabriel:

  • Größe: 1,83 m
  • Gewicht: 68 kg
  • Fahrstil bergab: aggressiv, schnell, trotzdem meist sehr saubere Linie
  • Fahrstil bergauf: antrittslustig, an längeren Anstiegen gleichmäßig
  • Rennerfahrung: XC, Sprint (Bundesliga)

Testfahrer 3 – Christian:

  • Größe: 1,83 m
  • Gewicht: 65 kg
  • Fahrstil bergab: schnell, gekonnt, meist sehr saubere Linie
  • Fahrstil bergauf: sehr antrittsstark, bei längeren Anstiegen gleichmäßig meist sitzend
  • Rennerfahrung: hauptsächlich XC, Sprint (Bundesliga)
# Das neue F-SI ist definitiv eines der schnellsten XC-Bikes auf dem Markt!

Das Bike im Detail

  • Rahmen: F-Si Asymmetric, BallisTec Hi-MOD Carbon, SPEED SAVE, PF30A, 1.5 Si Head Tube
  • Federgabel: Lefty 2.0 Carbon XLR 100 29, XLR XC damper, Hybrid Needle Bearing Technology, 55mm offset
  • Kurbelgarnitur: Cannondale HollowGram Si, Ai, BB30, XX1 32T
  • Tretlager: Cannondale Alloy PressFit30
  • Schalthebel: SRAM XX1
  • Kassette: SRAM X01, 10-42, 11-speed
  • Kette: SRAM XX1, 11-speed
  • Schaltwerk: SRAM XX1, Type 2 RBC
  • Felgen: ENVE Carbon Twenty9 XC, tubeless ready (Ai offset lacing)
  • Naben: Lefty SM front, DT Swiss 350, 32 hole (Ai offset lacing)
  • Reifen: Schwalbe Racing Ralph EVO Snakeskin, 29×2.1″, folding, tubeless ready
  • Bremsen: Avid XX, 180/160mm
  • Lenker: FSA K-Force Carbon, flat, 700mm
  • Vorbau: Cannondale OPI Adjustable Stem/Steerer 2.0, 31.8, -5 deg
  • Steuersatz: Cannondale HeadShok Si
  • Bremsgriff: Avid XX, Matchmaker
  • Speichen: DT Swiss AeroLite (Ai offset lacing)
  • Lenkergriffe: Cannondale Foam Locking Grips
  • Sattel: Fabric Scoop flat
  • Sattelstütze: Cannondale F-Si SAVE 2 Carbon, 27.2x400mm

Die Geometrie

# Die Geometrie des neuen F-SI.

  • Text & Redaktion: Tobias Sindlinger
  • Bilder: Thomas Fritsch
  • MTB-News 2015

Der Beitrag Test: Cannondale F-SI 29 Carbon – setzt das Race-Hardtail neue Maßstäbe? ist auf MTB-News.de erschienen.

Vergleichstest Mountainbike-Rucksäcke: Modelle & Erwartungen

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Die neue Saison steht vor der Tür und während in den heimischen Kellern die Bikes fit gemacht werden, wird auch ein Blick auf den Zustand der vorhandenen Ausrüstung geworfen. Im letzten Sommer haben wir den letzten Vergleichstest von Mountainbike-Rucksäcken veröffentlicht – jetzt ist es Zeit für eine nächste Ausgabe. Auf der Eurobike sind von den verschiedenen Herstellern wieder spannende neue Rucksäcke für den Mountainbike-Einsatz vorgestellt worden und wir haben uns einige der spannendsten Produkte zum Test kommen lassen. In den letzten Monaten sind insgesamt zwölf Rucksäcke in der Redaktion eingeliefert worden und haben sich anschließend jeweils individuell auf dem Trail und im direkten Vergleich gegeneinander beweisen müssen. Unsere Erfahrung aus dieser Testreihe werden wir in der kommenden Woche hier auf MTB-News.de im nächsten Vergleichstest von Mountainbike-Rucksäcken veröffentlichen.

# Der Rucksack ist ein universeller Begleiter des Bikers - ob Wind- und Wetterschutz, Verpflegung oder Ersatzteile... unterwegs gibt es einige Dinge, die man dabei haben sollte.

Vergleichstest Rucksäcke

Was muss ein Mountainbike-Rucksack können?

Bevor wir ein Produkt testen überlegen wir uns genau, welche Erwartungen wir an das Produkt haben und worauf wir im Test unseren Schwerpunkt legen wollen. Das gilt selbstverständlich für Rucksäcke genau so wie für Federgabeln, Reifen oder Kompletträder. Von Mountainbike-Rucksäcken erwarten wir, dass sie uns unterstützen und schützen – und auf keinen Fall stören.

# Während sich einige Details eines Rucksacks problemlos beim örtlichen Händler erfassen lassen, gewinnt man Erkenntnisse über den Sitz am Rücken und die Eignung bei Beladung nur auf dem Trail
# Mit den Test-Rucksäcken haben wir das Frühjahr über ein intensives Testprogramm abgespult - dabei haben wir früh angefangen, um jetzt zum Saisonstart ein umfassendes Ergebnis abliefern zu können.

So wollen die verschiedenen Utensilien wie Werkzeug, Windjacke und Smartphone sicher verstaut werden. Gleichzeit sollen bis zu 3l Flüssigkeit mit auf die Tour, um unterwegs die Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Dazu noch Kleinigkeiten aller Art und ganz nach Vorliebe eine individuelle Tourenausstattung. All das muss der Rucksack sicher am Rücken fixieren, so dass es dort auch bleibt, wenn das Gelände anspruchsvoller wird. Gleichzeitig muss trotz hoher Zuladung alles komfortabel am Rücken sitzen und auch auf langen Ausfahrten komfortabel zu tragen sein.

In Pausen dann eine gegenteilige Anforderung: Wir wollen schnell und organisiert auf alle Inhalte zugreifen können und alles direkt finden ohne lange suchen zu müssen. Eine sinnvolle Platzierung von Taschen und Fächern ist also erforderlich, wenn das Volumen nutzbar gemacht werden soll.

# Allerlei Fächer, Schlaufen und Halterungen haben sich die Hersteller einfallen lassen, um die Rucksäcke flexibel nutzbar zu machen - welche Lösungen sich in der Praxis bewähren und welche Schwächen offenbaren haben wir für euch getestet.

Und dann wäre da als letzter Punkt noch der Schutz. Stürze gehören zum Mountainbiken leider dazu und der Rucksack hat die Möglichkeit, den Rücken des Fahrers zu schützen. Das kann im Zweifelsfall von größter Bedeutung sein und entsprechend haben in den letzten Jahren immer mehr Hersteller ihre Entwicklung dahin gerichtet, einen Rückenprotektoren in den Rucksack zu integrieren. In unserem Testfeld verfügen acht von zwölf Rucksäcken über einen integrierten Rückenprotektor, der eine Zertifizierung nach EN 1621–2 aufweisen kann. Zwei Modelle sind sogar vom TÜV auf ihre Wirksamkeit geprüft. Auch wenn der Rückenprotektor im Rucksack nicht unmittelbar am Körper getragen wird und dadurch in seiner Wirksamkeit von Haus aus eingeschränkt ist, kann er im Falle eines Falls einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit leisten. Voraussetzung ist dann jedoch auch, dass der Rucksack fest, nah und sicher am Rücken hält.

# Acht der zwölf Rucksäcke sind mit einem integrierten Rückenprotektor ausgestattet - wir haben uns die verschiedenen Modelle im Detail angeschaut. In Ermangelung eines Prüfstandes müssen wir jedoch auf die CE Zertifizierungen und TÜV Prüfsiegel (Deuter, Evoc) verlassen.
# Bei den Rückenprotektoren wird bereits auf den ersten Blick sicherbar, dass es verschiedene Wege gibt, die CE Normen zu erfüllen

Abschließend ist da noch ein weiterer Punkt, der oben nicht aufgeführt ist, da wir ihn als Selbstverständlichkeit erachten: Qualität. Alle getesteten Rucksäcke sind keine Schnäppchen und haben den Anspruch, für Mountainbiker gemacht zu sein. Das bedeutet jedoch, dass die Produkte Dreck, Schweiß, Steinen und weitere Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Wer da nicht mit hochwertigen Materialien, einer entsprechenden Verarbeitung und einem sauber durchdachten Konzept antritt, kann unserer Meinung kaum zu einem zuverlässigen Begleiter von uns Mountainbikern werden. Welche Rucksäcke diesem Anspruch genügen und wo die Unterschiede zwischen den Modellen liegen, haben wir im Test für euch überprüft. Schließlich sollte keiner sein Geld unüberlegt investieren, ohne vorher über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle informiert worden zu sein.

Wie haben wir getestet?

Um die Einflüsse verschiedener Fahrstile und Körpergrößen mit in den Test einfließen lassen zu können, haben wir im Rahmen einer zweiwöchigen Testphase in Latsch und Naturns (Südtirol) alle Rucksäcke unter identischen Bedingungen innerhalb des Redaktions-Teams gefahren und getestet. Die Erfahrungen der einzelnen Tester sind dann nach jeder Abfahrt gesammelt und die Rucksäcke getauscht worden, um direkte Vergleiche ziehen zu können.

Je nach Einsatzzweck des Rucksacks haben wir verschiedene Beladungen getestet. So ist klar, dass ein kleiner Bike-Park Rucksack nicht das Volumen eines Trail- und Tourenrucksacks bieten kann und auch mit einem anderen Anspruch angezogen wird. Das haben wir im Test reflektiert und das Testfeld in zwei Gruppen eingeteilt: (1) Touren-Rucksäcke und (2) Bike-Park & Enduro Rucksäcke.

Die Namensgebung der zweiten Gruppe ist dabei ein wenig diffus, denn an sich lassen sich die Rucksäcke problemlos auch im Trail- und Freeride-Einsatz benutzen. Oder bei langen Downhill-Touren. Wir beziehen uns daher für den Test und den abschließenden Vergleich auf Rucksäcke mit Rückenprotektoren. Immerhin ist dieses Element eine der Grundentscheidungen, die vor dem Kauf getroffen werden und die jeder für sich beantworten muss: Brauche ich einen Rückenprotektor oder nicht? Lege ich Wert auf maximale Sicherheit oder ist mir eine gute Belüftung wichtig? Beides muss nicht zwangsläufig ausgeschlossen sein, ist aber nur schwer zu vereinen.

# Hoch und wieder runter - gemeinsam mit dem Test-Team sind wir die jeweiligen Rucksäcke mit identischer Beladung im direkten Vergleich gefahren - so lassen sich Unterschiede am besten identifizieren und die Anpassbarkeit testen

Entsprechend der beiden Kategorien haben wir für den Test definiert, was mit auf den Rücken genommen werden soll und für alle Rucksäcke geprüft, ob die zusammengestellte Ausrüstung auch im Rucksack Platz findet.

Ausrüstung Touren-Rucksäcke

# Unsere Beladung für die Touren-Rucksäcke - das umfangreiche Paket entspricht dem, was wir in der Regel mit auf eine ausgedehnte Tour nehmen. Aufgrund der verschiedenen Vorlieben sind keine Riegel / Bananen enthalten. Wir berichten jedoch in jedem Einzeltest, ob im Rucksack auch noch genügend Platz für die notwendige Verpflegung gewesen wäre.
  • Helm (Halbschale)
  • Windjacke
  • Buff / Halstuch
  • Sonnenbrille
  • Luftpumpe
  • Dämpferpumpe
  • Ersatzschlauch
  • Reifenheber
  • Inbus-Schlüsselsatz
  • Bremsbeläge
  • Multitool
  • Geldbeutel
  • Handy / Smartphone
  • Kamera (DSLR) mit Objektiv
  • Erste Hilfe Set
  • Trinkblase (3 Liter)
# Bei den Touren-Rucksäcken haben wir uns jeweils mit genügend Verpflegung für einige Stunden Mountainbike-Tour eingedeckt - die Trails in Südtirol sind dabei schon früh genug im Jahr befahrbar gewesen, um uns genügend Spielraum mit langen Anstiegen zu bieten.

Ausrüstung Protektoren-Rucksäcke

# Die Beladung für Enduro- und Bike-Park Rucksäcke - diese minimale Beladung haben wir mit auf den Trail nehmen wollen - ob das bei allen Rucksäcken geklappt hat?
  • Helm (Fullface)
  • Windjacke
  • Goggle
  • Knieprotektoren
  • Luftpumpe
  • Dämpferpumpe
  • Ersatzschlauch
  • Reifenheber
  • Multitool
  • Geldbeutel
  • Handy / Smartphone
  • Trinkblase (3 Liter)
# Bei Enduro-Rucksäcken ist aufgrund des Rennformates häufig die Helmhalterung auch im Rennen in Gebrauch - wir haben daher eingehend darauf geachtet, wie gut der Helm am Rucksack hält und wie gut das Volumen nutzbar ist

Im Einzeltest zu jedem der Rucksäcke zeigen wir, welche Beladung möglich gewesen ist und verheimlichen nicht, wenn etwas nicht eingepackt werden konnte. Selbstverständlich ist die Liste oben nicht abschließend – so fehlen bei den Tourenrucksäcken ein Verpflegungspaket für unterwegs oder Wechselklamotten für eine lange Tour. Da hier die individuellen Vorstellungen jedoch auseinander gehen, haben wir uns auf die oben genannten Listen geeinigt und merken in den Tests jeweils an, ob noch Luft nach oben gewesen wäre. So kann jeder für sich relativ gut abschätzen, ob das gebotene Volumen ausreichend ist oder nicht.

Das Testfeld

Nachdem wir zuletzt im letzten Herbst vier Mountainbike-Rucksäcke miteinander verglichen haben, folgt nun ausgerüstet mit den Neuheiten von der Eurobike und basierend auf dem Feedback aus dem letzten Rucksacktest der nächste Vergleich mit insgesamt zwölf Mountainbike-Rucksäcken. Im letzten Vergleichstest ist von euch insbesondere ein Test des Deuter Attack gefordert worden, der weit verbreitet zu sein scheint, aber noch nie in einem Test von MTB-News.de vertreten gewesen ist. Ebenfalls neu sind Modelle von Adidas, Camelbak, POC oder Vertical Eight (V8), die wir bislang noch nie gefahren haben. Mit dem Scott Grafter Protect ist auch ein Rucksack im Test, den wir bereits als Vorgängermodell im Herbst getestet hatten. Damals hatte der Scott uns nicht überzeugen können und so wollen wir nun anhand des Nachfolgemodells beurteilen, ob das neue Modell auch ein Schritt nach vorne ist.

# 12 Rucksäcke haben wir in unserem Testfeld berücksichtigt, darunter auch den V8 FRD 12.1

Um einen breiten Überblick geben und dennoch direkte Vergleiche ziehen zu können, haben wir folgendes Testfeld angefordert und gegeneinander antreten lassen. Dabei haben wir zwei Kategorien unterschieden: Rucksäcke für Touren und Rucksäcke mit Rückenprotektoren. Während die ersten eine bessere Belüftung bieten sollten und mit mehr Volumen auch längere Ausflüge ermöglichen sollten, legen die zweiten Wert auf einen besonders guten Schutz des Fahrers oder der Fahrerin und verfügen über CE-zertifizierte Rückenprotektoren, die im Falle von Stürzen den Rücken und speziell die Wirbelsäule schützen sollen.

Rucksäcke für den Toureneinsatz

  • Adidas Terrex Trail Cross
  • Evoc Explorer
  • Vaude Moab
  • Vaude Bike Alpin

Rucksäcke mit Rückenprotektoren

  • Camelbak Kudu 12 Rucksack
  • Deuter Attack 20 Rucksack
  • Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack
  • Ergon BE2 Enduro Rucksack
  • Evoc FR Lite Team Rucksack
  • POC VPD 2.0 Spine pack Rucksack
  • Scott Grafter Protect 12 Rucksack
  • V8 FRD 12.1 Rucksack

Ablauf des Vergleichstests

In den kommenden sechs Tagen werden wir jeden Tag zwei Einzeltests zu den vorgestellten Rucksäcken veröffentlichen. So könnt ihr euch zu jedem der Rucksäcke ein umfangreiches Bild machen und gezielt Informationen zu den Stärken und Schwächen des jeweiligen Modells herausfinden. Als Abschluss der Reihe werden wir dann wie gewohnt einen Vergleichstest veröffentlichen, in dem die Rucksäcke in den verschiedenen Kategorien gegeneinander antreten und basierend auf ihren Ergebnissen aus den Einzeltests relativ zueinander eingeschätzt werden. Dieser Artikel ist dann für all diejenigen interessant, die offen auswählen möchten und sich ungeachtet der Marke objektiv ein Bild machen wollen. Denn – so viel sei bereits vorab verraten – die Unterschiede sind klein.

Wir hoffen, mit diesem Vergleichstest einen Beitrag zu eurer Entscheidungsfindung zu leisten und ein wenig Licht in das Dickicht der Mountainbike-Rucksäcke zu bringen. Fragen und Anregungen zum Test und dem Testverfahren könnt ihr uns gerne jederzeit in diesem Artikel schreiben – konstruktives Feedback hilft nicht nur uns, sondern auch allen anderen Benutzern.


Weitere Informationen

Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2015

Der Beitrag Vergleichstest Mountainbike-Rucksäcke: Modelle & Erwartungen ist auf MTB-News.de erschienen.

Gestreifter Quereinsteiger: Adidas Terrex Trail Cross Rucksack im Test

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Adidas gibt weiter Gas im Mountainbike-Bereich: Nach den vor einigen Wochen getesteten Adidas Terrex Trail Cross Schuhen haben wir nun mit dem Adidas Terrex Trail Cross einen speziellen Mountainbike-Rucksack von Adidas im Test gehabt. Mit einem Volumen von 15 Litern und niedrigem Gewicht soll er ein passender Begleiter für kurze und lange Touren sein. Wie er sich in der Praxis erfahren hat, erfahrt ihr in diesem Test.

# Der Adidas Terrex Trail Cross Rucksack richtet sich an Mountainbiker, die einen schlanken Rucksack suchen und Wert auf Qualität legen - ob das Versprechen gehalten werden kann haben wir im Test überprüft

Test Adidas Terrex Trail Cross Rucksack

Kurz & Knapp

Der Adidas Terrex Trail Cross Rucksack verfügt über ein Volumen von 15 Litern und eine relativ komplette Ausstattung. So ist zum Preis von 129 € bis auf eine Trinkblase alles dabei, was der Mountainbiker auf dem Trail benötigt. Der Rucksack wird in einer Größe angeboten und ist in der Farbe schwarz / weiß verfügbar.

# Breite, perforierte und gepolsterte Schultergurte sollen für einen angenehmen Tragekomfort sorgen
# Die von uns gefahrene Version ist noch ein Testmuster gewesen - diese Farbstellung wird es beim Terrex Trail Cross in Serie nicht zu kaufen geben

Vom Hersteller wird der Terrex Trail Cross Rucksack wie folgt beschrieben:

“Der Terrex Trail Rucksack wurde für schnelle Mountainbiker gemacht, die den Adrenalin-Kick lieben und einen leistungsstarken Rucksack für technisch anspruchsvolle Fahrten brauchen. Er präsentiert sich mit einer frischen Grafik in trendigem Design und hat ein Tragesystem, mit dem du dein Bike in schwer zugängliche Gebiete transportieren kannst. Weitere Features sind ein Multifunktionswerkzeug, eine Minipumpe und Taschen für Helm, Trinkblase und Sonnenbrille. Verstellbare Schulter- und Brustgurte sorgen dafür, dass er bei schwierigen Steigungen und engen Kehren nicht verrutscht. Die anatomisch geformten Hüftflossen sitzen bequem, sodass du länger Spaß beim Fahren hast.”

Technische Daten

 Adidas Terrex Trail Cross
Volumen15l
Gewicht725 g
Abmessungen (LxBxH)11,5 x 21 x 47 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)129 €
Farbenblack / white
MaterialPolyester

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektornein
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachja
Kartenfachnein
Regenhülleja, integriert
Rücklichtbefestigungja
Reflektorennein
# Stattdessen wird der Rucksack in schlichtem schwarz / weiß geliefert
# 15l Volumen gibt Adidas an und integriert einige Detaillösungen, die wir so bislang nicht gesehen haben - welche davon überzeugen und welche nicht erfahrt ihr im folgenden Text
# Die Regenhülle wird in Serie ebenfalls farblich passend geliefert
# Der Rücken ist großflächig mit Aussparungen versehen - frei nach dem Motto: Wo nichts ist, kann sich auch keine Wärme stauen.

Praxisnutzen

Der Adidas Terrex Trail Cross ist der erste echte, Mountainbike-spezifische Rucksack des Sportbekleidungsherstellers mit den charakteristischen drei Streifen. Bereits beim Auspacken wirkt der Terrex Trail nicht wie ein “me too”-Produkt, sondern sticht ins Auge. So ist zwar die Farbe unseres Testmusters nicht käuflich zu erwerben, doch die Detaillösungen und insbesondere die hochwertige Verarbeitungsqualität und die gut zu greifenden Stoffe machen schon beim Auspacken klar: Adidas meint es ernst.

Beladung & Sortierung

Der Terrex Trail Rucksack ist relativ schlank geschnitten und baut gleichzeitig recht hoch, so dass die 15l Volumen, die Adidas angibt, direkt glaubhaft erscheinen. Das Hauptfach reicht über die gesamte Höhe des Rucksacks und ist nicht weiter unterteilt. Auf seiner Rückseite befindet sich jedoch eine Tasche mit Gummizug und leichter Raffung, welche die Trinkblase aufnimmt. Am oberen Ende findet sich ein Haken, an dem die Blase eingehängt werden kann – alles Standard und wie zu erwarten sauber ausgeführt. Der Ausgang für den Trinkschlauch aus dem Hauptfach hinaus ist relativ eng gestaltet und mit Neopren ausgekleidet, so dass die Öffnung nicht zum Einfallstor für Dreck oder Regen wird.

# Das Hauptfach ist nicht weiter untergliedert, sondern nimmt neben der eigentlichen Ladung in der Tasche am Rücken auch die Trinkblase auf

Die Führung für den Trinkschlauch ist gut gelöst. Wir würden uns jedoch noch eine zusätzliche Lasche oben auf dem Schultergurt wünschen, um den Schlauch noch sicherer am Rucksack zu befestigen und sicherzustellen, dass nichts hin und her schlackert und an den Hals oder Nacken schlägt.

Die Helmhalterung findet sich wie gewohnt vorne auf dem Rucksack, fest integriert und mit zwei Schnappverschlüssen seitlich fixiert, die auch als Kompressionsriemen dienen können. Diese Konstruktion eignet sich sowohl für Fullface-Helme als auch für Halbschalen, wobei beim Fullface das Durchfädeln durch den Kinnbügel etwas sperrig ist und darauf hindeutet, dass dieser Rucksack ein Tourenrucksack ist.

Zusätzlich übernimmt die Helmhalterung das Werkzeugfach. Mit zwei Reißverschlüssen und einer Klett-Lasche oben gesichert liegt es so zu oberst auf dem Rucksack und ist auch dann noch zugänglich, wenn ein Helm auf dem Rucksack getragen wird. Im Inneren des Fachs finden sich ein langer Schlauch für zum Beispiel eine Pumpe, zwei Netztaschen und zwei Einschubtaschen für Tools wie Reifenheber und andere Werkzeuge. Das Fach kann voll aufgeklappt werden und ist weich gepolstert, so dass keine Kratzer verursacht werden.

# Das Werkzeugfach befindet sich vorne auf dem Rucksack. Es ist in diverse Taschen unterteilt und vorne weich gepolstert.
# Platz da: Das Werkzeugfach kann in seiner Position und von der Kapazität her überzeugen - wird es voll gefüllt, wirkt es sich jedoch negativ auf den Platz aus, der dem Helm in der Halterung zur Verfügung steht.

Diese Lösung wirkt auf den ersten Blick sehr gut, hat aber den Nachteil, dass bei voller Füllung des Werkzeugfachs der Platz für den von oben eingeschobenen Halbschalenhelm knapp wird. So sitzt dieser relativ hoch im Rucksack und damit weniger sicher. Eine Gummierung auf der Innenseite der Helmhalterung könnte hier Abhilfe und zusätzliche Sicherheit schaffen.

Der weitere Raum am Adidas Terrex Trail Cross ist gut genutzt. Von oben zugänglich ist ein sehr großes und weich ausgepolstertes Brillenfach, in dem auch Smartphone und Geldbeutel Platz finden. Hierfür würden wir uns in Anbetracht der großzügigen Dimensionierung jedoch noch eine kleine Unterteilung mit Netztaschen wünschen, die nicht vorhanden ist. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau – das große Fach ist an sich vorbildlich und sollte auch Besitzer von neumodischen Phablets zufrieden stellen.

Seitlich am Rucksack finden sich zwei Seitentaschen aus weicher Mircofaser, die elastisch sind und eine kleine Trinkflasche, Handschuhe oder Energieriegel aufnehmen. Auf dem Hüftgurt gibt es zwei weitere Taschen, die ausreichend groß geschnitten sind. In der Summe bietet der Terrex Trail so genügend Verstau- und Fixiermöglichkeiten außen am Rucksack, um unterwegs alles sortieren und wiederfinden zu können.

# Die Breit angeschlagenen Hüftgurte verfügen über große Taschen - ähnliche Netztaschen finden sich außerdem seitlich am Rucksack

In unserem Packtest schluckt der Terrex Trail alle vorgesehenen Ausrüstungsgegenstände problemlos und würde auch noch einer entsprechenden Menge an Energieriegeln genügend Luft bieten. Knapper wird es, wenn auch noch Protektoren oder Wechselklamotten mitgenommen werden sollen. Hier würde sich eine etwas großvolumigere Ausführung anbieten, doch die Kompaktheit ist gut genutzt.

# Packtest bestanden: Der Terrex Trail Cross schluckt alles, was wir für ihn vorgesehen hatten - selbstverständlich ist im Rucksack außerdem noch genügend Luft vorhanden, um auch noch Energieriegel oder Früchte unterbringen zu können. Mehr wird dann jedoch eng.
# Einziger Haken am oben liegenden Werkzeugfach: bei voller Beladung ist für den Helm nicht mehr wirklich viel Platz in der Helmhalterung, so dass er relativ weit nach oben wandert - das ist nicht unbedingt sicher.

Für schlechtes Wetter verfügt der Rucksack über eine Regenhülle, die sich unten in einem Bodenfach integriert befindet und die den gesamten Rucksack auch bei voller Beladung umschließen kann. So wird bei Regen und Matsch der Rucksack sauber und trocken gehalten; gleichzeitig wird die Reinigung nach einer Schlammtour erheblich erleichtert.

# Die Regenhülle findet im Bodenfach des Rucksacks ihren Platz und ist groß genug geschnitten, um auch den voll beladenen Rucksack zu umhüllen

Um auch mit Handschuhen gut bedienbar zu sein, sind die Enden der Reißverschlüsse mit großen, gummierten Aufsätzen versehen. Außerdem sind alle Schnappverschlüsse groß dimensioniert. Trotz des niedrigen Gewichts hinterlässt der Rucksack so in der Hand einen hochwertigen und gut verarbeiteten Eindruck. Das Nahtbild ist stimmig und auch kleine Details sind sauber gearbeitet.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Neben der Fächereinteilung des Rucksacks hat das Tragesystem bestehend aus dem Rückenteil und den diversen Gurten sowie die Einstellbarkeit des Systems maßgeblichen Einfluss darauf, wie sich der Rucksack auf dem Rücken trägt und beim Biken schlägt. Die Schultergurte sind beim Adidas Terrex Trail Cross aus perforiertem Schaumstoff hergestellt, der in offenporiges 3D-Mesh eingeschlagen ist. Die Träger sind breit genug ausgelegt, um eine gleichmäßige Lastaufnahme an der Schulter zu ermöglichen und sollen dennoch gut belüftet sein. Klammern an den Enden der einstellbaren Gurte sorgen dafür, dass die überstehenden Bänder nicht herumflattern können, sondern sauber aufgeräumt sind – vorbildlich.

# Das Rückenteil geht nahtlos aus den Schultergurten hervor - die breite Ausführung steigert den Komfort und die Strukturierung soll einen guten Abtransport der Wärme garantieren

Aus dem selben Material wie die Schultergurte ist auch das Rückenteil gefertigt. Große Öffnungen im Bereich der Wirbelsäule inklusive Kanälen nach oben sollen hier dafür sorgen, dass die entstehende Wärme gut abtransportiert werden kann. Die Polsterung ist relativ flach, so dass der Rucksack trotz der Strukturierung zugunsten der Belüftung relativ eng am Rücken getragen wird. Dieser Kompromiss ist bei jedem Rucksack zu treffen und je nach Gewichtung der beiden Faktoren ergibt sich entweder ein besser belüfteter oder ein besser sitzender Rucksack. Die Konstruktion von Adidas sollte dafür sorgen können, dass trotz durchschnittlichem Luftdurchsatz viel Wärme abtransportiert wird – eine Eigenschaft, die wir im Praxistest auf dem Trail überprüft haben.

Dem Hüftgurt des Rucksacks kommt die zentrale Rolle der Lastenaufnahme zu. Hier punktet der Terrex Trail mit einem breit angeschnittenen, unten flexibel aufgenommenen und in einem großen Bereich einstellbaren Hüftgurt. Der Gurt kann durch diese Konstruktion einerseits Bewegungen mitgehen, garantiert jedoch einen festen Halt des Rucksacks am Rücken und eine gute Krafteinleitung auf die Hüfte des Fahrers. Der breite Gurt mit großem Schnapper als Verschluss sollte gleichzeitig bequemer zu tragen sein als ein schmaleres Band. Seitlich ist der Gurt ähnlich dem Rücken mit einer perforierten und gewellten Polsterung versehen, die wenig Auflagefläche bieten und sicherstellen soll, dass die entstehende Wärme wirksam abgeführt werden kann.

Der Brustgurt ist elastisch ausgeführt und aufgrund des Verschlussdesigns mit zwei Händen zu bedienen. Während es keine integrierte Pfeife gibt, kann man hier in einer speziellen Clip-Halterung auch den Trinkschlauch befestigen. Um den Rucksack an die persönlichen Bedingungen anzupassen, führt Adidas wie gewohnt alle Gurte und Träger flexibel aus – die Rückenlänge ist hingegen fix vorgegeben. Der Brustgurt ist zusätzlich zur Einstellung in Längsrichtung auch in der Höhe verschiebbar und elastisch ausgelegt, was dem Komfort zuträglich sein soll. Der Hüftgurt ist nicht elastisch und soll so für einen sicheren Sitz des Rucksacks sorgen.

Sicherheitsausstattung

Bei der Sicherheitsausstattung gibt es einige Punkte, die dem Adidas Terrex Trail Cross Rucksack fehlen. So bietet er zwar eine Lasche, um ein Rücklicht direkt am Rucksack zu befestigen, doch abgesehen davon sucht man vergebens nach Reflektoren für den Straßenverkehr. An einem reinen Mountainbike-Rucksack ist das zu verschmerzen, bei Benutzung im Straßenverkehr können die Reflektoren jedoch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass man gesehen wird.

Ebenfalls nicht vorhanden ist eine Pfeife, wie sie häufig am Brustgurt platziert wird. Sie kann im Falle eines Falles dabei helfen, auch sich aufmerksam zu machen und hat sich unserer Erfahrung nach bereits so manches Mal bewährt. Dem Einsatzbereich entsprechend wird der Terrex Trail Cross ohne Rückenprotektor geliefert – eine Nachrüstung ist nicht möglich.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wie schlägt sich der Adidas Terrex Trail Cross Rucksack, wenn es mit dem Mountainbike auf Touren geht? Wie erwartet liegt das flach gepolsterte Rückenteil eng an und bietet in Kombination mit dem breiten Hüftgurt eine sehr gute Gewichtsverteilung. So kann der Hüftgurt einen Großteil der Last aufnehmen und entlastet so die Schultern. Alle Riemen zur Anpassung sind relativ lang gewählt, doch dank der Führungen an den Enden kann trotzdem Ordnung geschaffen werden.

Einmal angepasst sitzt der Rucksack auch auf ruppigen Downhills sehr gut am Rücken und wandert in steilen Passagen nicht in den Nacken, sondern bleibt dort, wo er hingehört. Das gilt sowohl für den unbeladenen als auch den beladenen Zustand. Bei letzterem ist jedoch anzumerken, dass im Rücken keine durchgehende feste Platte montiert ist und so der Grad der Beladung am Rücken leicht gespürt werden kann.

# Angenehm: Im Rahmen unserer Testfahrten haben wir den Adidas Terrex Trail Cross sowohl als gut nutzbar, als auch als gut sitzend und komfortabel empfunden.

Dennoch ist der Komfort des Rucksacks insgesamt als sehr gut zu bezeichnen – auch, da die Polsterung des Hüftgurtes ganze Arbeit leistet und dazu beiträgt, dass selbst bei voller Beladung der Rucksack nicht negativ zu spüren ist.

# Wenn es schnell bergab geht, bleibt alles dort, wo es hin gehört - die breiten Hüft- und Schultergurte garantieren in Kombination mit der flachen Polsterung und dem steifen Grundaufbau des Rucksacks, dass im Downhill alles an seinem Platz bleibt

Und die Belüftung? Die flache Polsterung am Rücken hatte in der Hand angedeutet, dass eventuell die Belüftung eingeschränkt sein könnte. Dank der schlanken Bauweise und der offenporigen Konstruktionen von Rückenteil und Gurten ist die Belüftung jedoch insgesamt sehr gut. Der Rucksack wird stets von ausreichend viel kalter Luft erreicht und kommt nur dann an seine Grenzen, wenn er prall gefüllt ist oder sehr warme Bedingungen vorliegen.

Fazit

Der Adidas Terrex Trail Cross ist ein sehr gut nutzbarer Rucksack für Mountainbiker, die ein leichtes und hochwertiges Produkt suchen und keinen Rückenprotektor brauchen. Was wir uns wünschen würden, wären eine verbesserte Helmhalterung und ein paar Reflektoren für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Preisvergleich Adidas Terrex Trail Cross


Weitere Informationen

Adidas Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Gestreifter Quereinsteiger: Adidas Terrex Trail Cross Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Packmeister für Touren: Vaude Bike Alpin 25+5 Rucksack im Test

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Wenn das Wetter unvorhersehbar ist oder die geplante Tour lang, sind Rucksäcke wie der Vaude Bike Alpin am Zug: Mit 25 + 5l Volumen bietet er genügend Raum, um für die meisten Eventualitäten gerüstet zu sein. Wir haben im Test geprüft, wie es um Belüftung, Tragekomfort und Praxiseignung des großen Rucksacks aus Deutschland bestellt ist.

# Der Vaude Bike Alpin Rucksack bietet bis zu 30l Volumen - so sollte er ein belastungsfähiger Begleiter für lange Touren sein

Test Vaude Bike Alpin Rucksack

Kurz & Knapp

Wenn 25 Liter Packvolumen nicht genügen, kann man den Vaude Bike Alpine Rucksack nochmals um 5l erweitern – so stehen insgesamt 30l Volumen für ausgedehnte Touren zur Verfügung. Zum Preis von genau 100 € liefert Vaude einen tourenorientierten Rucksack, der in diesem Vergleich als direkter Konkurrent zum Evoc Explorer mit identischem Volumen steht. Bis auf eine Trinkblase ist in diesem Preis alles enthalten, was zur Ausstattung eines Tourenrucksacks gehört. Vaude bietet nur eine Größe des Rucksacks an, gestaltet jedoch das Rückenteil so, dass es in der Länge eingestellt werden kann. Dazu gibt es vier auffällige und weniger auffällige Farben und die Garantie, dass hier ein umweltfreundliches Produkt aus nachhaltigen Materialien und ressourcen-schonender Herstellung angeboten wird.

# Drei knallige Farben (und schwarz) bietet Vaude für den Bike Alpin an
# Der Rucksack ist Green Shape zertifiziert und erfüllt die Kriterien einer bluesign-Zertifizierung - Vaude setzt so verstärkt auf nachhaltige Materialien und Umweltschutz bei der Herstellung

Vom Hersteller wird der Rucksack wie folgt beschrieben:

Über alle Berge. Der Bike-Rucksack mit umfangreicher Grundausstattung wird besonders umweltschonend aus bluesign® zertifiziertem Hauptmaterial hergestellt und bietet alles für die Königsdisziplin Alpencross. Für perfekten Sitz und gute Belüftung sorgen die F.L.A.S.H. Schulterträger-Längenverstellung, der Aeroflex-Netzrücken sowie der ergonomisch geformte und luftdurchlässige Hüftgurt. Die 25 Liter Volumen sind zur besseren Übersicht in ein großes Hauptfach, ein Frontfach mit Organizer-Netztaschen und ein separates Bodenfach unterteilt. Bei Bedarf kann das Packvolumen über einen Reißverschluss um 5 Liter erweitert werden.

Technische Daten

 Vaude Bike Alpin 25+5
Volumen30l
Gewicht1.175 g
Abmessungen (LxBxH)25 x 30 x 52 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)100 €
Farbenblack, grasshopper, indian red, hydro blue
MaterialHauptstoff: 100% Polyamid; 210 D HT Maxi Ripstop Polyurethane coated; Rückenteil: 100% Polyester; 600 D Polyurethane coated; Futter: 100% Polyamid (Nylon); 200 D Polyurethane coated; Regenhülle - Aussenseite: 100% Polyamid; Beschichtung: 100% Polyurethan

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängeja (vier Stufen)
Kompressionsriemenja, 4x seitlich + Volumenerweiterung
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektornein
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachja
Kartenfachja
Regenhülleja, integriert
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Mit Initiativen wie Green Shape oder einer bluesign-Zertifizierung hat Vaude sich stark in Richtung Nachhaltigkeit ausgerichtet. Der deutsche Hersteller garantiert, dass die Produkte aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden und dabei auf die Schonung von Ressourcen geachtet wird. Gleichzeitig sind die Produkte bluesign-zertifiziert und erfüllen so hohe Ansprüche an z.B. die Umweltverträglichkeit der verwendeten Farbstoffe. bluesign® ist der weltweit strengste Standard für Umweltschutz, Verbraucherschutz und Arbeitsschutz.

Der Vaude Bike Alpine (25 + 5l) Rucksack erhält vom Hersteller die Green Shape Auszeichnung und platziert sich als großer Rucksack mit Volumenerweiterung. Von der Konstruktion her baut er relativ kurz und schlank – dafür mehr in die Tiefe.

Beladung & Sortierung

Das voluminöse Hauptfach wird im Inneren durch einen Reißverschluss in einen oberen und einen unteren Teil getrennt, wobei die Volumenverhältnisse etwa 3/4 zu 1/4 ausmachen. Das untere Fach ist so auch bei einem voll beladenen Rucksack zugänglich und kann schwere Dinge so aufnehmen, dass sie ideal durch den Hüftgurt abgestützt werden können sollten.

# Das Hauptfach ist groß, nimmt die Trinkblase direkt mit auf und kann mit einem Reißverschluss unterteilt werden

Die Trinkblase findet direkt im Hauptfach in einer separaten Tasche ihren Platz. Der Ausgang oben am Rücken ist relativ groß gestaltet und stellt so beim Einfädeln keine Schwierigkeiten bereit. Die Führung des Trinkschlauchs entlang des Schultergurtes ist dann entsprechend problemlos gestaltet und ein Clip am Brustgurt soll dafür sorgen, dass das lose Ende nicht unnötig durch die Gegend schlackern kann.

Um das große Volumen bei geringer Beladung in den Griff zu kriegen, verbaut Vaude vier Kompressionsgurte. Außerdem sind 5l des Volumens nur dann verfügbar, wenn die Volumenerweiterung im oberen Teil des Rucksacks durch einen Reißverschluss freigegeben worden ist. In diesem Bereich wirken auch die Gurte, während sie auf den unteren Teil kaum Einfluss haben und hier nicht komprimierend wirken.

Neben dem großen, unterteilten Hauptfach bietet der Vaude Bike Alpin ein Werkzeugfach mit vier großen Fächern und ein Querfach oben für den Geldbeutel. Dieses ist jedoch nicht gepolstert und daher nur eingeschränkt für Brille oder Handy zu empfehlen. Ein Fach für den schnellen Zugriff auf Inhalte von außen bietet der Rucksack hingegen nicht. Stattdessen gibt es seitlich zwei flexible, aus dünnem Stoff gefertigte Taschen, in denen Riegel oder Handschuhe ihren Platz finden.

# Das Werkzeugfach ist sauber aufgeräumt - hier müssen jedoch auch der Geldbeutel und das Handy Platz finden - eine gepolsterte Tasche für die Brille ist nicht vorhanden

Clever gelöst ist die Helmhalterung am Vaude Bike Alpin: Um wenig zusätzliches Material zu verbauen und die Halterung sauber zu integrieren, verbaut Vaude zwei kleine Clips an den Rändern der Vorderseite des Rucksacks. Sie klemmen die Kinnriemen des Helms ein und können so theoretisch sowohl Halbschalenhelme als auch Vollvisierhelme aufnehmen. Aufgrund des Gewichts sind letztere jedoch nicht zu empfehlen, da sie nicht zuverlässig gehalten werden und stark hin- und herbaumeln können. Bei Verwendung einer Halbschale ist das weniger ein Problem – ganz so fest wie bei anderen Rucksäcken sitzt der Kopfschutz jedoch nicht am Rücken.

Für Karten und weitere Dokumente bietet Vaude kein separates Fach, diese können jedoch beim Geldbeutel im Werkzeugfach untergebracht werden. Darüber hinaus findet sich rechts am Hüftgurt eine große Tasche – das waren die Optionen zur Unterbringung von Ausrüstung und Proviant im und am Bike Alpin.

# Entspannt beim Packtest: Die Volumenerweiterung haben wir nicht nutzen müssen, um unseren Testinhalt in den Bike Alpin zu bekommen
# Hier würde sich noch einiges mehr unterbringen lassen - ideal für alle, die große Touren planen

In unserem Packtest hat der Vaude Bike Alpin problemlos alles geschluckt, was wir als Standardbefüllung mit auf den Trail nehmen wollten. Hier wäre noch sehr viel Platz für diverse andere Ausrüstungsgegenstände gewesen. Sehr gut. Sollte das Wetter schlecht werden, kann aus dem Bodenfach des Rucksacks die integrierte Regenhülle ausgefaltet werden. Diese ist groß geschnitten und deckt auch den Rucksack mit ausgeklappter Volumenerweiterung ab.

# Die Regenhülle in auffälliger Farbe ist direkt integriert und groß genug, um den prall gefüllten Rucksack zu umschließen

Qualitativ macht der Vaude Bike Alpin einen guten Eindruck. Die Materialien fassen sich gut an, die Einzelteile sind sauber vernäht und die Reißverschlüsse sind mit kleinen, gummierten Enden versehen und so auch dann noch sicher zu bedienen, wenn Handschuhe getragen werden. Hier gibt es allerdings auch noch größere Lösungen, die wir im direkten Vergleich vorziehen würden.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Während für den Bike Alpin nur eine Größe angeboten wird, kann die Rückenlänge in vier Schritten von S bis XL eingestellt werden. Bei der Anpassung ändert sich die Länge der Schultergurte oben am Rucksack, so dass auch bei großen Personen der Rucksack nicht zu hoch auf den Rücken und in den Nacken wandert. Wie die Anpassung vorzunehmen ist, beschreibt Vaude in einer beiliegenden Anleitung.

# Das Tragesystem des Vaude Bike Alpin ist vielfältig einstellbar

Das Rückensystem hört auf den Namen Aeroflex F.L.A.S.H. und unterscheidet sich deutlich von den meisten anderen Rucksäcken. Die Schultergurte sind innen mit Mesh-Stoff ausgekleidet und verfügen über einen perforierten Kern, der sie relativ flexibel macht. Kleine Bändchen sorgen dafür, dass an den einstellbaren Gurten überstehende Enden sauber aufgeräumt sind.

# Die Hüftgurte sind breit angesetzt und ein Metallgestänge sorgt dafür, dass immer genug Abstand zum Rucksack bleibt
# In der Länge einstellbar und mit gesichertem Abstand: Die Belüftung des Vaude Bike Alpin sollte gut sein - wie gut haben wir im Test überprüft
# Praktisch: Die Rückenträger werden nach oben hin länger - so bleibt im Nacken genügend Bewegungsraum

Die Besonderheit des Rückensystems befindet sich jedoch direkt hinter dem Rücken des Fahrers. Hier befindet sich zunächst eine gespannte Lage Netzstoff, an der direkt die Hüftgurte breit angeflanscht sind. Dahinter setzt Vaude auf ein durchgewölbtes Metallgestänge, dass den Inhalt des Rucksacks auf Abstand hält. So soll auch bei voller Beladung die Belüftung des Rückens sicher gestellt sein. Der breit angreifende Hüftgurt ist nicht elastisch ausgeführt und vorne mit einer breiten Schnalle verschlossen. So soll die mögliche große Last sicher aufgenommen werden können.

# Die Schultergurte könnten besser vorgeformt sein - so stehen sie ab und sitzen nicht ideal. Durch den sehr guten Hüftgurt werden sie allerdings stark entlastet

Zur Anpassung an den Rücken ist nicht nur die Länge der Rückenträger, sondern die aller Gurte einstellbar.

Sicherheitsausstattung

Bei der Sicherheitsausstattung integriert Vaude fast alle Details, die wir an einem aktuellen Tourenrucksack erwarten würden. So ist ein Clip für ein Rücklicht ebenso vorhanden wie Reflektoren. Hervorzuheben ist, dass Vaude auch seitlich am Rucksack Reflektoren platziert und so in realen Verkehrssituationen zusätzliche Sicherheit schafft.

Lediglich eine Pfeife am Brustgurt findet sich nicht in der Ausstattungsliste – diese kann jedoch hilfreich sein, wenn unterwegs mit den etwas entfernt fahrenden Kollegen kommuniziert werden soll.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wo immer Kompromisse gemacht werden müssen, können Licht und Schatten nah beieinander liegen. So zeigt sich die Belüftung am Vaude Bike Alpin zwar als sehr gut, doch der Halt des Rucksacks im Rücken ist nur unzureichend sichergestellt. Die positive Nachricht ist, dass der Hüftgurt die Last an sich sehr gut trägt und die Belastung der Schultern gering ausfällt – der Tragekomfort kann überzeugen. Hinzu kommt, dass die Belüftung sehr gut ist. Auch bei voller Beladung ist stets genügend Abstand sichergestellt und die Wärme kann durch die metallverstärkte Wölbung sicher abgeführt werden.

# Bergauf kann die Belüftung des Vaude voll überzeugen - auch bei voller Beladung bleibt genug Abstand zum Rücken und so die Ventilation sicher gestellt
# Bergab dreht sich das Blatt: Hier wird die Masse zu wenig am Rückenteil fixiert und schlackert hin und her

Das Problem ist, dass bei harter Gangart der Rucksack den Inhalt nicht fest genug halten kann und so insbesondere seitlich negativ wahrnehmbare Bewegungen spürbar sind. Während das Rückenteil selbst gut am Rücken hält, schwingt der Rucksack dahinter relativ frei. Das liegt zum einen am großen Volumen und dem dünnen Obermaterial und zum anderen an den nicht ideal platzierten Kompressionsgurten – sie wirken nicht auf den unteren Teil des Rucksacks, weshalb so nicht wirkungsvoll fixiert werden kann.

# Das kostet bergab Konzentration und Spaß

So wandert der Rucksack im Downhill hin und her und qualifiziert sich eher für Touren-Biker in moderatem Gelände. Wer trotz großem Rucksack schwere Strecken in Angriff nehmen will, wird mit der gebotenen Leistung nicht ganz zufrieden sein.

# Wir empfehlen den Vaude Bike Alpin also klar für entspannte Touren und nicht für technisch anspruchsvolles Geläuf

Fazit

Mit seinem anpassbaren, vorgeformten Tragesystem bietet der Vaude Bike Alpin bei großer Beladung eine sehr gute Belüftung. Im Gegenzug kann der Halt am Rücken jedoch nicht ganz überzeugen – in ruppigem Gelände wandert der Rucksack auf dem Rücken und der Inhalt wird nur unzureichend fixiert. Je nachdem, wie die üblichen Touren aussehen, kann das zum Problem werden – Belüftung und Tragekomfort sind allerdings sehr gut.

Preisvergleich Vaude Bike Alpin


Weitere Informationen

Vaude Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Packmeister für Touren: Vaude Bike Alpin 25+5 Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Groß, flach und gut? Evoc Explorer 30l Rucksack im Test

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Mountainbike-Rucksäcke von Evoc haben sich vor allem mit den integrierten Rückenprotektoren einen Namen gemacht. Dass es auch ohne geht und man auch bei Evoc viel Packvolumen mit einer guten Belüftung kombinieren kann, soll der Tourenrucksack Evoc Explorer beweisen. Mit 30l Volumen.

# Mit einem Volumen von 30l ist der Evoc Explorer der größte Rucksack im Programm des Rucksackherstellers - im Test habe wir überprüft, wie sich der große Tourenrucksack in der Praxis schlägt

Test Evoc Explorer 30l Rucksack

Kurz & Knapp

Insgesamt 30 Liter Volumen sollen in den Evoc Explorer Rucksack passen. Damit soll der umfassend ausgestattete Rucksack bereit sein – auch für lange Touren. Bis auf eine Trinkblase ist zum Preis von 140 € die Ausstattung komplett. Evoc bietet den Explorer in einer Größe an, bei den Farben kann zwischen dem hier abgebildeten “ruby” und der Farbe “black-mud” gewählt werden.

# Der Evoc Roamer 30l Rucksack ist in zwei Farben verfügbar
# Trotz des großen Packvolumens will Evoc sicher gestellt haben, dass der Rucksack so gut am Rücken anliegt, dass er auch im Downhill gefahren werden kann

Vom Hersteller wird der Rucksack wie folgt beschrieben:

“Multifunktioneller, technischer Tourenrucksack für Mehrtagestouren mit viel gut organisiertem Stauraum. Die bewegungsneutrale Gewichtsverteilung und großflächige Rückenbelüftung sorgen für maximalen Tragekomfort und machen ihn zum perfekten Begleiter für längere Einsätze auf dem Berg.”

Technische Daten

 Evoc Explorer
Volumen30l
Gewicht1.250 g
Abmessungen (LxBxH)21 x 28 x 54 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)140 €
Farbenruby, black-mud
MaterialNylon 210/D Ripstop PU coated, P600/D PU coated, 3D Air Mesh, Air Mesh, Atilon PE-Foam

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch, mit Pfeife
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemenja, 4x seitlich
Helmhalterungja, Fullface / Halbschale separat
Rückenprotektornein
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachja
Kartenfachja
Regenhülleja, integriert
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Der Evoc Explorer Rucksack hat zwar keinen Rückenprotektor, dafür dem Namen nach aber ein besonders großes Volumen. Er ist vom Aufbau her dem im letzten Sommer getesteten Evoc Roamer 22l sehr ähnlich, bietet jedoch nochmals deutlich mehr Volumen. Davon abgesehen soll der Rucksack mit einer geschickten Fächereinteilung einer hochwertigen Verarbeitung dafür sorgen, dass auf dem Trail beim Erkunden der Spaß überwiegt und alles mit am Mann ist, was unterwegs benötigt wird.

Beladung & Sortierung

Der Explorer ist der größte Rucksack, den man im Hause Evoc kaufen kann und vom Volumen her ist er genau so groß wie der ebenfalls im Testfeld befindliche Vaude Bike Alpin. Diese Rucksäcke mit 30 l Volumen eignen sich auch für längere Touren – zumindest so lange kein Zelt oder Schlafsack mitgenommen werden muss. An Ausrüstung und Klamotten sollten sie es in jedem Fall nicht fehlen lassen.

Evoc-typisch baut auch der Explorer sehr lang und relativ breit. So bleibt er trotz des großen Volumens vergleichsweise flach, was sich auf dem Trail positiv bemerkbar machen sollte. Beim Packen kann diese Konstruktionsweise jedoch negativ sein – ein Punkt, auf den wir besonders geachtet haben.

# Das Hauptfach kann auf ganzer Länge aufgeklappt werden. So ist der Rucksack einfach zu beladen - durch einen Kordelzug kann das Hauptfach in zwei Teile getrennt werden, so dass das Volumen besser nutzbar ist

Das Hauptfach des Rucksacks ist durch einen Kordelzug in einen oberen und einen unteren Teil unterteilt. So kann das Volumen sinnvoll genutzt und z.B. Wäsche in frische und gebrauchte getrennt werden. Beide entstehenden Fächer sind über Reißverschlüsse an der Ober- beziehungsweise Unterseite gut zugänglich und können voll geöffnet werden, so dass einfach auf den Inhalt zugegriffen werden kann.

# Praktisch auf Touren - die Trennung des Hauptfachs in zwei Bereiche...
# ... wobei der untere Bereich auch durch eine separate Öffnung zugänglich ist

Im oberen Teil des Rucksacks findet sich außerdem eine Netztasche für den Geldbeutel und Schlüssel. Sie ist über einen separaten Reißverschluss abgetrennt und so vor spontanen Zugriffen von außen sicher geschützt. Sollte das Hauptfach leer sein, bietet Evoc vier Kompressionsgurte an, mit denen der Rucksack soweit als möglich komprimiert werden kann. So soll der Rucksack in jedem Fall flach am Rücken liegen und der Inhalt sicher fixiert sein.

# Wenn der Rucksack nicht voll gefüllt ist, kann über die vier Spanngurte an den Seiten das Volumen reduziert werden - so soll zu jeder Zeit alles fest am Rücken sitzen

Für die Trinkblase stellt Evoc ein separates Fach zur Verfügung, in dem sich auch ein Haken zur Befestigung der Blase befindet. Der Schlauchausgang ist oben mittig platziert und die Führung die Schultergurte entlang erfolgt sauber und aufgeräumt – inklusive Clip auf Höhe des Brustgurtes um ein Herumbaumeln zu verhindern.

Bei der Helmhalterung geht Evoc eigene Wege und rüstet auch den Tourenrucksack Explorer mit einer speziellen Halterung für Vollvisierhelme aus. Sie befindet sich oben am vorderen Fach unter einer kleinen Lasche und nimmt mit zwei Gurten direkt den Kinnbügel auf. Zusätzlich gibt es an der Unterseite des Rucksacks nochmals ein Netz zum Ausziehen, das sich eignet, um gewöhnliche Halbschalenhelme sicher am Rucksack anzubringen. So gerüstet ist man für jeden Fall vorgesorgt – die Halterungen funktionieren einfach und effizient und kleine Piktogramme im Inneren des Rucksacks zeigen jeweils schematisch, wie die Halterung zu benutzen ist. Positiv ist außerdem, dass beide Halterungen vollkommen unabhängig vom Befüllungsgrad des Rucksacks funktionieren.

# Die Helmhalterung führt Evoc einmal für Fullface-Helme und einmal für Halbschalen-Helme aus
# In beiden Fällen ist die Funktionsweise in kleinen Piktogrammen dargestellt

Weiter geht es mit den Fächern. Auf der Vorderseite oben platziert Evoc wie gewohnt ein weich gefüttertes Brillenfach inklusive kleinen Netztaschen auf der Innenseite. Auf der Vorderseite findet sich voll ausklappbar ein Werkzeugfach, in dem sauber sortiert ein großes Fach, drei kurze Einsteckfächer und zwei weitere Taschen auf Werkzeug, Schlauch und Pumpe warten. Hier ist alles übersichtlich aufgeräumt, allerdings nicht gegen ein unbeabsichtigtes Herausfallen gesichert, sollte der Rucksack bei geöffnetem Fach umkippen oder hochgehoben werden.

# Sauber sortiert und übersichtlich: Das Werkzeugfach am Evoc Explorer

Ganz vorne auf dem Rucksack befindet sich farblich über den Reißverschluss markiert ein flaches Kartenfach. Zusätzlich verfügt der Rucksack seitlich über Taschen mit Reißverschluss, in denen weiteres Werkzeug oder auch eine GoPro Platz finden. Auf dem Hüftgurt gibt es eine weitere Tasche, die allerdings relativ klein ausfällt und nur für Schlüssel oder ein Mini-Tool geeignet ist.

In unserem Packtest hat der Evoc Explorer so keinerlei Probleme. Die vorgegebene Füllung kann ihn nicht annähernd an seine Grenzen bringen (siehe Bilder) und lässt noch Raum für diverse Zusatzausstattungen. So könnte hier neben reichlich Proviant problemlos auch noch eine Garnitur Wechselklamotten mit auf Tour gehen oder ein Hüttenschlafsack seinen Platz finden.

# Entspannt beim Beladungstest - der Evoc Explorer ist mit der gezeigten Ausstattung noch lange nicht am Ende seiner Kapazitäten angekommen und könnte noch einiges mehr schlucken
# Dank der Spanngurte kann so auch der nur teilweise gefüllte Rucksack gut komprimiert werden

Im Boden des Rucksacks befindet sich eine Regenhülle, so dass bei schlechtem Wetter der Rucksack und sein Inhalt vor Wasser und Matsch geschützt werden können. Im Sinne einer besseren Reinigungsmöglichkeit ist der Regenschutz abnehmbar. Angefangen mit den kleinen Piktogrammen zur Erklärung der Funktionen über die groß gummierten Enden der Reißverschlüsse und das Nahtbild des Rucksacks hinterlässt der Explorer einen qualitativ sehr guten Eindruck – der bei diesem Preis auch erwartet werden darf.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Das Tragesystem des Evoc Explorer muss einerseits mit dem großen Volumen und dementsprechend hohem Gewicht zurechtkommen und soll gleichzeitig eine bestmögliche Belüftung des Rückens ermöglichen. Um diesen Spagat zu ermöglichen, setzt Evoc auf relativ breite Schultergurte, die stark vorgeformt sind und so ergonomisch punkten können sollen. Die Gurte sind aus Neopren gefertigt und in einen weichen Mesh-Stoff eingeschlagen; eine umfangreiche Perforierung in Querrichtung soll für eine gute Wärmeabführung sorgen. Bändchen an den Gurten sorgen dafür, dass die überstehenden Enden nicht frei rumflattern können und alles sauber verstaut ist.

# Das Rückenteil besteht aus gerillten und gelochten Polstern aus EVA Schaum, zwischen denen große Kanäle Wärme abtransportieren sollen - ein Netzstoff über den Polstern soll dabei sicherstellen, dass der Rucksack dennoch gut am Rücken hält

Das Rückenteil des Evoc Explorer hat das Team aus München “Air Flow Contact System” genannt. Der Anspruch: Lasten möglichst zentral auf den Körperschwerpunkt umzulagern und gleichzeitig die Kontaktfläche zum Rücken und den Schultern zu minimieren. Große Kanäle und speziell gefräste und perforierte EVA Pads hinter Mash-Gewebe sollen das ermöglichen. Gegenüber dem 22l Modell zeigt das Rückenteil beim Explorer nochmals größere Abstände zwischen den Polstern (EVA Pads) und verspricht so eine etwas bessere Zirkulation der Luft. Gleichzeitig soll das offenporige Mesh-Material für einen entsprechend guten Kontakt des Rucksacks zum Rücken sorgen – ohne Wärme und Feuchtigkeit aufzustauen.

Alle verbauten Gurte sind in der Weite verstellbar, wobei der elastische Brustgurt auch in der Höhe einstellbar ausgeführt ist. Der Hüftgurt ist breit am Rücken angeschlagen und ebenfalls mit einem Mesh-Stoff gepolstert. Vorne wird er durch einen breiten Gurt mit großer Schnalle verschlossen und ist zugunsten einer starken Fixierung des Inhaltes nicht flexibel ausgeführt.

Die Rückenlänge ist beim Evoc Explorer fix, so dass nur eine Größe angeboten wird. Aufgrund der großen Länge von 54 cm empfehlen wir den Rucksack daher nur für Personen über 1,70 m Körpergröße – bei allen anderen kann es dazu kommen, dass der Rucksack zu tief am Rücken oder zu hoch im Nacken sitzt und eine optimale Passform trotz der weit einstellbaren Gurte nicht gefunden werden kann.

Sicherheitsausstattung

Als Tourenrucksack konzipiert bietet der Evoc keinen Rückenprotektor – dieser ist auch nicht nachrüstbar. Somit reduziert sich die Sicherheitsausstattung auf eine Lasche für ein Rücklicht, Reflektoren für den Straßenverkehr und eine Pfeife, die in den Verschluss des Brustgurtes integriert ist.

Diese Ausstattung ist bei Mountainbike-Rucksäcken Standard und lässt soweit nichts vermissen, was wir an einem Touren-Rucksack erwarten würden.

# Quasi leer: Mit einer leichten Füllung für Shuttle-Runs wirkt der Explorer so als ob etwas fehl am Platz wäre - wenn jedoch die Kameraausrüstung eingeladen wird, freut man sich über das zusätzliche Volumen

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wie schlägt sich der Evoc Explorer Rucksack, wenn es mit dem Mountainbike auf Touren geht? Das Tragesystem sorgt dafür, dass der Rucksack eng am Rücken anliegt und auch bei voller Beladung mit schwerer Kameraausrüstung bequem zu tragen ist. Durch den steifen Aufbau des Rucksacks und die Kompressionsgurte liegt das Gewicht gefühlt nah am Rücken an und kann sich nicht relativ zum Rückenteil bewegen. Dieser Vorteil ist zwar an sich sehr angenehm, wird aber auch mit einer nur guten Belüftung erkauft. Auf langen Rampen kann es so doch mehr als nur angenehm warm am Rücken werden.

# Vollgas bergab mit dem Evoc Explorer - Test-Chef Maxi Dickerhoff lässt es auf dem Tschilli-Trail stauben

Das die Belüftung dennoch gut funktioniert, wird durch die relativ steife Rückenplatte im Inneren des Rucksacks ermöglicht. Sie stellt sicher, dass die Kanäle zwischen den Pads am Rücken frei bleiben und die Belüftung auch bei voller Beladung gewährleistet ist.

# Definitiv tourentauglich - in Naturns haben wir auf mehrstündigen Touren geprüft, wie sich die Belüftung bei Beladung schlägt. Das Ergebnis ist insgesamt gut, auch wenn der eng anliegende Rücken mit flacher Polsterung einen Kompromiss darstellt

Den Spagat zwischen enger Passform für eine effektive Fixierung der Massen auf der einen und guter Belüftung auf der anderen Seite ist bei Evoc in Richtung der Fixierung entschieden worden. So bleibt der Rucksack auch im Downhill dort, wo er hingehört. Selbst wenn mit voller Beladung steile Steinfelder in Angriff genommen werden oder zwischen Anliegern das Bike herumgeworfen wird, sind kaum Relativbewegungen des Rucksacks wahrnehmbar. Das ist sehr angenehm und qualifiziert den Evoc Explorer für echte Mountainbike-Touren, auf denen nicht an Trails gespart wird.

Fazit

Wer einen geräumigen Rucksack sucht, der auch bei voller Beladung ruhig am Rücken sitzt und über eine gute Belüftung verfügt, der sollte sich den Evoc Explorer genauer anschauen. Mit 30l Volumen bietet er nicht nur genügend Raum für die meisten Mountainbike-Touren, sondern verfügt auch über ein gelungenes Tragesystem, das sicheren Halt mit guter Belüftung kombiniert.


Preisvergleich Evoc Explorer

Weitere Informationen

Evoc Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

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Flexibler Wegbegleiter: Vaude Moab 20l Rucksack im Test

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Auf der letzten Eurobike ist beim deutschen Bekleidungshersteller Vaude der Vaude Moab Mountainbike Rucksack neu vorgestellt worden. In frischen Farben und mit einem weiterentwickelten Tragesystem soll der in verschiedenen Größen verfügbare Rucksack immer dann überzeugen, wenn der Mountainbiker auf den Trail geht. Wir haben die Version mit 20l Packvolumen zum Test angefordert und in der Praxis überprüft, ob der Rucksack einen so geschichtsträchtigen Namen zu Recht trägt.

# Der Vaude Moab ist auf der letzten Eurobike neu vorgestellt worden und soll mit 20l Packvolumen ein kompetenter Begleiter für Mountainbike-Touren sein

Test Vaude Moab Rucksack

Kurz & Knapp

Der Vaude Moab ist ein Mountainbike Rucksack mit 20 Liter Volumen. So gerüstet soll er auf Touren aller Art überzeugen und mit robustem Aufbau und gutem Tragesystem dafür sorgen, dass die Ladung dort bleibt, wo sie hingehört. Mit Ausnahme einer Trinkblase ist der Rucksack zum Preis von 110 € voll ausgestattet. Vaude bietet den Moab in den Größen 12, 16 und 20l an und bei den Farben kann zwischen schwarz, grasshopper und hydro blue gewählt werden. Unser Testmodell erstrahlt in dem letztgenannten, frischen Blauton. Im Sinne der Vaude Markenphilosophie ist der Rucksack unter Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zertifiziert.

# Diverse Gurte sorgen dafür, dass sich das Volumen des Rucksacks gut nutzen lässt und unter Umständen auch sehr gut komprimiert werden kann
# Tourenrucksäcke müssen einen Spagat meistern - wir erwarten zu gleichen Teilen gute Belüftung und sicheren Sitz am Rücken

Vom Hersteller wird der Rucksack wie folgt beschrieben:

Umweltfreundlicher Trailexperte. Der voll ausgestattete All Mountain-Rucksack sitzt dank Körperkontakt-Rückensystems und ergonomisch geformter Hüft- und Schultergurte eng am Rücken und bietet abfahrtsbegeisterten Mountainbikern Fahrspaß pur. Das große Hauptfach mit Organizertasche und integriertem Kartenfach kann weit aufgeklappt werden und sorgt für reichlich Übersicht. Das Frontfach eignet sich für die Unterbringung von Sonnenbrille, Pumpe und elektronischen Begleitern; Dein Werkzeug und Notfallset kann für den schnellen Zugriff im gut unterteilten Fach am Boden verstaut werden. Die seitlichen Gurte zur Schonerfixierung dienen gleichzeitig als Kompression; praktische Details wie der Trinksystemausgang, Regenhülle und eine großzügige Helmhalterung machen die Ausstattung komplett. Und noch ein Extra – den 20 Liter Bikerucksack gibt’s mit VAUDE Umweltbonus: Das Hauptmaterial wird nach dem strengen Ökostandard bluesign® hergestellt.

Technische Daten

 Vaude Moab
Volumen20l
Gewicht1.130 g
Abmessungen (LxBxH)20 x 29 x 52 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)110 €
Farbenblack, grasshopper, hydro blue
MaterialHauptstoff: 100% Polyamid; 210 D HT Maxi Ripstop Polyurethane coated; Rückenteil: 100% Polyester; 600 D Polyurethane coated; Futter: 100% Polyamid (Nylon); 200 D Polyurethane coated; Regenhülle - Aussenseite: 100% Polyamid; Beschichtung: 100% Polyurethan

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemenja, 4x seitlich + Volumenerweiterung
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektornein
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachja
Kartenfachja
Regenhülleja, integriert
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Vaude hat sich am Markt als Anbieter von umweltbewusst hergestellten Produkten platziert. Unter dem Label “Green Shape” garantiert der Hersteller, dass nachhaltige Materialien in einer ressourcen-schonenden Herstellung verwendet worden sein sollen. So wird beispielsweise für das Hauptmaterial des getesteten Rucksacks ein Material verwendet, nach dem Ökostandard bluesign hergestellt worden ist. bluesign® ist ein weltweit gültiger, strenger Standard für Umweltschutz, Verbraucherschutz und Arbeitsschutz. Mit “bluesign® approved fabric” werden Produkte gekennzeichnet, die mindestens zu 90 % aus bluesign® zertifizierten Materialien bestehen.

Der Vaude Moab ist ein mittelgroßer Rucksack auch für ausgedehnte Mountainbike Touren. Ähnlich dem Evoc Explorer baut er relativ hoch und breit und bleibt so trotz des Volumens relativ flach – immerhin 20l stehen für verschiedene Zwecke zur Verfügung.

Beladung & Sortierung

Das große Hauptfach des Moab ist zur besseren Sortierung der Beladung nochmals unterteilt. So findet sich vorne auf der Innenseite nochmals ein keines Fach, das mit einem Klettverschluss gesichert ist und beispielsweise eine Karte aufnehmen kann. Das Hauptfach selbst ist vollständig aufklappbar und kann so gut beladen werden. Ebenso gut gelingt der Zugriff unterwegs, wenn man etwas im Rucksack suchen muss. Mit offenen Verschlüssen sollte man jedoch nicht fahren, wenn man nicht den gesamten Inhalt auf dem Trail verstreuen will (das gilt selbstverständlich für die meisten anderen Rucksäcke im Test auch).

# Das Hauptfach lässt sich vollständig aufklappen und nimmt direkt die Trinkblase mit auf - an der Vorderseite befindet sich eine Einschubtasche mit einem Klettverschluss, die z.B. eine Karte verstauen kann. Ein Fach für Geldbeutel oder Brille gibt es nicht.

Die bis zu 3l große Trinkblase findet in einer separaten Tasche im Hauptfach ihren Platz, der Schlauch wird durch eine große Öffnung nach außen geführt und kann an den Schultergurten sauber verzurrt werden. So ist er nicht im Weg und doch immer griffbereit. Das Volumen des Rucksacks ist trotz der im Hauptfach integrierten Trinkblase gut nutzbar.

An der Unterseite des Rucksacks findet sich ein kleines zusätzliches Fach, das beispielsweise für eine Windjacke oder aber auch Pumpe und Schlauch ideal geeignet ist. Mit dem kleinen Volumen ist es sehr übersichtlich und schnell zugänglich – eine sinnvolle Ergänzung zum großen Hauptfach. Man sollte jedoch bedenken, dass der Inhalt so robust sein sollte, dass man den Rucksack problemlos darauf abstellen kann.

# An der Unterseite hat Vaude ein weiteres, gut sortiertes Fach für Kleinzeug platziert

Vorne auf dem Rucksack findet sich ein Werkzeugfach, das in drei Untertaschen unterteilt ist. Diese sind relativ groß, doch lange Gegenstände wie Pumpen müssen lose in das Fach gelegt werden. Hier findet in jedem Fall alles seinen Platz, was in einer mobilen Werkstatt zum Standard gehört. Und auch das ein oder andere Verschleißteil sollte sich unterbringen lassen.

# Das Werkzeugfach ist groß dimensioniert, bietet jedoch nur wenige Taschen und muss auch Geldbeutel und Handy aufnehmen - ein separates, weich gepolstertes Fach für eine Brille ist nicht vorgesehen

Seitlich am Rucksack finden sich flexible Taschen, die einen schnellen Zugriff auf Riegel, Handschuhe oder eine GoPro ermöglichen. In Kombination mit den vier Spanngurten kann einerseits das Volumen reduziert werden, andererseits aber auch ein Paar Knieprotektoren befestigt werden. Im Gegensatz zum Vaude Bike Alpin befinden sich die Spanngurte beim Moab sowohl oben als auch unten und wirken dadurch wesentlich effizienter, wenn das Volumen reduziert und der Inhalt festgehalten werden soll.

Zur Halterung des Helms hat Vaude eine flexible Lösung entwickelt, die sehr gut mit konventionellen Helmen kompatibel ist. Bei der Verwendung von Fullface-Helmen tut sie sich schwer – diese Anwendung ist nur mit Einschränkungen möglich und scheint nicht direkt dafür gedacht. Das entspricht jedoch auch nicht dem Einsatzbereich des Rucksacks.

In unserem Packtest hat sich der Vaude Moab keine Schwächen geleistet. So fehlen ihm zwar ein Fach für die Brille oder eine kleine Netztasche für Handy und Geldbeutel, doch wir haben alle vorgesehenen Ausrüstungsgegenstände ohne Probleme unterbringen können. Etwas Luft wäre noch gewesen – der entsprechende Proviant wäre also auch noch mit auf Tour gekommen.

# Packtest bestanden - im Vaude Moab haben wir wir gewünscht alle Tourenbegleiter untergebracht. Ein wenig Luft ist noch geblieben.
# Die Helmhalterung ist flexibel und groß genug für Halbschalenhelme - für Fullface-Helme ist sie eher schlecht geeignet und nicht wirklich vorgesehen

Von der Verarbeitungsqualität her hinterlässt der Vaude Moab einen guten Eindruck. Das Nahtbild kann überzeugen, die Stoffe sind sauber zugeschnitten und die Details gut umgesetzt. Einzig die Gummi-Enden an den Reißverschlüssen könnten ein kleines bisschen größer sein, damit sie sich leichter mit Handschuhen bedienen lassen. Dass zum Erreichen der Umweltfreundlichkeit in der Herstellung Kompromisse gemacht worden wären, die sich negativ auf die Qualität oder Robustheit auswirken, haben wir nicht wahrnehmen können.

Für schlechtes Wetter hat Vaude eine Regenhülle unten im Rucksack in einem separatem Fach untergebracht. Sie ist groß geschnitten und kann so auch den vollbeladenen Rucksack inklusive Helm umschließen.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Vaude bietet für den Moab eine feste Größe an und auch die Rückenlänge ist fix vorgegeben. Zur individuellen Anpassung des Rucksacks sind alle Gurte in der Länge einstellbar; der elastische Brustgurt auch in der Höhe.

# Das Tragesystem das Vaude Moab soll den Spagat zwischen sicherem Halt einerseits und guter Belüftung andererseits meistern

Die Schultergurte sind ergonomisch vorgeformt und durchgehend ausgestanzt, um unter dem Mesh-Obermaterial eine gute Belüftung sicherzustellen. Die Polsterung ist angenehm dick ausgeführt und dennoch luftig – hier sollte sich ein guter Tragekomfort einstellen. Doch das haben wir später auf dem Trail überprüft.

Das Rückenteil selbst wird dominiert von zwei länglichen, ca. 1,5 cm dicken Mesh-Polstern. Sie bilden einen breiten Kanal über der Wirbelsäule und reduzieren die Auflagefläche des Rucksacks am Rücken auf ein Minium. Die Schulter- und der Hüftgurt wachsen direkt nahtlos aus dieser Struktur heraus und sind breit angeschlagen, so dass eine wirksame Fixierung des Rucksacks möglich wird. Im Inneren des Rückenteils befindet sich eine durchgehende Platte aus Kunststoff. So kann sich der Inhalt nicht bis zum Rücken durchdrücken und der Rucksack ist angenehm steif, Feuchtigkeit kann jedoch auch nur begrenzt abgeleitet werden.

# Das Tragesystem besteht im Prinzip aus zwei Kreisen, die um die Schultern gelegt werden - sowohl die Schultergurte als auch der Hüftgurt wachsen direkt aus dem Rückenpolster heraus und sollen so einen sicheren Halt garantieren

Der breite Hüftgurt wächst wie beschrieben direkt aus der Rückenpolsterung heraus und verfügt über eine seitliche Tasche. In der Mitte ist der Gurt ohne Polster ausgeführt und wird mit einer großen, einfach zu bedienenden Schnalle verschlossen.

Sicherheitsausstattung

Als Tourenrucksack ist der Vaude Moab ohne Rückenprotektor konstruiert, soll jedoch abgesehen davon seinen Beitrag zur Sicherheit des Fahrers / der Fahrerin beitragen. So ist der Rucksack mit einem Clip zur Befestigung eines Rücklichts ausgestattet und verfügt über mehrere Reflektoren zu allen Seiten hin, so dass im Straßenverkehr die Sichtbarkeit erhöht wird.

Im Rückenteil findet sich zudem eine durchgehende Kunststoffplatte, die verhindert, dass sich spitze Gegenstände bis zum Rücken des Fahrers durchdrücken können. Dämpfende Eigenschaften wie ein echter Rückenprotektor hat diese zwar nicht, doch einen Beitrag zur Sicherheit leistet sie in jedem Fall.

Auf eine Pfeife am Brustgurt wie bei verschiedenen anderen Rucksäcken muss beim Vaude Moab verzichtet werden.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wie schlägt sich der Vaude Moab auf dem Trail? Um das zu überprüfen haben wir ihn in Südtirol mit allerlei Kameraausstattung gefüllt und die Berge hoch und runtergescheucht. Dabei hat uns vor allem überzeugt, wie gut die Masse am Rücken zentriert wird. Der breite Hüftgurt nimmt wie gewünscht einen Großteil der Last auf und die Kompressionsriemen sorgen dafür, dass alles dort bleibt, wo es hingehört.

# Bergauf sind wir durchaus zufrieden gewesen - die Belüftung ist insgesamt gut, da sich nur unter den Polstern Wärme staut und ansonsten gut abgeführt werden kann

So wandern der Rucksack und sein Inhalt nicht durch die Gegend und die Fahrt wird nicht gestört. Der Rucksack bleibt sicher dort, wo er hin gehört und die vergleichsweise dicke Polsterung sorgt für sehr guten Tragekomfort. Hier wirkt sich auch aus, dass die Platte im Rückenteil ungewünschte Einflüsse vom Fahrer fern hält.

# Wenn es bergab rüttelig wird helfen die Kompressionsriemen dabei, den Inhalt zu fixieren - so haben wir keine Probleme mit der Abfahrtseignung gehabt und sind nicht von verrutschendem Inhalt gestört werden.

Die Belüftung des Rucksacks fällt überdurchschnittlich gut aus. So staut sich die Wärme zwar unter dem breiten Hüftgurt und entlang der beiden Streifen der Rückenpolsterung, doch die so belegte Fläche ist verglichen mit der frei liegenden Fläche relativ klein. So kann an weiten Teilen des Rückens die entstehende Hitze gut abgeführt werden und die Ventilation kann insgesamt überzeugen.

# Die Balance stimmt - der Vaude Moab vereint gute Belüftung und sicheren Halt in ansprechender Art und Weise

Fazit

Mit dem Vaude Moab präsentiert des Bekleidungslabel aus Tettnang einen durchdachten Rucksack, der den Bedürfnissen von Mountainbikern Rechnung trägt und einerseits viel gut nutzbares Volumen bereit stellt, andererseits jedoch vor allem auf dem Trail mit einer ausgewogenen Balance zwischen sicherem Halt und guter Belüftung punktet. Das Preis/Leistungsverhältnis ist überzeugend.

Preisvergleich Vaude Moab


Weitere Informationen

Vaude Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Flexibler Wegbegleiter: Vaude Moab 20l Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.


Schlank, schlicht, schwarz: POC VPD 2.0 Spine Pack 16 im Test

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Schlicht und schwarz: So lässt sich der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 Rucksack wohl am einfachsten beschreiben. Die Schweden haben seit jeher eine klare Designsprache und so finden sich auf dem Spine Pack 16 außer den drei großen Lettern des Herstellers keine weiteren Auffälligkeiten. Taschen und Spanngurte sind auf den ersten Blick nicht erkennbar – ein deutlicher Unterschied zu den bunten Konkurrenten von Camelbak oder Evoc. Wie gut sich der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 im Test geschlagen hat? Lest es hier.

# Der POC VPD 2.0 Spine Pack Rucksack ist schlicht und schwarz - wir haben uns angeschaut, was im Inneren zu finden ist.
# 16l Volumen müssen reichen, die flache Bauform soll dafür sorgen, dass der Rucksack auch voll beladen eng am Rücken anliegt - ein Rückenprotektor ist integriert und nach EN 1621-2 zertifiziert.

Test POC VPD 2.0 Spine Pack 16 Rucksack

Kurz & knapp

Der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 ist ein Rucksack mit integriertem Rückenprotektor. Gestaltet im gewohnten, reduzierten Design von POC und mit einem nach EN 1621–2 geprüften Rückenprotektor aus dem hauseigenen VPD 2.0 Material soll er Mountainbiker auf kurzen und oder lift-unterstützten Touren glücklich machen. Zum Preis von 175 € liefert POC den Rucksack in einer Größe und einer Farbe – uranium black. Eine Trinkblase ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wer mehr mit auf seine Tour nehmen will, der kann auch eine Ausführung mit 25l Packvolumen bekommen.

# POC bietet für den VPD 2.0 Spine Pack nur eine Größe an und die ist mit 54 cm relativ lang - Redakteur Tobias (auf dem Bild) ist 177 cm groß.
# Breite Schultergurte, relativ schmaler Hüftgurt - wie gut funktioniert das Tragesystem des POC Rucksacks?

Mit den folgenden Worten beschreibt POC den VPD 2.0 Spine Pack 16 auf der Homepage:

A bike backpack with integrated back protection that is tested according to the highest level of the 1621–2 motorcycle standard. The outer material is made of durable fabric and the backside has a heat-molded mud shedding top fabric. The shoulder straps are ergonomically cut with strategically placed seams to ensure that the pack stays in place. The detachable VPD 2.0 back protection offers a high level of protection with extreme shock absorbing properties as well as a unique capability to adapt its shape to your body. Useful and easily accessible compartments for all that might be needed on a bike ride.

Technische Daten

 POC VPD 2.0 Spine Pack 16
Volumen16l
Gewicht1.000 g
Abmessungen (LxBxH)10 x 27 x 54 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)175 €
Farbenuranium black
Materialk.A.

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja, höhenverstellbar
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektorja, integriert, EN 1621-2
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachja
Kartenfachnein
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungnein
Reflektorennein

Praxisnutzen

Schlicht und schwarz haben wir eingangs geschrieben und man könnte ergänzen: schlank. Der POC Rucksack trägt für seine 16l Volumen kaum auf und präsentiert sich im gewohnt minimalistischen Design des schwedischen Bekleidungsherstellers. So spricht dieser Rucksack gerade diejenigen Biker an, die mit grellen und auffälligen Designs nichts anfangen können.

Das flache Design sollte jedoch auch in der Praxis Vorteile haben: Je näher sich das Gewicht am Rücken befindet und je gleichmäßiger es verteilt ist, desto besser gelingt die Abstützung und Fixierung der Masse. Wie das dem langen und breiten POC gelingt, haben wir im Test auf die Probe gestellt.

# Gut beladen und dennoch schlank - die 16l verteilt POC ausgestreckt entlang des Rückens und schafft so die niedrige Bauhöhe

Beladung & Sortierung

Das Hauptfach ist so konzipiert, dass es halb aufgeklappt werden kann und verfügt über einen seitlichen Schutz gegen ungewolltes Herausfallen des Inhalts. Der Rückenprotektor und das Trinksystem finden hinter einer abgetrennten Tasche ihren Platz, die ebenfalls für das Hauptfach zugänglich ist.

# Das Hauptfach kann nur bis zu hälfte aufgeklappt werden und sichert so den Inhalt vor ungewolltem Herausfallen - die Taschen auf der Vorderseite sind für diesen Fall auf Kopf eingenäht, die Bedienung funktioniert also ideal so wie hier gezeigt. Seitlich über dem Hüftgurt befindet sich noch eine weitere, flache Tasche.

Auf dem herunterklappenden Deckel des Hauptfachs sind drei Taschen für Pumpe / Werkzeug, Schlauch und zum Beispiel den Geldbeutel platziert. Dieses sind so ausgerichtet, dass sie einfach bedient werden können, wenn das Fach aufgeklappt ist. Andernfalls stehen sie auf dem Kopf. Ansonsten ist das Hauptfach nicht weiter eingeteilt, 16l Volumen sind groß genug für alles, was man für Bike-Park / Enduro braucht.

Die Führung des Schlauchs für das Trinksystem ist insgesamt eher einfach ausgeführt. So finden sich in der Mitte und unten am Schultergurt zwei elastische Laschen zur Durchführung, praktische Clips fehlen jedoch. Das erschwert das Handling ein wenig. Außerdem mangelt es an Führung oben auf der Schulter, so dass der Trinkschlauch gegen den Hals schlackern kann.

Seitlich am Rucksack befindet sich rechts ein gepolstertes Fach für zum Beispiel das Handy, eine Brille findet hier nicht Platz. Abgesehen davon gibt es keine weiteren Fächer am POC – weder am Hüftgurt noch oben am Rucksack. Ebenfalls verzichten muss man auf Spanngurte unten am Rucksack oder seitlich und auch eine Regenhülle wird nicht mitgeliefert. So soll das Material wetterfest genug sein, wenngleich es entsprechend schwieriger zu reinigen ist, wenn eine Tour im Matsch absolviert worden ist.

# Die Helmhalterung ist ein einem kleinen Fach unten am Rucksack untergebracht und wird an vier Punkten eingehängt

Die Helmhalterung befindet sich vorne unten auf dem Rucksack und kann aus ihrem Fach einfach ausgeklappt werden. Anschließend umschließt sie elastisch den Helm und wird an vier Punkten eingehakt. Leider sind die Ösen relativ klein dimensioniert, so dass die Handhabung etwas erschwert ist.

# Die Ösen für die Haken der Helmhalterung sind für ein unauffälliges Design sehr klein ausgeführt - für eine schnelle und einfache Bedienung leider zu klein. Etwas größer würden sie uns besser gefallen.

Im Packtest schlägt sich der POC gut – er bringt alle vorgegebenen Ausrüstungsgegenstände unter. Anschließend wäre noch etwas Platz vorhanden, doch spürbar größer als die Konkurrenten mit 10 oder 12l Volumen ist er nicht.

# Unsere Testbeladung hat problemlos in den POC gepasst, doch viel Platz ist dann nicht mehr - die Trinkblase im Hauptfach reduziert bereits zu einem guten Stück das Volumen.
# Packt den Fullface: Die Helmhalterung ist elastisch ausgeführt und somit für verschiedenste Helme geeignet
# Gut gefüllt im Packtest - dennoch hätten hier wohl auch noch ein Paar Energieriegel Platz gefunden.

Qualitativ macht der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 einen sehr guten Eindruck. Das Nahtbild ist überzeugend, die Materialien fassen sich hochwertig und robust an und die überstehenden Enden der Gurte sind sauber aufgeräumt. Große Plastikschlaufen sind an den Enden der Reißverschlüsse angebracht, so dass diese auch mit kalten Fingern und Handschuhen problemlos zu bedienen sind. Ob diese Qualitäten den stolzen Preis von 175 € rechtfertigen sei dahin gestellt – doch ein billiger Anbieter ist POC noch nie gewesen.

Rücken, Gurte und Einstellungen

In einer Größe mit fixer Rückenlänge wird der POC VPD 2.0 geliefert. Um den Rucksack an die persönlichen Bedürfnisse anpassen zu können, sind alle Gurte in der Länge und der Hüft- und Brustgurt auch in der Höhe einstellbar. Die Verstellung für den Hüftgurt ist dabei sehr schwergängig, so dass sie sich nicht ungewollt verstellen kann, sobald die Position gefunden ist.

# Der Rücken am POC Spine Pack 16 ist mit sehr flachen Polstern ausgeführt, die mit einer Microfaser-Schicht verschweißt sind - der Hüftgurt ist seitlich verschiebbar angehängt und nicht weiter gepolstert, die Schultergurte sind ergonomisch vorgeformt.

Die Schultergurte sind ergonomisch vorgeformt und relativ schlank. Über der Grundstruktur aus unperforiertem Schaumstoff sind sie mit einer Lage Microfaser bezogen. Der Rücken selbst ist flach gepolstert mit relativ breiten Kanälen, die zum Abtransport der anfallenden Wärme gedacht sind. Hier wird ein engmaschiger Stoff verwendet und über dem Steißbein findet sich ein breites Polster zur Aufnahme der Last. Da die Struktur sehr flach ausfällt, stellt sich die Frage, wie gut so die Zirkulation der Luft noch ausfallen kann. Hier finden wir den bekannten Kompromiss aus Belüftung, Schutz und Tragekomfort wieder.

# Schlank und in der Höhe verstellbar: POC geht beim Hüftgurt seinen eigenen Weg

Der Hüftgurt ist schlank ausgeführt und wird ohne Polsterung gestaltet. Eine breite Schnalle sorgt für den Verschluss vorne, die Angriffspunkte sind seitlich am Rucksack und relativ schmal.

Sicherheitsausstattung

Bei der Sicherheitsausstattung zeigt das reduzierte Design des POC seine Auswirkungen. So finden sich weder Reflektoren noch eine Rücklichtbefestigung oder eine Pfeife am Rucksack. Dafür gibt es mit dem hauseigenen VPD 2.0 Rückenprotektor eine zertifizierte Schutzeinrichtung im Rücken. Das Material soll flexibel anpassbar sein und gleichzeitig schnell einwirkende Schläge stark dämpfen.

# Der Rückenprotektor im POC passt sich durch die Körperwärme an und ist aus mehreren Schaumstofflagen aufgebaut

Wie die Protektoren von z.B. Camelbak und Deuter ist auch der POC Rückenprotektor aus mehreren Lagen eines schaumstoffartigen, zähen Materials gefertigt. Der Vorteil dieser Protektoren ist, dass sie nach einem Sturz wieder die volle Leistungsfähigkeit erhalten. So müssen sie in der Regel (nach einer Überprüfung) nicht ausgetauscht werden und erhalten so längerfristig ihre Wirkung. Protektoren in Box-Bauweise wie beispielsweise von Evoc oder Ergon verwendet werden bei Stürzen dauerhaft beschädigt und müssen dann gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Im Lieferumfang findet sich eine Anleitung zu den verschiedenen Features des Rucksacks und insbesondere auch Erläuterungen zum Rückenprotektor, doch konkrete Messwerte und Hinweise zur Zertifizierung werden nicht bereit gestellt.

# Fahrrad tragen? Mit dem POC VPD 2.0 Spine Pack 16 kein Problem

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wie auch der Evoc FR Lite Team findet der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 sehr guten Halt am Rücken. Sein Stoffbezug über der flachen Polsterung passt sich gut an und ermöglicht zusammen mit den Trägern und Gurten eine sichere Fixierung des Rucksacks. So wandert dieser auch bei voller Beladung nicht hin und her.

# Auf dem Trail hat sich der POC Rucksack beweisen müssen
# Bergauf wird es warm - die sehr flache Polsterung kann die vorgesehenen Kanäle für die Zirkulation nicht offen halten und so fängt man schnell an zu schwitzen

Aufgrund der großen Länge des Rucksacks ist es angenehm, dass der Hüftgurt in der Höhe verstellbar ist. So kann stets sichergestellt werden, dass bei kleinen Personen der Rucksack nicht zu hoch im Nacken steht. Leider ist diese Verstellung mit negativen Einflüssen auf den Tragekomfort verbunden. Wenn ein Großteil der Last wie gewünscht vom Hüftgurt aufgenommen werden soll, schneidet dieser mangels Polsterung relativ stark ein – der Komfort leidet. Die Schultergurte arbeiten hingegen wie gewünscht und sind insgesamt komfortabel zu tragen.

Durch den engen Sitz des Rucksacks und die sehr flache Polsterung (ca. 5 mm) ist auch die Temperaturentwicklung unter dem Rucksack relativ hoch. Zwar wirkt sich hier der dünne Hüftgurt positiv aus, doch durch die große Fläche des Rückenprotektors wird es insgesamt warm unter dem POC.

# Bergab überzeugt der Halt des Rucksacks am Rücken, auch wenn der Tragekomfort durch den schmalen Hüftgurt etwas eingeschränkt ist

Schutz

Durch das Tragesystem lässt sich der POC Spine Pack eng an den Rücken ziehen, wobei der Hüftgurt einen idealen Sitz verhindert. Er ist dafür zu weit außen am Rucksack angeschlagen, so dass bei schlanken Personen eine Lücke zwischen Hüftgurt und Auflagepunkt des Rückenprotektors bleiben kann. Für größere und breitere Biker ist dieser Punkt nicht festzustellen.

POC zertifiziert den VPD 2.0 Rückenprotektor nach EN 1621–2 und verspricht sehr gute Dämpfungseigenschaften. Durch die minimale Polsterung und den engen Sitz des Rucksacks kann diese auch dort wirken, wo sie angedacht ist und durch den langen Protektor sind auch größere Fahrer gut geschützt. Hier ist Sicherheit vor Belüftung gegangen.

Fazit

Mit seinem schlichten Design und einer sehr hochwertigen Verarbeitung sowie robusten Materialien hinterlässt der POC VPD 2.0 Spine Pack 16 schon beim Auspacken einen guten Eindruck – ob das den stolzen Preis rechtfertigt, sei jedoch dahin gestellt. Wichtig ist: Die Passform ist gut und der Rückenprotektor großflächig ausgeführt und hält fest am Rücken. Für den Mountainbike-Einsatz würden wir uns noch mehr Fixierungsmöglichkeiten am Rucksack wünschen. Bei der Belüftung und dem Tragekomfort gibt es Nachholbedarf.


Preisvergleich POC VPD 2.0 Spine Pack 16


Weitere Informationen

POC Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

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Bunter Flachmann: Evoc FR Lite Team 10l Rucksack im Test

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Mit Mut zu bunten Designs und konsequent verbauten Rückenprotektoren hat sich Evoc als Hersteller von Mountainbike-Rucksäcken einen Namen gemacht. Mit dem Evoc FR Lite Team haben wir in diesem Test einen sehr reduzierten Rucksack auf die Probe gestellt: schlanke 10l Volumen müssen reichen und auch das Design wirkt straff gezogen und reduziert. Ob der FR Lite so überzeugen kann? Wir haben es überprüft.

# Der Evoc FR Lite Team bietet mit 10 Liter Volumen gerade genug Luft für Ausflüge in den Bike-Park, Freeride-Touren oder Enduro-Rennen - wir haben ihn in im Test auf seine Eigenschaften überprüft.

Test Evoc FR Lite Team Rucksack

Kurz & Knapp

Der Evoc FR Lite Team gehört zur FR Linie von Evoc, in der Rucksäcke in verschiedenen Größen mit identischen Tragesystemen basierend auf dem liteshield Rückenprotektor angeboten werden. Unser Testmodell bietet gerade noch 10l Volumen und stellt so das kleinste Modell aus der Serie dar. Zum Preis von 120 € kommt der Rucksack mit TÜV-geprüftem Rückenprotektor aber ohne Trinkblase. Er wird in zwei Farben und zwei Größen angeboten.

# Lang, breit und flach - so präsentiert sich der FR Lite Team
# Typisch Evoc: einen breiteren Hüftgurt hat kein anderer Rucksack im Test - ob dieses bewährte System sich in der Praxis behaupten kann?

Mit den folgenden Worten beschreibt Evoc den FR Lite Team auf der Homepage:

Sehr leichter, minimalistischer Bike-Rucksack mit integriertem Rückenprotektor für den Renneinsatz, die Feierabendrunde und alle anderen Anlässe, bei denen nur das Nötigste dabei sein muss.

Technische Daten

 Evoc FR Lite Team
Volumen10l
Gewicht950 g
Abmessungen (LxBxH)7 x 27 x 56 cm
GrößenS, M/L
Preis (UVP)120 €
Farbenpetrol - stone, sky
MaterialNylon 210/D Ripstop PU Coated, P600/D PU Coated, Air Mesh, Neoprene, Transparent Tarpaulin

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, abnehmbar
Rückenprotektorja, integriert, TÜV-geprüft / EN1621-2
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachnein
Kartenfachja
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Der FR Lite Team ist der leichte, kompakte Rucksack der FR Linie von Evoc, die sich an Enduro-, Freeride- und Bike-Park-Biker richtet. So soll er genügend Packvolumen für kurze und lift-unterstützte Touren bieten und erscheint in einem im Vergleich zum bereits getesteten Evoc FR Trail Rucksack stark reduzierten Design. Dennoch ist der Rucksack unmittelbar als Evoc Modell zu erkennen. Er ist mit 56 cm sehr lang und wird mit integriertem liteshield Rückenprotektor aus einem leichten EPS Material geliefert.

Typisch Evoc sind auch die zwei verschiedenen Größen sowie die knalligen Farben, die direkt ins Auge stechen. Und wie seine Geschwister baut auch der FR Lite Team sehr breit und flach, wodurch auch bei voller Beladung das Gewicht nah am Körper platziert ist und so nicht negativ beim Handling spürbar werden soll.

# Herstellerinformationen zum Evoc FR Lite Team - in Größe S bietet er 8 Liter Volumen, in M/L 10l.

Im Test haben wir überprüft, wie gut das reduzierte Volumen nutzbar ist und ob wichtige Funktionen gestrichen worden sind.

Beladung & Sortierung

Das Hauptfach ist beim Evoc FR Lite Team wie in der FR Linie von Evoc üblich nicht unterteilt. Im Gegensatz zu den großen Modellen muss sich hier jedoch auch die Trinkblase unterbringen lassen. Hierfür ist eine Tasche eingenäht. Das funktioniert an sich gut, doch bei voller Beladung ist es schwer, die Trinkblase einzufädeln und sie hat direkt Einfluss auf die Beladungsmöglichkeit – auch wenn der Rucksack wie gewohnt voll aufgeklappt werden kann. Das getrennte Fach hinter dem Hauptfach ist exklusiv dem herausnehmbaren Rückenprotektor vorbehalten. Die Führung für den Schlauch der Trinkblase ist sauber gelöst mit Clip am Schultergurt, der tief genug sitzt um genügend offenen Schlauch zu fixieren – ein praktisches Detail, das gefällt.

# Das Hauptfach ist flach und nimmt in einer eingenähten Tasche die Trinkblase auf - außerdem finden sich hier Hinweise zur Zertifizierung des Rucksacks, Warnhinweise und die Möglichkeit, Namen und Adresse einzutragen.
# Der Rückenprotektor ist mit zwei Gurten in einem separaten Fach untergebracht - die Trinkblase kann hier nicht dazu gepackt werden, sie sitzt mit im Hauptfach.

Bei der Nutzung der gebotenen 10l Volumen muss man jedoch Abstriche machen. So verfügt dieser Evoc Rucksack weder über ein getrenntes Werkzeugfach mit kleinen Einsätzen, noch über Seitenfächer für Handschuhe oder Riegel. Ebenfalls nicht vorhanden ist die übliche Netztasche oben im Hauptfach für Geldbeutel, Schlüssel und Kleinzeug.

Immerhin sind der Reduzierung des Rucksacks das Kartenfach auf der Vorderseite und das Deckelfach erhalten geblieben. Das erste ist vorne auf voller Länge nutzbar breit und groß. Hier findet bei Nicht-Verwendung auch die abnehmbare Helmhalterung ihren Platz, die an vier Punkten eingehängt wird und sowohl für Halbschalen als auch für Fullface-Helme geeignet ist. Durch eine gummierte Innenseite findet sie viel Halt an der Schale des Helms und sorgt so für einen sicheren Halt. Ein elastischer Zug bietet außerdem genügend Bewegungsraum für verschiedene Helmgrößen.

# Die Helmbefestigung ist abnehmbar für einen cleanen Look
# Wird sie verwendet, muss sie an vier Punkten eingehängt werden - die Innenseite ist mit einem gummiartigen Material bezogen das an Helmen haften soll
# Der Helmhalter ist flexibel gestaltet und kann sich so an verschiedene Helmgrößen anpassen
# Perfekte Befestigung dank gummierter Innenseite für eine Halbschale
# Und so funktioniert die Helmhalterung bei einem Fullface-Helm

Das Brillenfach oben auf dem Deckel des Rucksacks ist wie bei Evoc üblich weich gepolstert und mit zwei kleinen Netztaschen sowie einem Schlüsselhalter gut sortiert. Als letzte zusätzliche Optionen bietet Evoc am Hüftgurt rechts eine kleine Tasche. So gerüstet kann der Evoc in unserem Packtest zwar alle Utensilien einpacken, doch leidet die Ordnung gegenüber dem, was wir von den anderen FR Modellen gewohnt sind. Hier gibt es Bedarf zur Nachbesserung, denn der lange Rucksack kann so nicht ideal genutzt werden und im Inneren herrscht viel Chaos, das nicht geordnet werden kann.

# Den Packtest absolviert der Evoc FR Team Lite ohne Probleme
# Bereit für die Enduro-Ausfahrt: Alles ist verstaut und eingeräumt
# Mit unserer Testfüllung ist der Rucksack noch nicht am Limit - durch die große Bauhöhe bietet er viel Raum, der jedoch nicht ideal nutzbar ist.

Im Zuge der Reduzierungen ist übrigens auch die sonst übliche Regenhülle beim FR Lite Team gestrichen worden, so dass der Rucksack bei schlechtem Wetter schnell dreckig wird und nicht vor der Witterung geschützt ist. Von der Verarbeitungsqualität her hinterlässt der Evoc FR Lite Team einen guten Eindruck. Das Nahtbild ist stimmig und die Details wie beispielsweise die Endkappen der Reißverschlüsse zeigen, dass Evoc Erfahrung im Mountainbike-Segment hat. Und so findet sich im Rückenteil auch ein Hinweis, der sichtbar wird, wenn der Rückenprotektor nicht im Rucksack ist. So sollte niemand versehentlich ohne Schutz unterwegs sein.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Um den Kunden eine gute Passform bieten zu können, bietet Evoc den FR Lite Team in zwei Größen an: S und M/L. Evoc empfiehlt bei 155 – 170 cm Körpergröße den Rucksack in Größe S und von 170 – 192 cm die Größe M/L. Die entsprechenden Oberkörperlängen sind hier 38 – 43 cm beziehungsweise 44 – 50 cm.

# Flache, perforierte Polsterung und ein schmaler Kanal über der Wirbelsäule - die minimalistische Polsterung soll den Rückenprotektor besonders nah an den Rücken bewegen

Das Tragesystem entspricht grundsätzlich dem, was wir von Evoc kennen. Die Schultergurte sind breit und aus Neopren gefertigt, das in Mikrofaser eingeschlagen ist. Sie sind ergonomisch vorgeformt und setzen breit oben am Rücken an, was für eine gute Lastaufnahme sorgen soll.

Die Rückenpolster sind wie gewohnt minimal ausgeführt und mit durchgehenden, perforierten Pads gestaltet. Lediglich über der Wirbelsäule befindet sich ein flacher Kanal, der wie ein Kamin die warme Luft nach oben abführen können soll. Darüber befindet sich ein ca. 1 mm dickes Mesh-Gewebe, das jedoch nicht dick genug ist um die Belüftung sicherstellen zu können. Im Umkehrschluss liegt der Rückenprotektor nah an und bekommt wie der Deuter Attack 20 ein TÜV-Siegel.

# Der breite Hüftgurt geht ebenso breit in den Rucksack über - eine kleine Tasche nimmt Schlüssel und andere Kleinteile auf

Der Hüftgurt ist auf voller Länge breit ausgeführt und wird über einen Klett sowie eine Schnalle doppelt gesichert und fixiert. Die Seiten sind weich mit einer Lage Mesh gepolstert und während diese Konstruktion für einen sehr guten Sitz des Rucksacks sorgt, verhindert sie auch die Ableitung von Wärme auf dem Bauch.

Beim Brustgurt setzt Evoc auf den üblichen elastischen und höhenverstellbaren Schnappverschluss mit integrierter Pfeife.

Sicherheitsausstattung

Wie ist es um die Sicherheit beim Evoc FR Lite Team bestellt? Auch am Bike-Park Rucksack verbaut Evoc eine Lasche zur Befestigung eines Rücklichts, Reflektoren helfen bei Nacht weiter und eine Pfeife am Brustgurt kann in den Bergen hilfreich sein.

# Der Rückenprotektor wird von der Firma Leidel und Kracht hergestellt, genau wie der von Ergon - der Unterschied zwischen den Modellen aus EPS Schaum ist, dass der Evoc Protektor im Bereich des mittleren Rückens etwas breiter gebaut ist.

Beim Rückenprotektor setzt Evoc auf den liteshield genannten und 161 g leichten EPS-Protektor der deuschen Firma Leidel und Kracht. Er soll temperaturunempfindlich sein und im Falle eines Aufpralls 95 % der eingebrachten Energie absorbieren. Materialien und Schutzfunktionen wurden vom TÜV SÜD nach EU Norm 89/686/EWG für persönliche Schutzausrüstung, Kategorie 2 (PSA) geprüft und zertifiziert. Von der Dämpfung her erfüllt der liteshield Protektor die EN 1621–2.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Die Protektorrucksäcke von Evoc sind für ihren guten Halt und ihre eingeschränkte Belüftung bekannt. Mit dieser Tradition bricht auch der FR Lite Team nicht, der sich flexibel auf den Körper anpassen lässt und mit den breiten Gurten sehr angenehm zu tragen ist. Auch ohne dicke Polster stimmt auf dem Trail der Komfort und ähnlich dem Deuter scheint der Rucksack kaum vom Rücken zu trennen zu sein. Die Last wird effizient über den Hüftgurt aufgenommen und die Schultern bleiben leicht. So bleibt der Rucksack auch in ruppigen Downhill-Passagen dort, wo er hingehört und wandert nicht auf dem Rücken des Fahrers umher. Auch bei voller Beladung ändert sich daran nichts und die flache Bauweise wirkt sich positiv aus.

Die andere Seite dieser Medaille ist die doch recht starke Temperaturentwicklung am Rücken. Gerade in langen Anstiegen staut sich die Hitze unter dem großflächigen Rückenteil des Rucksacks und führt zu verstärkter Schweißbildung. Hierzu trägt auch der breite Hüftgurt mit bei, der zwar sehr angenehm und komfortabel zu tragen ist, aber bei der Belüftung an seine Grenzen stößt.

# Auf dem Trail hat der Evoc FR Lite Team mit sehr gutem Sitz am Rücken aber auch einer unterdurchschnittlichen Belüftung auf sich aufmerksam gemacht - diesen Kompromiss muss man eingehen wenn man den Rückenprotektor so dicht am Körper haben will.

Schutz

Der Rückenprotektor im Evoc FR Lite Team wird von der Firma Leidel & Kracht in Deutschland hergestellt. Er erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2 und hört auf den Namen P–2D 02. Die Box-Konstruktion aus EPS ist sehr leicht und etwas breiter geschnitten als bei den Ergon-Modellen. Beim Evoc ist der Rückenprotektor jedoch auch TÜV-geprüft. Im Test soll er fast EN-Level 2 (9 kN mittlere Restkraft) erreichen, mit vom Hersteller angegebenen 9,75 kN liegt er klar über den Anforderungen von Level 1 (18 kN).

Während sich das niedrige Gewicht positiv auswirkt, muss erwähnt werden, dass der im Evoc FR Lite Team verbaute EPS Protektor anders als die mehrschichtigen Schaumstoffprotektoren vieler Konkurrenten nicht jeden Einschlag regenerieren kann. So kann ein Sturz bleibenden Schaden am Protektor verursachen, der nur durch einen Austausch behoben werden kann. Andernfalls ist die Schutzwirkung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet.

Fazit

Der Evoc FR Lite Team 10l ist ein kompakter Rucksack, der sehr flach baut und über das wirksame Tragesystem sehr eng und fest am Rücken anliegt. Darunter leidet jedoch die Belüftung, so dass der Kompromiss eindeutig in Richtung Schutzwirkung entschieden worden ist. Das TÜV-Siegel schafft Vertrauen, während kleine Schwächen im Detail die Nutzbarkeit des Packvolumens negativ beeinflussen.


Preisvergleich Evoc FR Lite Team 10l

Weitere Informationen

Evoc Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Bunter Flachmann: Evoc FR Lite Team 10l Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

So gut wie sein Ruf? Deuter Attack 20 Rucksack im Test

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Seit Jahren ist der Deuter Attack eine Instanz für Mountainbiker, die einen Rucksack mit integriertem Rückenprotektor suchen. Trotz seiner Beliebtheit ist er noch nie im Test bei MTB-News.de gewesen – ein Umstand, den wir hiermit beenden. Für unseren Vergleichstest haben wir den Deuter Attack 20 mit aufgenommen und auf dem Trail überprüft, wie gut er den Spagat zwischen Schutz und Belüftung, zwischen einfacher Beladung und feiner Organisation schafft.

# Der Deuter Attack 29 in der Farbe moss-arctic - kann der Rucksack seinem positiven Ruf gerecht werden?
# Markant: Die breiten Flügel des Tragesystems am Hüftgurt unterscheiden sich deutlich von den Wettbewerbern

Test Deuter Attack 20 Rucksack

Kurz & Knapp

Der Deuter Attack 20 ist ein Mountainbike-Rucksack mit integriertem Rückenprotektor und 20l Volumen, der sich vor allem an Enduro-, Freeride- und Downhill-Fahrer richtet, die unterwegs etwas mehr Stauraum benötigen. Der integrierte Rückenprotektor ist TÜV geprüft und soll zusätzlichen Schutz bei Stürzen bieten. Zum Preis von 159,95 € wird der Deuter Attack 20 geliefert – eine Trinkblase ist darin jedoch nicht enthalten. Für kleinere Biker wird der Deuter Attack 18 SL angeboten – er entspricht im Grunde dem Attack 20, ist jedoch für kürzere Rückenlängen gedacht.

# Optisch ist der Deuter Attack seit Jahren ein markanter Kandidat - nur die Farben sind nicht immer den Qualitäten entsprechend gewesen. Das Resultat ist ein etwas angestaubtes Image der Marke
# Doch trägt sie das zu Recht mit sich herum? - Wir haben im Test dem Deuter Attack auf den Zahn gefühlt.

Mit folgendem Video bewirbt Deuter den Attack 20 Rucksack:

Technische Daten

 Deuter Attack 20
Volumen20l
Gewicht1.720 g
Abmessungen (LxBxH)22 x 28 x 56 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)159,95 €
Farbenblack, moss-arctic
MaterialDeuter-Super-Polytex, HexLite 210

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch, mit Pfeife
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemenja, 4x seitlich
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektorja, TÜV geprüft, EN 1621-2, 4-lagig, herausnehmbar
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachja
Kartenfachnein
Regenhüllenein, optional
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Beim ersten Auspacken staune ich nicht schlecht: Der Deuter Attack 20 ist ein echter Brocken. Über 1,7 kg bringt er auf die Waage, wobei davon allein 423 g für den herausnehmbaren, TÜV geprüften Rückenprotektor entfallen. So gerüstet scheint die Ansage klar: Dieser Rucksack kann dich schützen, dieser Rucksack ist robust.

Das daran mehr als nur ein Gefühl sein könnte zeigt sich, wenn man mit offenen Augen in den Bergen unterwegs ist. Der Deuter Attack in seinen verschiedenen Ausführungen und Modelljahren ist hier ein häufig anzutreffender Begleiter und die Diskussionen im Forum sind weitestgehend von positiven Eindrücken geprägt. Grund genug für uns, den Rucksack einem intensiven Test zu unterziehen.

Wo wir schon bei der Optik sind: die ist im Vergleich zu anderen Kandidaten trotz der Farben eher unscheinbar. Der Deuter Attack wirkt nicht wirklich frisch – Glück für ihn, dass wir hier nach Eigenschaften und Qualitäten entscheiden und nicht nach Design. So ist dann auch die Form an sich schon markant: stark nach unten verjüngend ist der Attack geschnitten und spiegelt so die Rückenform wider. Diverse Schnallen und Ösen sollen für zusätzlichen Praxisnutzen sorgen – dadurch entstehen allerdings einige Bändel. Wozu diese genutzt werden sollen haben wir im folgenden Abschnitt überprüft.

Beladung & Sortierung

Das Hauptfach des Deuter Attack 20 ist nicht weiter unterteilt und so in voller Länge nutzbar. Oben auf der Vorderseite befindet sich eine große Netztasche mit Schlüsselband für Geldbeutel, Karte und andere Utensilien. Schön ist das Sichtfenster am Rücken in das separate Fach für Rückenprotektor und Trinkblase. So sieht man direkt, wenn der Protektor nicht integriert ist und wird auf das erhöhte Sicherheitsrisiko hingewiesen. Außerdem finden sich umfangreiche Hinweise zum Verhalten in Unfallsituationen im Rucksack.

# Das große Hauptfach hat vorne eine Netztasche inklusive Schlüsselhalterung - am Rücken ist einerseits eine Reihe an Hinweisen zum Verhalten in Notsituationen abgebildet und andererseits ein Fenster zum Rückenprotektor. So kann auf einen Blick festgestellt werden ob alles dort sitzt, wo es hingehört.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rucksäcken im Test ist vom Hersteller keine Regenhülle vorgesehen. So kann der Rucksack zwar nach einer Tour in der Waschmaschine gereinigt werden (eigene Erfahrung), doch unterwegs wird bei verdreckten Schnallen und Verschlüssen schnell die Handhabung erschwert. Das ist ärgerlich bei Touren im Matsch und Interessenten sollten überlegen, ob sie nicht doch noch eine Hülle nachrüsten.

# Der Rückenprotektor bringt stattliche 423 g auf die Waage und füllt den Rucksack komplett aus - bei Bedarf kann er entnommen werden. Er teilt sich das Fach mit der Trinkblase die so auch zugänglich ist wenn der Rucksack voll beladen ist.

Trinkblase und Rückenprotektor finden gemeinsam in einem getrennten, von außen zugänglichen Fach des Rucksacks ihren Platz. Clever gelöst ist die Führung des Trinkschlauchs: Er wird von innen unter die Abdeckung des Schultergurtes eingefädelt und tritt so sauber geführt direkt auf dem Gurt ins Freie. Fehlen tut jedoch ein Clip am Brustgurt, um das Ende des Schlauchs zu fixieren. Die Trinkblase selbst ist im Lieferumfang nicht enthalten – es kann aber jede gängige Blase mit einem Volumen bis 3l verwendet werden.

# Schönes Detail: Der Schlauch des Trinksystems wird von innen in den Schultergurt einführt - so ist alles sauber aufgeräumt, ein weiterer Clip am Schultergurt wäre jedoch wünschenswert

Das Werkzeugfach des Attack 20 ist geräumig und mit drei Netztaschen auf der Vorderseite, zwei langen Holstern für Pumpen und einem großen Fach auf der Rückseite ausgerüstet. Hier ist definitiv Platz für alles, was mit auf den Trail muss. Die Fächer könnten dabei fast ein wenig feiner untergliedert sein – gerade für Multitools und kleines Werkzeug. Das jedoch ist Kritik auf hohem Niveau, denn die Nutzbarkeit ist definitiv gut und alles hat seinen Platz.

# Das Werkzeugfach ist geräumig und gut sortiert - zwei Pumpen und andere Werkzeuge finden hier sauber ihren Platz

Zusätzliche Verstaumöglichkeiten für Riegel und anderes Kleinzeug findet sich seitlich am Rucksack in elastischen Taschen. Diese sind tief genug, um beispielsweise auch ein Werkzeug aufzunehmen oder sogar kleine Trinkflaschen sicher festzuhalten.

Abgesehen davon gibt es keine weiteren Taschen. So fehlt insbesondere eine weich gepolsterte Tasche für eine Brille oder das Handy und auch auf den Hüftgurten finden sich keine Taschen. Hier ist schlicht und ergreifend zugunsten der guten Belüftung gar kein Material vorhanden. Doch dazu später mehr.

In unserem Packtest erweist sich der Deuter Attack 20 als echter Packesel: Problemlos findet das ausgewählte Equipment im Rucksack seinen Platz und es ist noch einige Luft vorhanden. So kann noch deutlich mehr mit auf Tour genommen werden. Für Enduro-Rennfahrer oder den Bike-Park-Besuch ist das Volumen hingegen schon fast zu groß – hier würde sich eine kleinere Ausführung eher empfehlen.

# Problemlos im Packtest - mit 20l Volumen ist der Attack wesentlich größer gewesen als die meisten seiner Konkurrenten
# So findet unsere Befüllung problemlos in ihm Platz und es ist noch reichlich Luft vorhanden gewesen, um noch mehr mit auf Tour zu nehmen

Wenn das Volumen nicht genutzt wird stehen am Rucksack vier seitliche Kompressionsriemen zur Verfügung; zwei davon oben, zwei unten. Zusätzlich findet sich auf der Vorderseite ein markantes Designelement: Die beiden gummierten Elemente können aufgespannt werden um darunter Knieprotektoren oder auch einen Halbschalenhelm zu befestigen. Das funktioniert gut, die Sicherung ist aber nicht perfekt, so dass der Helm unter Umständen herausrutschen kann. Lange Protektoren können aber auch über die vier Spanngurte an den Seiten befestigt werden.

Sollte ein Fullface-Helm am Rucksack getragen werden, liegt hierfür im Rucksack eine gesonderte, elastische Netzhalterung bei, die in vier Ösen an den Seiten des Attack eingehakt wird und dann auch den großen Helm sicher fixiert. Diese Lösung funktioniert problemlos, ist allerdings weniger elegant als bei der Konkurrenz beispielsweise von Evoc.

Qualitativ kann der Deuter Attack 20 in unserem Test voll überzeugen. Die Materialien wirken hochwertig, die Gesamtkonstruktion wirkt durchdacht und das Nahtbild ist sehr gut. Hinzu kommen schöne Detaillösungen wie die selbstsichernden Taschen des Werkzeugfachs oder die Enden der Reißverschlüsse, die mit breiten Kunststoffstücken versehen sind und so auch mit dicken Handschuhen einfach zu bedienen sind. Im Lieferumfang findet sich außerdem eine bebilderte Anleitung mit Hinweisen, wie der Rucksack richtig einzustellen und zu tragen ist, um den vollen Schutz zu erhalten.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Der Deuter Attack 20 wird in einer Größe mit fixer Rückenlänge geliefert. Alle Gurte sind in der Länge einstellbar und der elastische Brustgurt auch in der Höhe verstellbar. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten setzt Deuter hier auf eine riemenbasierte Lösung, die zwar weniger schön aussieht aber den Vorteil hat, dass der Brustgurt nicht vom Schultergurt getrennt werden kann. Die ansonsten weit verbreiteten Lösungen können unter Krafteinwirkung abgezogen werden und sind daher nicht uneingeschränkt geschützt gegen ein Versagen.

# Das Rückensystem des Attack umschließt den Körper förmlich - Schulter- und Hüftgurt sind breit angeschnitten und die Polsterung fällt für einen Protektorrucksack erstaunlich dick aus

Das Tragesystem ist auf den ersten Blick optisch markant und wird von dicken Polstern zwischen breiten Belüftungskanälen dominiert. Die Schultergurte wachsen oben direkt aus dem Rückenteil heraus und sind stark vorgeformt. Ihr breiter Anschnitt an der Oberseite soll für Tragekomfort sorgen. Noch wesentlich breiter angeschnitten ist der Hüftgurt, der wie mit zwei Flügeln breits hoch am Rucksack ansetzt und die Hüfte zur Hälfte umschlingt, wenn er geschlossen ist. Alle Gurte sind innen weich mit einem Mesh-Stoff ausgekleidet, das Innenmaterial ist durchgehend aus Schaumstoff gefertigt. Hier gibt es keine zusätzlichen Belüftungsquerschnitte, was der Sicherheit zu- und der Belüftung abträglich sein kann.

# Der Brustgurt ist in der Höhe verstellbar - das ist an sich Standard, die Ausführung ist jedoch ein wenig klassischer gewählt als bei den meisten Konkurrenten

Auf dem Rückenteil selbst befinden sich breite, stark segmentierte Polster aus einem offenporigen Mesh-Material. Sie lassen die Wirbelsäule frei und bieten der warmen Luft diverse Möglichkeiten, abzufließen. Über dem Steißbein ist die Polsterung dicker ausgeführt und durch den nahtlosen Übergang der seitlichen Polsterung in den Hüftgurt sollte sich ein sehr guter Tragekomfort einstellen.

Sicherheitsausstattung

Bei der Sicherheitsausstattung bietet Deuter das volle Programm. So finden sich nicht nur eine Lasche für ein Rücklicht oder Reflektoren am Rucksack, sondern auch eine Pfeife am Brustgurt und als wichtigstes Merkmal ein TÜV geprüfter Rückenprotektor. Der besteht aus insgesamt vier Lagen und ist in eine Stofflage eingenäht. Der Protektor kann aus dem Rucksack entnommen werden, wobei in diesem Fall auch vom Hauptfach aus eine große rote Warnfläche sichtbar wird. Ein versehentliches Vergessen sollte damit soweit als möglich ausgeschlossen werden.

# Dieses Siegel tragen nur zwei Rucksäcke im Test: TÜV-geprüfte Sicherheit verspricht Deuter
# Der vierlagige Rückenprotektor kann aus dem Rucksack entnommen werden

Erwähnenswert ist, dass der Schaumstoff des Rückenprotektors nach einem Sturz wieder vollständig regeneriert. So muss hier nichts nach einem Unfall ausgetauscht werden und der Rucksack soll über längere Zeiträume eine konstant sichere Funktion bieten.

# Auf dem Trail hat uns der Deuter Attack 20 voll überzeugen können

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Für unseren Test haben wir den Deuter Attack 20 voll bepackt und über hunderte Höhenmeter am Stück den Berg hinauf und hinab bewegt um einschätzen zu können, wie er sich in der Praxis schlagen würde. Das Ergebnis ist im Hinblick auf den Halt und den Tragekomfort beeindruckend: mit dem breit angreifenden Hüftgurt schwiegt sich der Rucksack quasi um den Träger und der Rückenprotektor ist flexibel genug, um es dem Rucksack zu erlauben, alle Bewegungen des Körpers mitzugehen. Die Lastaufnahme erfolgt so sehr gut und der Rucksack ist im Downhill kaum zu spüren. So verrutscht er nicht und hält trotz des großen Volumens sehr sicher am Rücken.

Hinzu kommt, dass der Tragekomfort sehr gut ist. Hier machen sich die breiten Träger und Gurte bezahlt, die keine Lastspitzen zulassen und sich gut anfühlen. So bleibt die zentrale Frage, wie gut die Belüftung unter diesen Umständen funktioniert.

# Bergauf ist die Belüftung erstaunlich gut - der Kompromiss ist gelungen

Hier müssen wir sagen: erstaunlich gut. Unter der Einschränkung, dass es sich hier um einen Rucksack mit Rückenprotektor handelt, ist das Ergebnis insgesamt als gelungen zu bezeichnen. So bildet sich weder am Rücken noch an den Hüftgurten ein negativ spürbarer Hitzestau und auch auf langen Touren mit entsprechend langen Anstiegen in den Alpen gerät man nicht über die Maßen ins Schwitzen. Hier ist Deuter ein Kompromiss gelungen, der sehr vielversprechend ist und zum Besten gehört, was wir bislang gefahren haben.

# Bleibt wo er hingehört - auch in ruppigen Abfahrten wandert der Rucksack nicht am Rücken und bleibt stets dort, wo er hingehört

Schutz

Der im Attack 20 integrierte Rückenprotektor ist nach EN 1621–2:2014 zertifiziert und besteht aus vier Lagen speziellen Schaumstoffs. Die Eigenschaft des Materials ist so gewählt, dass es bei langsam einwirkenden Belastungen voll flexibel bleibt und jedoch bei schnellen Schlägen hart werden und stark dämpfen soll.

Zusätzlich zur Zertifizierung entsprechend der EN Richtlinie ist der Protektor TÜV / GS geprüft – eine Maßnahme, die zusätzliches Vertrauen in die Wirksamkeit schafft, da sie nicht nur den Dämpfungscharakter beurteilt, sondern auch die Auswirkungen des Tragesystems mit berücksichtigt.

# So kann man sich voll auf den Trail konzentrieren
# Laufen lassen: den guten Ruf trägt der Deuter Attack zu Recht.

Wie oben beschrieben ist es dann auch das Tragesystem, was den Deuter Attack 20 zu einem wirklich guten Angebot macht. Selten ist ein voller Rucksack so wenig zu spüren gewesen und hat sich so wenig relativ zum Fahrer bewegen können – wenn der Trail auch noch so ruppig gewesen ist.

Fazit zum Deuter Attack 20

Der Deuter Attack 20 ist ein durchweg überzeugendes Angebot: Die hochwertige Verarbeitung, die gute Fächereinteilung und das herausragende Tragesystem machen ihn zu einem sehr guten Angebot für diejenigen, die einen praktischen Rucksack mit sehr guten Schutzeigenschaften suchen. Selbst die Belüftung fällt gut aus, was in Anbetracht eines TÜV geprüften Rückenprotektors im Rucksack nicht selbstverständlich ist.

Preisvergleich Deuter Attack 20


Weitere Informationen

Deuter Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag So gut wie sein Ruf? Deuter Attack 20 Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Gelungener Enduro-Einsteiger: CamelBak Kudu 12 Rucksack im Test

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Camelbak Kudu 12: Der Enduro-Rucksack ist rechtzeitig zur letzten Eurobike vorgestellt worden und muss sich seither im Praxiseinsatz der MTB-News.de Test-Crew beweisen. Camelbak ist an sich Spezialist für Trinksysteme und Trinkrucksäcke, zeigt mit dem Kudu in den Größen 12 und 18 Liter jedoch zwei vollwertige Enduro-Rucksäcke mit integrierten Rückenprotektoren. Wie sich der Neueinsteiger im Vergleich zur etablierten Konkurrenz geschlagen hat? Lest es hier im Test.

# Der Camelbak Kudu 12 ist der neue Enduro-Rucksack - ein integrierter Rückenprotektor soll ihn zur ersten Wahl für all diejenigen machen, die unterwegs gerne besser geschützt sind

Test: Camelbak Kudu 12 Rucksack

Kurz & Knapp

Der Camelbak Kudu 12 ist ein Mountainbike-Rucksack mit 12l Volumen, der sich insbesondere an Enduro-, Freeride- und Downhill-Fahrer richtet. Dank eines integrierten Rückenprotektors soll er zusätzlichen Schutz für den Fahrer bieten und dank eines durchdachten Tragesystems auch bei Stürzen dort bleiben, wo er hingehört. Zum Preis von 159,95 € ist der Kudu an sich voll ausgestattet. Eine 3l große Trinkblase liegt – wie bei Camelbak eigentlich zu erwarten – nicht im Lieferumfang mit bei, sondern muss zusätzlich gekauft werden. Neben dem getesteten Modell mit 12l Volumen bietet Camelbak auch eine Ausführung mit etwas mehr Stauraum an – den Kudu 18.

# Drei verschiedene Farbstellungen stehen zur Wahl - wir haben den Rucksack in der buntesten angefordert
# Stark vorgeformte Schultergurte und ein doppelt ausgeführte Brustgurt zeigen deutlich: Dieser Rucksack soll eng und sicher am Rücken sitzen

Vom Hersteller wird der Rucksack wie folgt beschrieben:

Ein schlanker, leichter Enduro-Rucksack mit integriertem Rückenschutz, 12 Liter Stauraum für Ladungen und Schutzwestenhalterung. Dieser Rucksack wurde für Enduro-Rennfahrer entwickelt, die nach einer leichten Kombination aus Trinkrucksack, Protektor und Tragesystem für Ladungen suchen. Der biegsame Rückenprotektor fängt bei einem Sturz mehr als 94 % der Aufschlagswucht ab und hält mehreren Stürzen stand. Der Impact Protector™ besteht aus biegsamem, leichtem Schaumstoff, der sich Ihrem Körper anpasst und Ihnen somit den benötigten Schutz bietet, ohne Ihnen ein einengendes Gefühl zu vermitteln.

Zudem sorgen der weitere Hüftgurte und die zwei Brustgurte, dass der Rucksack sicher in Position bleibt. Der Kudu kann dank des 3-Liter-Reservoirs und Stauraum für Schutzweste und Fullface-Helm mit den großen Entfernungen zwischen den weit entfernten Etappen in einem Enduro-Rennen mithalten. Wenn sich das Wetter wendet, ist ein integrierter, ausklappbarer Regenschutz zur Stelle, um Ihre Ausrüstung abzuschirmen. Für den Fall, dass Sie einen Fullface-Helm tragen, verfügt er zudem über eine sichere Halterung für Halbschalenhelme bei extremen Abhängen. Zudem ist er mit einer Fahrrad-Werkzeugtasche ausgestattet, die sich im Stauraum unterbringen lässt. So können Sie mühelos auf Ihre Werkzeuge zugreifen und sich an die Arbeit machen.

Technische Daten

 Camelbak Kudu 12
Volumen12l
Gewicht1.210 g
Abmessungen (LxBxH)13 x 26 x 51 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)159,95 €
Farbenblack, barbados cherry / shulphur spring, silver / atomic blue
Material70D/140D Block Dobby Nylon, 420D Bontex Nylon

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch, doppelt
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemenja, 4x seitlich
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektorja, EN 1621-2, 3-lagig, herausnehmbar
Trinkblasekompatibel bis 3l (im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachja, herausnehmbar Tasche
Kartenfachnein
Regenhülleja, integriert
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Der Kudu ist der erste Protektorrucksack von Camelbak – einer Marke, die sich als Spezialist für Trinksysteme für diverse Sportarten einen Namen gemacht und die Trinkblase erfunden hat. Mit 12l Volumen soll der Rucksack für diverse Touren in den Bike-Park oder auch mit Lift-Unterstützung in den Alpen sein und immer dann ein Plus an Sicherheit bieten, wenn es richtig zur Sache geht.

Von der Konstruktion her baut der Camelbak Kudu 12 relativ lang, breit und flach, soll so einen guten Schutz des Rückens ermöglichen und gleichzeitig die Beladung eng am Körper halten. Das nämlich ist die zentrale Voraussetzung dafür, dass der Rucksack auch auf dem Trail sicher am Rücken anliegt und nicht hin- und herrutschen kann.

# 52 cm ist der Rucksack lang - bei Testfahrer Tobias mit einer Körpergröße von 177 cm ein sehr gutes Maß - mit kompakten 12l Volumen trägt der Rucksack kaum auf. Gut zu erkennen auch der sehr breit angeschnittene Hüftgurt

Beladung & Sortierung

Das Hauptfach des Kudu 12 ist mit zwei Netztaschen und einer langen Tasche auf der Rückseite, die für Pumpe etc. ideal ist, weiter unterteilt. So wird das Volumen gut nutzbar und es herrscht Ordnung im Rucksack. Oben im Hauptfach finden sich zusätzlich nochmal zwei Netztaschen mit Schlaufe für den Schlüsselanhänger. Die Öffnung des Hauptfachs ist groß genug, um bequem auf die Beladung zugreifen zu können.

# Das Hauptfach verfügt über zusätzliche Taschen, die das Volumen besser nutzbar machen

In einem separaten Fach beim Rückenprotektoren befindet sich die Trinkblase. Wie von Camelbak zu erwarten ist hier alles sauber getrennt und aufgeräumt – mit der Unterbringung des Trinksystems sollte diese Marke genügend Erfahrung haben. Das zeigt sich auch in der sauberen Führung des Trinkschlauchs, der jeweils mit einem Clip am doppelt vorhandenen Brustgurt geführt werden kann und bei Verwendung der mitgelieferten Trinkblase magnetisch in Position gehalten wird.

Wie die Trinkblase zu reinigen ist, zeigt Camelbak im folgenden Video:

# Trinkblase und Rückenprotektor finden in einem getrennten Fach ganz hinten im Rucksack ihren Platz - die Führung für den Trinkschlauch ist gelungen, die Trinkblase selbstverständlich im Lieferumfang enthalten

Die Helmhalterung sitzt vorne auf dem Rucksack und wird bei Nichtgebrauch von einer Klettlasche in Position gehalten. Sie nimmt sehr gut Halbschalenhelme auf, bei der Verwendung mit Fullface-Helmen hat sie uns nicht ganz überzeugen können. So ist hier die Durchführung durch die Gesichtsöffnung nicht ganz einfach – zwei getrennte Schlaufen hätten eventuell besser funktioniert.

# Für die Montage von Fullface-Helmen ist die Helmhalterung nicht ideal, bei Halbschalen macht sie dafür einen umso besseren Job
# Die Schlaufen unten am Rucksack sind praktisch, wenn es ans Einpacken geht - ihre fest verankerten Enden machen jedoch das Einfädeln teilweise schwierig

Direkt an der Helmhalterung sitzen auch vier Kompressionsriemen, über die der Rucksack bei nicht voller Beladung einfach komprimiert und eng an den Protektoren gezogen werden kann. Das sollte auf dem Trail und bei Sprüngen dafür sorgen, dass der Inhalt sicher aufgeräumt ist und an Ort und Stelle bleibt.

Von oben zugänglich befindet sich am Camelbak Kudu ein weich gepolstertes Fach, in dem empfindliche Gegenstände wie Handy oder Brille ihren Platz finden. Das ist sauber gelöst und das Volumen ausreichend groß gewählt. Das Werkzeugfach ist bei Camelbak nicht direkt in den Rucksack integriert, sondern kann als kleine Tasche ähnlich einem Kulturbeutel gewickelt und entnommen werden. So soll auf einen Griff das gesamte Werkzeug zur Hand sein und kann problemlos auch an einen Kollegen weitergereicht werden. Verlieren kann man es so jedoch theoretisch auch – Vor- und Nachteile halten sich bei dieser Lösung die Waage. Platz für eine Pumpe oder einen Schlauch sind in der kleinen Tasche jedoch nicht, diese müssen getrennt verstaut werden.

# Unkonventionell aber gut: Das Werkzeugfach ist ein eine rollbare Tasche eingegliedert
# Aufgeräumt aber im Volumen begrenzt und eine lange Pumpe findet hier keinen Platz - Vor- und Nachteile halten sich bei dieser Lösung die Waage, der Ansatz gefällt jedoch

Zwei zusätzliche Taschen mit viel Volumen hat Camelbak auf dem breit angeschnittenen Hüftgurt platziert. Hier finden Handschuhe ihren Platz oder sogar eine GoPro – solange man nicht stürzt, ein sehr gut zugängliches Volumen.

# Die Taschen auf dem Hüftgurt sind außergewöhnlich groß - kein Wunder, denn der Gurt selbst ist außergewöhnlich breit dimensioniert

An der Unterseite des Rucksacks befinden sich zwei Schlaufen, die beispielsweise die Knieprotektoren aufnehmen. Die Spanngurte sind lang genug ausgeführt, aber die Enden sind fest mit der Oberseite des Rucksacks verbunden, wodurch der Winkel beim Einrasten nicht ganz ideal ist. Dafür ist die Optik aufgeräumt und bei Nichtgebrauch alles an Ort und Stelle. Zu unterst hat Camelbak dem Kudu eine Regenhülle mit Reflektoren spendiert, so dass bei schlechtem Wetter der Rucksack und sein Inhalt vor widrigen Witterungen geschützt werden können.

In unserem Packtest haben wir keine Probleme feststellen müssen: Alle vorgesehenen Ausrüstungsgegenstände sind problemlos im Rucksack verstaut worden und auch eine GoPro oder einige Energieriegel hätten noch ihren Platz gefunden. Wer auf längere Touren geht, hätte auch die Möglichkeit, ein Erste Hilfe-Set unterzubringen. Als besonders praktisch erweisen sich hier die beiden Spanngurte unten am Rucksack, die das Hauptfach entlasten können.

# Packtest bestanden - wir haben alles im und am Rucksack unterbringen können und im Rucksack ist noch genügend Luft für weitere Kleinigkeiten wie eine GoPro oder Energieriegel
# So gerüstet kann es auf den Bike-Park Ausflug oder die Enduro-Runde gehen

Von der Qualität her hinterlässt der Kudu nach einem guten halben Jahr in der Praxis einen soliden Eindruck: Wir haben keine Probleme mit der Bedienung gehabt, alle Funktionen sind wie gewünscht nutzbar gewesen und auch die Trinkblase ist von hoher Qualität und zeigt sich gut zu reinigen und ist haltbar. Lediglich der Geschmack könnte noch weiter verbessert werden – Wasser aus Trinksystemen hat nach wie vor einen Beigeschmack. Ein kleiner Kritikpunkt sind die Enden der Reißverschlüsse: Die hier platzierten Schlaufen könnten etwas größer dimensioniert sein, um diese mit Handschuhen noch besser bedienen zu können.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Der Camelbak Kudu 12 wird in einer Größe mit fixer Rückenlänge angeboten. Zur individuellen Anpassung sind alle Gurte in der Länge einstellbar und für einen besonders sicheren Sitz hat man sich beim Hersteller dafür entschieden, den Brustgurt doppelt auszuführen.

# Großflächige Polsterung, sehr breit angeschnittener Hüftgurt und ein Kanal über der Wirbelsäule - so versucht Camelbak einen bestmöglichen Halt am Rücken zu erzeugen

Die Schultergurte am Kudu sind sehr stark vorgeformt und sollen so der Form von Schulter und Brust bestmöglich folgen. Innen sind sie mit weichem Mesh-Polster versehen und bauen auf einem Kern aus geschlitztem Schaumstoff auf. Im Bereich des Schlüsselbeins werden die Gurte breiter, so dass direkt am Hals genügend Platz zum Atmen bleibt. Dünner sind die Gurte auch zum Rücken hin, um hier eine gute Belüftung zu ermöglichen.

Das Kernelement des Tragesystems, das Rückenteil, ist flach gepolstert und ermöglicht es so, den Protektor nahe am Rücken zu platzieren. Über der Wirbelsäule ist ein Längskanal vorgesehen, der Wärme abtransportieren soll. Zusätzlich ist die Polsterung in Blöcke unterteilt und geschlitzt – auch das soll der Wärmeabfuhr dienen.

# Die Schultergurte sind stark vorgeformt und ergonomisch sehr gut - ob der doppelte Brustgurt sein muss sei dahin gestellt, doch die Anpassung und Fixierung erfolgt damit sehr gut

Als Abschluss ist der Hüftgurt sehr breit angeschnitten und soll so eine bestmögliche Kraftübertragung zum Rucksack ermöglichen. Zusätzlich greifen die Gurte sehr weit innen am Rucksack an und umschließen so die Hüfte bestmöglich. Das sollte im Falle eines Sturzes garantieren, dass der Rucksack dort bleibt, wo er hingehört. Denn nur dann kann der Rückenprotektor wirken.

Sicherheitsausstattung

Der Camelbak Kudu verfügt über eine weitestgehend komplette Sicherheitsausstattung. Der integrierte Rückenprotektor besteht aus drei Lagen zähen Schaumstoffs, der für die Stoßdämpfung zuständig ist. Der Camelbak CB.01 Rückenprotektor ist für Oberkörperlängen von 39 – 43 cm spezifiziert und nach EN 1621–2:2014 geprüft. Der Hersteller gibt an, dass 94 % der einwirkenden Energie gedämpft werden – damit erreicht er eine Einstufung nach Klasse 2. Mit 285 g ist der Rückenprotektor relativ leicht und lässt sich nach Bedarf auch entnehmen. Dann jedoch geht logischerweise auch die Schutzfunktion verloren und die Steifigkeit des Rucksacks nimmt ab.

Zusätzlich finden sich am Rucksack eine Lasche zur Befestigung eines Rücklichts und Reflektoren auf den Schultergurten und der Regenhülle (nicht auf dem Rucksack selbst). Eine Pfeife am Brustgurt gibt es nicht.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Auf dem Rücken trägt sich der Camelbak Kudu 12 bei unseren Testern sehr gut. Das Tragesystem ist in einem weiten Bereich einstellbar und auch bei großen Personen haben wir keine Schwierigkeiten mit der Passform festgestellt. So wird die Masse sehr eng am Rücken getragen, der Halt ist dementsprechend sehr gut. Hierzu trägt auch die geschlossene Struktur am Rücken ihren Teil bei.

Der Hüftgurt fixiert ordentlich, doch der Komfort könnte noch besser sein, wenn der Gurt vorne durchgehend gepolstert wäre. Schließlich wird er eng geschlossen, um möglichst sicher zu sitzen. Unter diesen Umständen würde jedoch auf der anderen Seite die Hitzeentwicklung größer werden, die sich abgesehen davon relativ in Grenzen hält.

Insgesamt ist die Belüftung des Rückenteils nur durchschnittlich und deutlich schlechter als bei den Tourenrucksäcken ohne Protektoren. So wird es am Rücken schnell relativ heiß und die abgedeckte Fläche ist groß. Andererseits bleibt der Camelbak Kudu 12 auch in ruppigen Downhills genau dort, wo er hingehört. Ob dafür zwei Brustgurte notwendig sind sei dahin gestellt, doch das Tragesystem macht insgesamt einen sehr guten Job, so dass auch mit Helm am Rucksack keine Probleme auftreten und die rasante Fahrt nicht gestört wird.

# Auf dem Trail kann der Kudu 12 voll überzeugen - er sitzt sicher und komfortabel und lediglich bei der Belüftung müssen kleine Abstriche gemacht werden

Schutz

Der im Kudu integrierte Rückenprotektor ist nach EN 1621–2:2014 zertifiziert und besteht aus drei Lagen speziellen Schaumstoffs. Die Mittelbahn über der Wirbelsäule ist mit einer Perforation versehen, die einen Rest Atmungsaktivität ermöglichen soll. Der Protektor ist flexibel verformbar und weist eine sehr hohe Dämpfung für einwirkende Schläge auf – Camelbak verspricht 94 % Absorption. In Ermangelung eines eigenen Prüfstandes müssen wir hier den von den Herstellern gemachten Angaben Glauben schenken.

# Der Rückenprotektor ist nach EN 1621-2 zertifiziert und aus drei lagen gefertigt - Camelbak verspricht eine Dämpfung von 94% der einwirkenden Energie

Ein zentrales Element für die Wirksamkeit des Rückenprotektors ist der Abstand zum Rücken und der Sitz des Rucksacks. Beides ist im Falle des Camelbak Kudu sehr gut gelungen, denn der Abstand ist durch die flache Polsterung niedrig und das Tragesystem ermöglicht eine enge Fixierung des Rucksacks am Rücken, so dass dieser nicht verrutschen kann. Insbesondere die stark vorgeformten Schultergurte und der breit angeschnittene, weit innen angreifende Hüftgurt leisten hier einen positiven Beitrag. Ob der doppelte Brustgurt sein muss, sei dahin gestellt.

Als einziges Manko sei angemerkt, dass sich kein Hinweis auf einen nicht montierten Rückenprotektor im Rucksack findet. Das bietet beispielsweise die Konkurrenz von Deuter und Evoc und erhöht so nochmals die Sicherheit für den Benutzer.

Fazit

Ein gelungener Einstieg: Mit dem Camelbak Kudu 12 gibt es einen sehr guten neuen Konkurrenten zu Evoc und Co. Passform und Verarbeitungsqualität überzeugen und das Volumen ist gut nutzbar. Guter Schutz und sicherer Halt am Rücken stehen auf der Haben-Seite, während die Belüftung diesen Eigenschaften geschuldet schlechter ausfällt. Wer mehr einpacken will, sollte sich die 18l-Ausführung anschauen.

Preisvergleich Camelbak Kudu


Weitere Informationen

Camelbak Homepage, Vertrieb in Deutschland über Hartje
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Gelungener Enduro-Einsteiger: CamelBak Kudu 12 Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Besser unterwegs mit modularem Rucksack? V8 Equipment FRD 12.1 im Test

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Rucksäcke vom französischen Hersteller V8 Equipment haben wir bislang noch nie in der Redaktion gehabt und so sind wir durchaus gespannt gewesen, wie sich der V8 FRD 12.1 Rucksack mit passendem V8 SBS 136.1 Rückenprotektor im Vergleich schlagen würde. Mit einem modularen Aufbau und diversen Gurten und Fächern geht er bewusst andere Wege als die etablierten Hersteller. Ob dieser Weg konkurrenzfähig ist? Neben diesem Einzeltest zum V8 FRD 12.1 wird es anschließend am kommenden Montag den Vergleichstest der Mountainbike-Rucksäcke zu lesen geben, indem wir beschreiben, wie der V8 sich im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern präsentiert.

# V8 equipment ist ein französischer Hersteller, der in Deutschland über Trailtoys vertrieben wird - wir haben im Test den mittelgroßen V8 FRD 12.1 mit 12l Volumen gefahren

Test V8 FRD 12.1 Rucksack

Kurz & Knapp

Der V8 FRD 12.1 Rucksack bietet 12l Packvolumen und soll mit einer guten Fächereinteilung und externen Spanngurten genügend Luft auch für lange Touren bieten. Zum Preis von 79 € wird der Rucksack angeboten und in Deutschland von Trailtoys vertrieben. Optional kann er mit einem Rückenprotektor aufgerüstet werden, der sich modular am Rucksack befestigen lässt. Um den Rucksack in unserem Vergleich von Protektor-Rucksäcken einbeziehen zu können haben wir diese Option genutzt und sind den in drei Größen erhältlichen V8 SBS 136.1 Rückenprotektor gefahren.

# Eigenwillige Optik und ein Firmenname, bei dem auch Fahrradfans direkt an großvolumige Verbrennungsmotoren denken
# Breite Schultergurte und ein in der Höhe flexibel verstellbarer Hüftgurt (der auch ganz abgenommen werden kann) sollen für eine bestmögliche Anpassung des Rucksacks an die individuellen Vorlieben sorgen

Mit den folgenden Worten beschreibt Trailtoys den V8 FRD 12.1 auf der Homepage:

Der FRD12.1 ist der große Bruder vom FRD8.3 mit einem größeren Volumen und einem externen EVA Fach um dein Handy, Mp3-Player oder deine Brille während der Fahrt gut zu schützen. Er ist designt um Pumpe, Helm, Werkzeug und viele andere Sachen auf deiner Tour zu transportieren, die bei längeren Ausfahrten nicht fehlen sollten. Der Rucksack verfügt über eine separate Regenhülle, die dein Hab und Gut auch bei einem kurzen Regenschauer schützt.

Technische Daten

 V8 FRD 12.1
Volumen12l
Gewicht890 g (ohne Rückenprotektor, +413 g)
Abmessungen (LxBxH)23 x 25 x 45 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)79 €
Farbenblack/green, black/blue, black/orange
MaterialSoft Baby Ripstop Nylon / EVA Rückenpolster / Hypalon

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja, abnehmbar
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein (optionaler Rückenprotektor in drei Längen verfügbar)
Kompressionsriemenja, 2x seitlich
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektornein, optional V8 SBS 136.1 (59 €)
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachja
Kartenfachnein
Regenhülleja
Rücklichtbefestigungja
Reflektorenja

Praxisnutzen

Die Marke V8 Equipment ist bei uns nicht nur zum ersten Mal im Test, sondern es ist auch der erste modulare Rucksack, den wir testen. Das Konzept ist interessant: Der Rückenprotektor wird nicht in ein Fach im Rucksack geschoben, sondern ersetzt die Rückenpolsterung des eigentlichen Rucksacks und wird über Klettbänder in Position gehalten. So soll er direkt am Körper anliegen und bestmöglichen Schutz bieten können. Außerdem ist er in drei verschiedenen Größen zu erwerben, wodurch eine bessere Anpassung gewährleistet sein soll. Gleichzeitig kann der Hüftgurt – ebenfalls geklettet – in der Position angepasst werden.

Mit einem angegebenen Volumen von 12l soll der Rucksack genügend Raum für die meisten Einsätze auf kurzen Etappen, im Bike-Park und bei Enduro- oder Freerideausflügen bieten. Hier ist es jeweils sinnvoll, den Rucksack mit Rückenprotektor aufzubauen – und genau das haben wir gemacht.

Beladung & Sortierung

Ausgehend vom Hauptfach wirkt der V8 FRD 12.1 sinnvoll und sauber unterteilt. So lässt sich das Fach vollständig aufklappen und bietet auf der Vorderseite insgesamt fünf Taschen mit Reißverschlüssen, in denen übersichtlich Werkzeug, Geldbeutel und Verpflegung verstaut werden kann. Zusätzlich ist unten im Hauptfach ein weiteres Querfach eingebaut, in dem sich auch die in einem kleinen Sack verpackte Regenhülle befindet. Alle Fächer sind relativ groß und das Volumen kann so sehr gut genutzt werden. So würde hier beispielsweise auch eine DSLR Kamera problemlos Platz finden.

# Das Hauptfach kann komplett geöffnet werden und verfügt über verschiedene Taschen ein Einschübe, die die Handhabung verbessern
# Im Hauptfach befindet sich in dieser kleinen Tasche auf der Regenschutz des Rucksacks
# Von oben zugänglich ist das separate Fach für die Trinkblase

Auf dem Hüftgurt befinden sich zusätzlich zwei sehr große, lange Fächer, die ebenfalls mit Reißverschlüssen gesichert sind. Die Trinkblase wird hinter dem Rückenprotektor in ein separates Fach eingeführt, das groß genug für Blasen bis 3l geschnitten ist. Befestigt wird die Blase mit mehreren Klettstreifen, die uns jedoch nicht vollständig überzeugen konnten und die schwerer zu bedienen sind als beispielsweise die sonst üblichen Lösungen mit einer von oben eingehängten Öse.

Ebenfalls mit Schwächen behaftet ist die Leitungsführung. So tritt die Leitung oben durch eine grobe, steife Öffnung aus dem Rucksack aus die weit offen steht, wenn das Trinksystem verwendet wird. Auf dem Schultergurt befindet sich dann nur eine flexible Lasche, durch die der Schlauch durchgeführt werden kann – ein Clip zur Befestigung fehlt und die Lasche verdeckt die kleine elastische Netztasche, die vorne auf dem Schultergurt untergebracht ist. In einer der Taschen befindet sich eine echte kleine Pfeife, die sonst in der Regel am Brustgurt vorzufinden ist.

# V8 bietet je nach Volumen verschiedene Trinkblasen an, so zum Beispiel dieses Modell mit 2l Inhalt - es ist im Lieferumfang nicht enthalten und kann zusätzlich bestellt werden

Das markante optische Merkmal ist die EVA-Box oben auf dem Rucksack. Hier sollen ein Handy und Schlüssel sicher aufbewahrt werden können und zwei kleine Einsätze dienen dazu, das Volumen zu unterteilen und so besser nutzbar zu machen. Diese sind jedoch ebenfalls nicht sehr sauber gearbeitet und bei uns schon nach der ersten Ausfahrt aus dem Fach geflogen, so dass fortan nur noch Brille und Handy hier untergebracht worden sind.

# Die Helmhalterung funktioniert sowohl für einen Fullface-Helm, als auch für eine Halbschale gut - die Haken und Ösen sind groß genug ausgelegt, um einfach eingefädelt werden zu können
# Gleichzeitig dient die Helmhalterung der Komprimierung des Packvolumens, wenn der Rucksack nicht komplett gefüllt sein sollte

Die Helmhalterung des V8 FRD 12.1 ist geeignet für Fullface- und Halbschalenhelme und liegt vorne auf dem Rucksack. Sie wird mit zwei großen Haken oben am Rucksack eingehängt und kann gleichzeitig zur Komprimierung des Rucksacks dienen, wenn dieser nicht voll gefüllt ist. An der gummierten Unterseite des Rucksacks finden sich außerdem zwei Spanngurte, über die zum Beispiel Knieprotektoren am Rucksack fixiert werden können.

Im Packtest erweist sich der V8 FRD 12.1 so gerüstet als echter Lademeister. Er schluckt problemlos alle vorgegebenen Ausrüstungsgegenstände und könnte bei Bedarf noch wesentlich mehr mit auf Tour nehmen. Das verwundert in Anbetracht der Volumenangabe ein wenig – dieser Rucksack ist eher wie ein 20l Rucksack zu packen.

# Keinerlei Probleme im Packtest - trotz nur 12l Volumenangabe schluckt der V8 FRD 12.1 problemlos alles, was wir mit auf Tour nehmen wollten. Er bietet gefühlt so viel Inhalt wie andere Rucksäcke die mit ca. 20l angegeben sind
# Bereit für den Enduro-Einsatz - hier könnte noch einiges mehr mit eingepackt werden

Abstriche muss man bei der Qualität machen. Mit einem Einstiegspreis von 79 € (ohne Rückenprotektor) ist der FRD 12.1 zwar deutlich günstiger als die anderen Rucksäcke im Test, doch die Verarbeitungsqualität in Form des Nahtbildes und der Schnittgenauigkeit oder auch der Eigengeruch des Rucksacks deuten hier darauf hin, dass ein wenig zu sehr an der Fertigung gespart worden ist. Besonders deutlich wird das am Leitungsausgang für den Trinkschlauch oder auch an den Klettverschlüssen des modularen Systems, die nicht sauber angeordnet sind. Hinzu kommt, dass praktische Details wie gummierte Griffschlaufen an den Reißverschlüssen fehlen. Auf die Haltbarkeit muss dieser erste Eindruck nicht direkt einen negativen Einfluss haben, doch die Freude am Produkt zeigt sich recht stark eingeschränkt. Das liegt vor allem auch daran, dass der Rucksack in sich nicht steif ist nicht in Form bleibt, wenn er leer ist. Auf den Bildern ist das recht gut zu erkennen und könnte sich auf dem Trail negativ bemerkbar machen.

# Der FRD 12.1 ist modular aufgebaut - was das bedeutet werden wir im Kapitel zum Tragesystem eingehend erläutern

Rücken, Gurte und Einstellungen

Das Rucksackmodul des V8 FRD 12.1 ist in einer Größe verfügbar, kann jedoch mit dem Rückenprotektor in drei verschiedenen Längen kombiniert werden. So bietet der Hersteller die Möglichkeit, sich je nach Körpergröße den passenden Protektor auszusuchen und so die eigene Sicherheit zu steigern. Durch den modularen Aufbau ist auch der Hüftgurt in der Position verstellbar, was insbesondere für kleine Personen sehr interessant ist. Abgesehen davon sind wie üblich alle Gurte in der Länge einstellbar.

Das in Serie mitgelieferte Rückenpolster ist relativ dünn dimensioniert und liegt im Einsatz flächig am Rücken an. Der optionale Rückenprotektor ist mit einem weichen 3D-Mesh-Polster an den Seiten ausgestattet und wirkt wesentlich besser verarbeitet als der Rucksack an sich. Er kostet mit 59 € jedoch auch fast nochmal so viel.

Die Schultergurte am Rucksack bauen auf einem breiten Neopren-Kern auf, der nicht gelocht ist. Die Gurte sind kaum vorgeformt, so dass sie relativ gerade am Körper verlaufen und so nicht überall flächig anliegen.

Der Hüftgurt ist abnehm- und in der Höhe verstellbar. So entsteht ein breiter Anschlag und der mit einem weichen 3D-Mesh gepolsterte Gurt ist in sich durchgehend, wodurch er sich ideal an den Körper des Trägers anpassen kann. Vorne wird er mit einer großen Schnalle verschlossen und sitzt so angenehm ohne einzuschneiden.

Sicherheitsausstattung

Bei der Sicherheitsausstattung lässt sich V8 nicht lumpen und stattet den FRD 12.1 nicht nur mit einem Reflektor, sondern auch einer Pfeife am Schultergurt und einer Aufnahme für ein Rücklicht aus.

# Modular aufgebaut: Breite Klettstreifen auf dem Rucksack erlauben es, den Rückenprotektor direkt am Rucksack zu befestigen und gegen das ursprüngliche Tragesystem auszutauschen
# Serienausstattung: Dieses Rückenteil wird als Standard mit dem Rucksack geliefert
# Wer es gegen den Protektoren austauschen will, der kann es einfach abziehen - optional kann auch der Hüftgurt (links im Bild) abgenommen werden
# Der V8 SBS 136.1 Rückenprotektor wird mit Gurten geliefert, so dass er als eigenständiger Protektor getragen werden kann - ohne die Gurte kann er jedoch auch direkt mit dem Rucksack verbunden und so getragen werden
# Der Umbau ist perfekt: Der Rucksack hält über die Klettbänder am Rückenprotektor, der dadurch so nah wie möglich am Körper anliegen kann
# Der Halt zwischen Protektor und Rucksack ist auch durch das Logo etwas eingeschränkt - die in unseren Augen größte Schwäche des Systems. Hier wäre eine Verbindung über einen Reißverschluss sinnvoller
# Im Inneren des Rückenprotektors sitzt ein mehrlagiger Protektor aus zäh elastischem Material - Konsistenz und Eigenschaften sind ähnlich den Schützern von Scott und Camelbak und diverse Prüfergebnisse werden geliefert

Optional kann der Rücksack mit dem 59 € teuren V8 SBS 136.1 Rückenprotektor ausgestattet werden. SBS steht für Switch Back System – der Rückenprotektor ersetzt die normale Rückenpolsterung des Rucksacks und wird über Klettstreifen befestigt. Das sorgt einerseits für eine deutliche Verbesserung des Tragekomforts und garantiert andererseits, dass der Protektor in passender Größe getragen wird. Er ist im Gegensatz zum Rucksack in verschiedenen Größen erhältlich. Eine Anleitung für den separat zu kaufenden Protektor liegt bei, ist allerdings nur auf französisch und englisch abgedruckt. Getestet und zertifiziert ist der Protektor nach EN 1621–2:2003. Im Test soll er weniger als 9 kN Energieübertragung haben, womit er nach Level 2 zertifiziert wäre. Aus der Anleitung geht das jedoch nur indirekt hervor.

# Eine der Schwächen in der Praxis ist, dass die Schultergurte sich durch den dünnen Gurt am Ende leicht verdrehen können - dieses Problem haben wir bei keinem anderen Rucksack im Test beobachtet

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Nachdem wir den Rückenprotektor am V8 FRD 12.1 Rucksack befestigt haben, geht es auf den Trail. Dabei fällt direkt auf, dass der Rucksack nicht besonders fest am Protektoren hängt und umgekehrt. Allein schon das V8 Logo auf der Rückseite des Protektors verhindert den festen Halt und wer am Protektor angreift um den Rucksack anzuheben (er hat eine Griffschlaufe) kann im Zweifelsfall nur den Protektor in der Hand haben. Sobald der Rucksack am Rücken getragen wird, komprimiert das Tragesystem des Rucksacks das Volumen auf den Protektoren, so dass ein Verrutschen dann nicht mehr möglich ist. Das Problem in der allgemeinen Handhabung ist jedoch ärgerlich und mindert den Spaß am Rucksack.

# Beim Tragen des Bikes sind die breiten Gurte an sich angenehm, doch sie verlaufen zu dicht am Hals entlang und sind so insbesondere im Uphill deutlich spürbar - optisch ist auch zu erkennen, wie der Rucksack in sich durchhängt und nicht so kompakt sitzt, wie es das Volumen erwarten lassen würde.

Der weiche Aufbau mit nur zwei indirekten Kompressionsriemen über die Helmhalterung macht sich dann auch auf dem Trail mit einem schlackernden Rucksack bemerkbar. So sitzt zwar der Rückenprotektor zuverlässig am Rücken, doch das Volumen kann sich relativ dazu hin und her bewegen und kostet so Kontrolle und Konzentration.

# Bergauf sorgt der direkt anliegende Rückenprotektor für erhöhte Temperaturen am Rücken
# Geht es schwungvoll ums Eck kann der Rucksack schon mal sein Eigenleben entwickeln - in diesen Fällen bleibt der Rückenprotektor dort wo er hingehört, der eigentliche Rucksack schwingt jedoch locker hin und her

Vom Tragekomfort her ist der Rucksack an sich gut, doch die Schultergurte fallen etwas zu breit aus und reiben so insbesondere im Wiegetritt am Hals. Gleichzeitig kann es passieren, dass sich die Schultergurte beim Anziehen verdrehen. Hier wäre eine breitere und steifere Anbindung an den Rucksack wünschenswert.

Die Belüftung des V8 FRD 12.1 mit montiertem Rückenprotektor ist insgesamt akzeptabel. Das weiche 3D-Mesh-Polster an den Seiten kann Wärme an sich gut abführen, doch die große Fläche und der flache Kanal auf der Rückseite machen der Zirkulation einen Strich durch dir Rechnung. So wird es insbesondere in langen Anstiegen recht warm am Rücken.

# Das Konzept ist interessant, in unseren Augen ist die Ausführung jedoch noch nicht so gut gelungen, dass es aufgeht

Schutz

Das der Rückenprotektor beim V8 FRD 12.1 in verschiedenen Größen verfügbar ist und so mit dem Körper mitwachsen kann ist gegenüber anderen Schutzsystemen mit starrer Rückenlänge und somit nur einer Größe für den Protektor klar vorzuziehen. Der innere Aufbau des Protektors ist so konstruiert, dass er auch mehrere Einschläge in Folge aufnehmen kann und nicht nach einem Crash ausgetauscht werden muss. Damit ergibt sich im Vergleich zu den wesentlich leichteren Box-Konstruktionen bei Evoc oder Ergon ein deutlicher Vorteil für diejenigen, die öfter auf dem Rücken landen wollen ;).

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass der Rückenprotektor unmittelbar am Rücken getragen wird und durch die Klettbefestigung vom eigentlichen Rucksack unabhängig ist. Ausgehen von den eher gemischten Eigenschaften des Rucksacks würden wir den Rückenprotektor jedoch vor allem als Einzelteil im Einsatz sehen – schließlich kann man ihn dann unter das Jersey anziehen und zur Not noch einen anderen Rucksack benutzen.

Fazit zum V8 FRD 12.1

Das modulare Konzept des V8 FRD 12.1 ermöglicht es, einen an die Größe angepassten Rückenprotektoren mit dem Rucksack zu kombinieren. Während die Fächereinteilung und das Packvolumen des Rucksacks positiv auffallen und der Rückenprotektor gut verarbeitet ist, fällt die Verarbeitungsqualität des Rucksacks deutlich dahinter zurück und die fehlende Struktursteifigkeit sorgt dafür, dass der Rucksack im Mountainbike-Einsatz schnell überfordert ist.

Preisvergleich V8 FRD 12.1

Weitere Informationen

V8 Homepage, Vertrieb in Deutschland über Trailtoys
Bilder: Hannah Szwarc, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Besser unterwegs mit modularem Rucksack? V8 Equipment FRD 12.1 im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Rückenprotektor mit Rucksack: Ergon BE1 Enduro Protect im Test

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Der Ergon BE1 Enduro Protect ist wohl einer der minimalistischsten Rucksäcke, die man sich kaufen kann. Der Großteil des Volumens wird von der speziell geformten Trinkblase eingenommen und die Form des Rucksacks selbst wird von der Möglichkeit dominiert, einen Helm so nah als möglich am Körper zu tragen. Geht das Konzept auf? Ist das Volumen sinnvoll nutzbar? Wir haben den Test gemacht.

# Weniger geht kaum noch: Der Ergon BE1 Enduro Protect ist der kleinste Rucksack im Test - an sich ist er kaum mehr als ein Rückenprotektor mit einem kleinen Fach und einer Trinkblase. Reicht das, um ein gelungenes Paket bieten zu können?

Test Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack

Kurz & Knapp

Der Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack ist von Ergon gemeinsam mit Fabien Barel entwickelt worden, um den Ansprüchen von Enduro-Rennfahrern zu entsprechen. So ist er ein stark reduzierter Rucksack der sich auf das notwendigste beschränkt und durch ein niedriges Gewicht und kleine Abmessungen deutlich von der Konkurrenz unterscheidet. Knappe 3,5l Volumen müssen bei diesem Rucksack mit integriertem Rückenprotektor reichen, der zum Preis von 159,95 € angeboten wird. Weniger Rucksack hat man wohl selten für mehr Geld bekommen – doch lohnt sich die Investition?

# Die Helmhalterung dominiert das Design - in der Kerbe soll der Fullface-Helm abgelegt werden können und so möglichst nah am Körper fixierbar sein.
# Breiter Hüftgurt, minimalistische Schultergurte - Ergon hat den BE1 Enduro Protect konsequent auf den Renneinsatz getrimmt

Mit dem folgenden Text charakterisiert Ergon den BE1 Enduro Protect:

Reduced the max! Der erste lupenreine Race Pack für Gravity Rider. In Zusammenarbeit mit Downhill-Legende und Ingenieur Fabien Barel entwickelt. Die 4-fach Rückenlängeneinstellung, selbstjustierende Schultergurte, ein elastischer Hüftgurt mit Einhand-Justierung sowie 2 Tragesystemgrößen sorgen für eine perfekte, individuelle Passform. Superleichter, zertifizierter Vollintegral-Rückenprotektor.

Technische Daten

 Ergon BE1 Enduro Protect
Volumen3,5l
Gewicht980 g
Abmessungen (LxBxH)7 x 19 x 45 cm
GrößenS, L
Preis (UVP)159,95 €
Farbenblack, black/blue, black/red
MaterialNylon, Polyester

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängeja, vier Stufen
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, abnehmbar
Rückenprotektorja, EN 1621-2, herausnehmbar
Trinkblasebis 1,5l (Ergon BH150 im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachnein
Kartenfachnein
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungja
Reflektorennein

Praxisnutzen

Zum ersten Mal haben wir den Ergon BE1 Enduro Protect am Rücken von Fabien Barel in der Entwicklungsphase gesehen. Optisch unterscheidet sich der Rucksack deutlich von seinen konventionellen Konkurrenten, denn anstatt um ein Hauptfach mit großem Volumen herum zu designen ist hier von einem Rückenprotektor ausgegangen worden, der an verschiedenen Stellen verdickt worden ist – je nachdem, wo die Masse am besten zu platzieren gewesen ist.

Das Ergebnis ist ein Rucksack, der sehr minimalistisch ausfällt und sich an diejenigen richtet, die wirklich nur minimale Mengen an Ausrüstung und Nahrung mit auf den Trail nehmen wollen. Für Enduro-Profis leuchtet das aufgrund des geringen Gewichts direkt ein, doch auch für einen normalen Mountainbiker ist durchaus eine Anwendung denkbar: Die schnelle Hausrunde, kurze Touren ohne großen Bedarf an Wechselklamotten und Werkzeug. Hier kann theoretisch jeder von einem Rückenprotektor mit zusätzlichem Packvolumen profitieren.

Wir haben im Praxiseinsatz überprüft, wie gut der Ergon BE1 Enduro Protect nutzbar ist und ob er den Erwartungen entsprechen kann. Der hohe Preis und diverse Auszeichnungen wie jüngst der red dot Design Award lassen einiges erwarten.

Ergon BE1 / BE2 Enduro Rucksäcke by IBC_Tobi

Beladung & Sortierung

Kann ein so kleiner und schlanker Rucksack überhaupt irgendetwas schlucken? Beim direkten Vergleich am Schreibtisch unterscheidet sich der BE1 Enduro Protect doch offensichtlich von seinen Konkurrenten. Dort wo sonst ein Hauptfach des Rucksacks viel Volumen zur Verfügung stellt findet sich nur ein kleines Fach – gerade groß genug für eine kompakte Pumpe, Handy, Geldbeutel und Schlüssel. Wer präzise arbeitet, bringt auch noch einen Schlauch und zwei Reifenheber unter, doch damit ist dann definitiv Schicht im Schacht.

# Vorne oben befindet sich ein Fach, das wir einmal Hauptfach nennen wollen - es schluckt die wichtigsten kleinen Gegenstände und hat ein abgetrenntes Fach mit Reißverschluss zur sauberen Verwahrung von z.B. ein paar Geldscheinen und dem Handy

Die Trinkblase ist der zweite große Bauraum des Rucksacks. Sie findet unten in einem separaten Fach Platz, das gleichzeitig als Auflage für den Helm dient. Um diesen Raum bestmöglich zu nutzen hat Ergon eine eigene Trinkblase (“BH150″)entwickelt, die im Preis inbegriffen ist. Der Schlauch kann aufgeräumt am Rucksack entlang geführt werden und auch auf dem Schultergurt finden sich genügend Ösen, um den Nachschub immer in Reichweite zu haben.

# Die Ergon BH150 Trinkblase mit 1,5l Volumen ist speziell für den BE1 / BE2 entwickelt worden und im Lieferumfang enthalten
# Die Führung des Trinkschlauchs funktioniert gut - hier benutzen wir die Helmhalterung mit um alles ordentlich zu verstauen
# Laschen und Clips ermöglichen eine aufgeräumte Führung am Schultergurt
# Ebenso am Übergang zum Rucksack
# Dieses Fach ist an sich gut gedacht, doch bei voller Trinkblase kann es höchstens einen Geldschein aufnehmen.

Im selben Fach, in der auch die Trinkblase untergebracht ist, befindet sich eine kleine Netztasche. Diese ist jedoch bei voller Befeüllung der Trinkblase nicht zu benutzen und kann dann höchstens einen Geldschein aufnehmen. Hier merkt man, dass bei diesem Rucksack der vorhandene Platz für auf den letzten Millimeter ausgenutzt worden ist.

# Der Rückenprotektor findet hinter dem Fach seinen Platz und kann bei Bedarf entnommen werden - einen Hinweis auf die dann reduzierte Sicherheit gibt es nicht

Die Helmhalterung ist in gewisser Hinsicht das zentrale Element des BE1 Enduro Protect, denn sie bestimmt die Form des Rucksacks. So soll oben auf der Stufe und über dem oberen Fach der Helm getragen werden. Um das zu ermöglichen liegen im oberen Fach zwei dünne Spanngurte mit nummerierten Enden, die anzeigen, was wo eingehängt werden muss. Während sich ein Fullface-Helm so gut befestigen lässt (1x durch den Kinnbügel, 1x über die Gesichtsöffnung) fällt die Montage einer Halbschale schon schwerer. Hier heißt es viel durchfädeln und ausprobieren und im Ergebnis sitzt der Helm eher nicht ideal. Das ist insbesondere deshalb schade, weil ja im Renneinsatz die Halbschale auf dem Rücken getragen wird.

# Das Einfädeln geht dank der Nummern zielgerichtet von der Hand, das Ausfädeln kann sich allerdings als etwas hakelig erweisen

Der Vorteil dieser Konstruktion soll sein, dass der Helm so nah als möglich am Rücken getragen werden kann. Das wirkt sich positiv auf die Fahrdynamik aus und soll auch dann einen sicheren Halt gewährleisten, wenn es im Rennen wild zur Sache geht.

# Der Helm wird quasi auf dem Fach für die Trinkblase abgestellt - gut zu erkennen, wie nah er dabei am Rückenprotektor anliegt und damit auch nah am Fahrer
# Auf Los geht's los - mit diesem Paket könnte man bei einem Enduro-Rennen an den Start gehen

Kommen wir zum eigentlichen Fach, dem verbliebenen Packvolumen am BE1. Es ist klein und durch einen Reißverschluss einmal unterteilt. Platz für eine Brille ist genau so wenig wie für eine Regenhülle. Ein zusätzliches Fach findet sich noch seitlich auf dem Hüftgurt – das war’s.

In unserem Packtest tut sich der BE1 Enduro Protect so schwer. Ihm fehlen Spanngurte an der Außenseite um die Knieprotektoren aufzunehmen und das Volumen reicht nicht aus, um alle Werkzeuge zu verstauen. Auch der große Geldbeutel muss zu Hause bleiben.

# Der Packtest ist wohl kaum als Erfolg zu verbuchen: - nur die Hälfte der Flüssigkeit findet in der Trinkblase Platz und Geldbeutel, Dämpferpumpe, Windjacke und Knieprotektoren können nicht am Rucksack befestigt werden
# Radikal kompakt aber eben auch nicht in der Lage, alle gewünschten Produkte mit auf den Trail zu nehmen

Qualitativ hinterlässt der Ergon Rucksack einen sehr guten Eindruck. Für den hohen Preis gibt es eine saubere Verarbeitung, die Stoffe fühlen sich hochwertig an und schöne Details wie die gummierte Unterseite sprechen dafür, dass hier überlegt worden ist, wofür der Rucksack eingesetzt werden würde. So radikal reduziert dieser Rucksack ist, so gut ist er gemacht. Die einzige echte Schwäche, die sich Ergon hier leistet ist, dass die Enden der Reißverschlüsse nicht verlängert oder gummiert sind. So wird die Handhabung erschwert und mit Handschuhen oder in der Eile zwischen zwei Etappen negativ beeinflusst. Darüber hinaus fehlt eine Möglichkeit, die überstehenden Enden der Gurte zu verstauen. Abschneiden und mit einem Feuerzeug verschmelzen wäre eine Option, doch tut das in Anbetracht des Preises mehr als nur weh.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Um eine bestmögliche Passform zu bieten, verkauft Ergon den BE1 Enduro Protect in zwei Größen. Für jede der Größen ist die Rückenlänge von S bis XL in vier Stufen einstellbar, wodurch sichergestellt werden soll, dass der Rückenprotektor an der richtigen Stelle sitzt und das Tragesystem sich wie konstruiert nützlich machen kann.

# Hier ist das Rückenteil auf Länge M eingestellt - es kann nach Lösen einiger Klettbänder bis auf Länge XL ausgezogen werden

Alle Gurte des Rucksacks sind einstellbar – für schlanke Personen ist der Hüftgurt jedoch etwas zu lang geraten. Ergon setzt hier zum Erreichen einer bestmöglichen Fixierung bei hohem Tragekomfort auf einen durchgehend gepolsterten Gurt. Wenn dieser jedoch zu lang ist, kann man ihn nicht ideal mit der vorgesehenen Schnalle sichern. Etwas kürzer wäre hier besser. Praktisch ist hingegen die Markierung auf den Schultergurten die relativ zum Schlüsselbein angibt, ob man den Rucksack in die richtige Position gezogen hat.

# Das Tragesystem des Ergon BE1 Enduro Protect ist in vier Positionen verstellbar - die Gurte sind minimalistisch ausgeführt und drehbar gelagert, die Polster an der Hüfte sitzen direkt auf dem Hüftgurt. Ergon zieht die Reduktion konsequent durch.

Das verstellbare Rückenteil besteht aus vier langen Mesh-Polstern, zwischen denen sich ein Belüftungskanal befindet. Das Mesh ist ähnlich dem Deuter Attack relativ dick und komfortabel ausgelegt und das untere Polster geht direkt in den Hüftgurt über. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass sich die Polster mit dem Gurt mitbewegen können und für einen sicheren Halt am Rücken sorgen.

Die Schultergurte sind aus einem gummierten, extrem dünnen Stoff gefertigt. Das ermöglicht eine sehr gute Belüftung und der Rucksack hält fest am Trikot – auch wenn er gar nicht so stark vorgespannt wird. Die Gurte selbst sind am Übergang in das verstellbare Rückenteil drehbar gelagert und sollen sich laut Ergon so ideal an die Bewegungen des Fahrers anpassen.

# Die Schultergurte und der Hüftgurt sind mit einer silikonartigen Schicht überzogen - so kleben sie förmlich am Trikot und sorgen für zusätzlichen Halt

Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack by IBC_Tobi

Der Hüftgurt ist wie der Rücken selbst mit Mesh-Polstern versehen und ist an den Seiten wie auch die Schultergurte aus einem weich beschichteten, dünnen Material gefertigt. Verschlossen wird der durchgehend breite Gurt mit einer breiten Schnalle, die einfach zu bedienen ist. Leider ist dieser Verschluss – wie bereits genannt – recht lang und so bei schlanken Fahrerinnen und Fahrern nicht ideal.

Sicherheitsausstattung

Welche Sicherheitsausstattung kann ein so minimalistischer Rucksack bieten? Während sich weder Reflektoren noch eine Pfeife am Ergon BE1 Enduro Protect finden, gibt es immerhin einen Clip zur Montage des Rücklichts und – selbstverständlich – einen Rückenprotektoren. Der wird von der Firma Leidel und Kracht hergestellt, die auch für Evoc fertigt, und erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2. Der Rückenprotektor ist herausnehmbar und über einen breiten Klettverschluss gesichert. Er reicht allerdings nicht bis ganz oben an das Ende des Rucksacks und wandert relativ gesehen nach unten, wenn das Rückenteil verlängert wird. Das sollte bei großen Personen berücksichtigt werden.

# Der Ergon-eigene Rückenprotektor wird von Leidel und Kracht in Deutschland hergestellt - nach einem harten Crash ist er auf jeden Fall hinsichtlich bleibender Schäden zu untersuchen und gegebenenfalls auszutauschen

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wenn es auf den Trail geht schlägt die Stunde des Ergon BE1 Enduro Protect. Durch sein niedriges Gewicht, die kompakten Abmessungen und das gut gelungene Tragesystem lässt er sich schnell anpassen und sitzt dann erstklassig am Rücken. So leicht wie er ist gibt es keinen Grund hin und her zu wackeln und so kann der elastische Hüftgurt den Komfort steigern, während der Rucksack immer noch fest am Rücken sitzt. Er wandert im Downhill nicht in den Nacken und auch ein befestigter Fullface-Helm bereitet dem Rucksack keine Probleme. Das liegt vor allem daran, das ein Großteil des Gewichts – die Trinkblase – direkt zwischen den Enden des Hüftgurtes liegt und so ideal an Ort und Stelle fixiert werden kann.

# Bergauf mit dem Fullface-Helm am Rücken - das Enduro-Konzept geht beim BE1 definitiv auf. Wir hätten uns nur eine einfacher zu handhabende Helmhalterung gewünscht

Durch die breiten und weichen Polster ist der Rucksack gleichzeitig sehr bequem zu tragen – und da ohnehin nur wenig Zuladung mit an Bord genommen werden kann, wirken sich die dünnen, ungepolsterten Schultergurte nicht negativ auf den Komfort aus.

# Umgekehrte Reihenfolge: Fullface auf den Kopf und Halbschale auf den Rucksack - beides fährt sich sehr gut und sitzt so nah am Rücken, dass man getrost Vollgas geben kann

Da ist es auch kein Wunder, dass der Ergon auch bei der Belüftung gut abschneidet. Er ist leicht und bedeckt einen relativ kleinen Teil des Rückens, so dass viel Wärme direkt aufsteigen kann und nicht vom Rucksack zurück gehalten wird. So verschafft sich der Rucksack einen konstruktiven Vorteil, der von den breiten Belüftungskanälen am Rücken noch unterstützt wird.

# Bei Körpergröße 1,93 m und auf XL ausgezogenem Rückenteil wandert der Protektor relativ tief auf den Rücken
# Bei kleineren Fahrern sitzt er hingegen hoch - genau dort, wo der hingehört

Schutz

Der Rückenprotektor im Ergon BE1 Enduro Protect wird wie bei Evoc von der Firma Leidel & Kracht in Deutschland hergestellt. Er erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2:2014 und hört auf den Namen P–2D 04. Die Box-Konstruktion aus EPS ist sehr leicht und schlanker als bei Evoc, was das Gewicht nochmals reduziert.

Während das niedrige Gewicht den Vorteil hat, sich positiv auf den Tragekomfort auszuwirken, muss erwähnt werden, dass es anders als die mehrschichtigen Schaumstoffprotektoren vieler Konkurrenten nicht jeden Einschlag regenerieren kann. So kann ein Sturz bleibenden Schaden am Protektor verursachen, der nur durch einen Austausch des Protektors behoben werden kann. Andernfalls ist die Schutzwirkung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet.

# Der Halt am Rücken ist ausgezeichnet, die Belüftung sehr gut - der Ergon BE1 Enduro Protect kann überzeugen. Zumindest dann wenn man bereit ist, einige Entbehrungen in Kauf zu nehmen

Abgesehen davon deckt der Protektor die erforderlichen Bereiche ab und kann eng genug und sicher am Körper fixiert getragen werden, um seinen Schutz entfalten zu können. Gegenüber einem reinen Rückenprotektor – ohne die Rucksackanbauten des Ergons – ist der Abstand dennoch größer und die Fläche kleiner – ein Kompromiss den jeder selbst für sich entscheiden muss. Wer beim Enduro Rennfahren den vollen Schutz genießen will der sollte sich überlegen, ob er nicht mit einem echten Rückenprotektor besser bedient ist.

Fazit

Der Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack ist ein konsequenter Minimalist. Das Packmaß reicht gerade so für die nötigste Ausrüstung und mit 1,5l ist auch die Trinkblase limitiert. Das Design ist jedoch wegweisend und abgesehen von kleinen Detailschwächen wie der Helmhalterung macht sich der radikale Ansatz in einem sehr angenehm zu tragenden und absolut ruhig sitzenden Produkt bezahlt. Wer nicht mehr braucht und genau diese Art von Rucksack sucht kann hier zugreifen – auch wenn der Preis hoch ist.

Preisvergleich Ergon BE1 Enduro Protect

Weitere Informationen

Ergon Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Rückenprotektor mit Rucksack: Ergon BE1 Enduro Protect im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Kompakter Freeride-Rucksack: Scott Grafter Protect 12 im Test

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Der Scott Grafter Protect 12 Rucksack ist das Angebot von Scott an Enduro-Biker und Freerider, die einen Rucksack mit integriertem Rückenprotektor und kompakten Abmessungen für kurze Touren und Ausflüge zu Rennen oder in den Bike-Park suchen. Nachdem das Vorgängermodell uns nicht voll überzeugen könnte, haben wir im Test überprüft, wie sich der Nachfolger schlagen kann. Neben diesem Einzeltest zum Scott Grafter 12 wird es anschließend am kommenden Montag den Vergleichstest der Mountainbike-Rucksäcke zu lesen geben, indem wir beschreiben, wie der Scott sich im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern präsentiert.

# Der Scott Grafter Protect 12 wird in zwei Farben und einer Größe angeboten - wir haben den kompakten Rucksack einem intensiven Test unterzogen

Test Scott Grafter Protect 12 Rucksack

Kurz & Knapp

Der Scott Grafter Protect 12 kommt als leichter Rucksack mit integriertem Rückenprotektor. Zum Preis von 99,95 € ist der Protektor enthalten, eine Trinkblase muss jedoch separat erworben werden. Insgesamt 12l Volumen stehen zur Verfügung und Scott hat auch an diverse Spanngurte und Taschen gedacht, damit der Rucksack in der Praxis gut nutzbar wird.

# Der Vorgänger hatte uns nicht überzeugen können - umso gespannter sind wir auf die Leistung des neuen Modells gewesen, das sich auf der Eurobike bereits in vielen Details verbessert gezeigt hatte
# Breite Schultergurt aber ein dünner Hüftgurt - wie gut funktioniert dieses voll einstellbare Tragesystem auf dem Trail?

Mit den folgenden Worten beschreibt Scott den Grafter Protect 12 auf der Homepage:

Der SCOTT Grafter Protect 12 Rucksack ist ein widerstandsfähiger, perfekt dimensionierter Rucksack für hohe Beanspruchungen, der gleichzeitig auf die Komfort-Bedürfnisse von Freeridern eingeht. Das ergonomisch geformte Netz-Panel mit belüfteten Schaum-Einsätzen und die herausnehmbare Rückenprotektorplatte bieten Dir optimalen Tragekomfort und Schutz in einem. Dieser Rucksack ist mit einem Helmträgersystem für Integralhelme, einem Protektoren-Befestigungssystem sowie einer hochfunktionellen Brustgurtschnalle ausgestattet. Mit dem Grafter Protect 12 bleiben keine Wünsche offen.

Technische Daten

 Scott Grafter Protect 12
Volumen12l
Gewicht1.060 g
Abmessungen (LxBxH)13 x 20 x 46 cm
GrößenEinheitsgröße
Preis (UVP)99,95 €
Farbenblack/grey, black/blue
Material210D Diamond Ripstop Polyurethan, 360 Double Twin Chain, 600 Polyester, 210D Polyester

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängenein
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, integriert
Rückenprotektorja, integriert
Trinkblasekompatibel bis 3l (nicht im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachja
Werkzeugfachja
Kartenfachnein
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungnein
Reflektorennein

Praxisnutzen

Der Scott Grafter Protect wird in verschiedenen Größen angeboten und ist zur Eurobike gründlich überarbeitet worden. Während wir im Herbst das Modell mit 16l im Test hatten und nicht ganz überzeugt waren – die Kritikpunkte lagen insbesondere bei der Verarbeitung, der Fächereinteilung und dem Tragesystem – präsentiert sich der Nachfolger mit kompakten 12l und einigen offensichtlichen Veränderungen. Bereits beim Auspacken wird dabei deutlich: Dieser Rucksack ist wesentlich besser verarbeitet als das letzte Testmodell.

Der integrierte Rückenprotektor soll den Rucksack zu einem idealen Begleiter für abfahrtslastige Ausfahrten machen, bei denen eine gewisse Ausrüstung mit am Mann sein muss. Platz für Pumpe, Schlauch und Verpflegung sollte im Rucksack in jedem Fall sein. Wie sich der Rucksack in den verschiedenen Bewertungsdimensionen geschlagen habt haben wir in den folgenden Unterpunkten für euch differenziert beschrieben.

Beladung & Sortierung

Über den vordersten Rucksack wird beim Scott Grafter Protect 12 das Hauptfach geöffnet, das über die gesamte Länge des Rucksacks reicht. Auf der Vorderseite ist es mit länglichen Einschubtaschen versehen, die beispielsweise eine Pumpe sicher aufnehmen und an Ort und Stelle halten. Auf der Rückseite befindet sich eine Netztasche, die gut geeignet ist, zum Beispiel den Geldbeutel und die Autoschlüssel aufzunehmen. Das Hauptfach kann bis knapp zur Hälfte geöffnet werden und verhindert so ein unbeabsichtigtes Herausfallen des Inhalts. Gleichzeitig wird aber auch der Zugang zu den tiefer im Rucksack befindlichen Gegenständen etwas erschwert.

# Das Hauptfach kann zur Hälfte aufgeklappt werden - hier befindet sich eine große Netztasche, kleine Einschubtaschen (nicht zu sehen) und einige Hinweise zum Rucksack inklusive dem Hinweis auf den Protektor. Scott gibt den Rucksack von 38 bis 50 cm frei.

Seitlich am Rucksack befinden sich zwei flache Fächer, in denen beispielsweise Riegel oder ein Multitool ihren Platz finden können. Im Gegensatz zum Klettverschluss beim alten Modell findet sich hier ein Reißverschluss, der den Inhalt sicher verstauen hilft.

# Seitlich befinden sich schlanke Taschen, die durch einen Reißverschluss gesichert sind

Oben in der Mitte befindet sich ein weiteres relativ großes Fach, in dem Handy, Brille oder andere Gegenstände, die schnell zur Hand sein müssen, abgelegt werden können. Es ist zwar nicht weich ausgepolstert, sollte jedoch trotzdem seinen Dienst tun und den Inhalt vor den Gegenständen im Hauptfach schützen.

Die Trinkblase befindet sich hinten zusammen mit dem Rückenprotektoren in einem Fach. Das hilft bei der Beladung und ermöglicht die Unterbringung von bis zu 3l großen Trinkvolumen. Dabei wird der Platz zwar sehr eng, doch für unseren Packtest ist es uns gelungen. Der Schlauch der Trinkblase wird oben mittig aus dem Rucksack geführt und während wir im letzten Jahr hier noch Grund zur Kritik hatten, wird er nun sauber mit zwei Laschen und einem Clip direkt am Brustgurt sauber geführt. Da wackelt nichts und die Flüssigkeit ist stets griffbereit.

Die Helmhalterung des Grafter ist für Halbschalen- und Vollvisier-Helme getrennt ausgeführt. Unter der vorderen Abdeckung, die mit vier Spanngurten die gleichzeitig als Kompressionsriemen dienen, kann der Kinnbügel eines Downhill-Helms fixiert werden. Gummierte Aufnäher sorgen hier dafür, dass der Helm sicher befestigt wird und gleichzeitig der Rucksack geschützt ist. Auf der Innenseite verfügt sie außerdem über ein tiefes Einschubfach, in dem sich ein weiteres Werkzeug oder nasse Handschuhe sehr gut unterbringen lassen. So wird der Raum voll genutzt und die praktischen Details verbessern die Nutzbarkeit im Alltag.

Für Halbschalenhelme findet sich oben auf dem Rucksack eine leichte und effektive Lösung: Die ovale Kunststoffplatte ist an einem elastischen Zug befestigt und kann durch eine Belüftungsöffnung gefädelt werden. Dreht man sie anschließend um 90°, so legt sie sich flach oben auf den Helm und hält diesen in Position. Das funktioniert schnell und einfach – zumindest solange man einen Helm mit ausreichend großen Belüftungsöffnungen hat.

# Vier Kompressionsriemen helfen dabei, alles sicher zu verzurren

Vorne quer unter der Helmhalterung befindet sich noch ein langer Spanngurt, der genutzt werden kann, um Jacken oder Knieprotektoren am Rucksack zu befestigen. Diese Lösung ist sauber und ordentlich, da der Spanngurt bei Nicht-Gebrauch durch zwei Öffnungen ins Innere des Rucksacks gelegt werden kann. Dennoch hat der Scott mit seinen vier Kompressionsriemen insgesamt viele Bändel und offene Gurtenden. Da kommt es gerade recht, dass überall elastische Bänder angebracht sind, um die freien Enden zu fixieren. Zu guter Letzt befinden sich zwei flache Taschen auf dem Hüftgurt links und rechts.

In unserem Packtest wäre der Scott Grafter fast gescheitert. Seine 12l Volumen sind durch die schlanke Bauweise schnell aufgebraucht und nur der Spanngurt auf der Vorderseite rettet ihn, so dass wir alle gewünschten Ausrüstungsgegenstände auch unterbringen konnten. Platz ist dann jedoch keiner mehr gewesen, wodurch die Mitnahme von Verpflegung eingeschränkt gewesen wäre.

# Knapp bestanden: Im Packtest geht der Grafter Protect 12 an seine Grenzen und kann eben so die geforderten Artikel verstauen
# Als besonders hilfreich erweisen sich dabei die Spanngurte an der Helmhalterung und der zusätzliche Gurt vorne auf dem Rucksack - so kann da Volumen wirksam auf der Außenseite erweitert werden

Bei schlechtem Wetter muss man beim Scott Grafter Protect auf eine Regenhülle verzichten, wodurch der Rucksack voll eingematscht werden kann. Während der untere Bereich gut zu reinigen ist, fällt im oberen Bereich aufgrund der vielen Reißverschlüsse und Gurte das Säubern etwas schwerer.

Qualitativ hat Scott den Grafter auf eine deutlich höhere Ebene gehoben. So sind zwar immer noch kleine Abweichungen im Nahtbild und im Zuschnitt der Stoffe sichtbar, die im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie dem POC, Deuter oder Evoc auffallen, doch der Gesamteindruck ist erheblich verbessert worden. Besonders das Tragesystem hat von der Qualitätssteigerung profitiert.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Scott bietet den Grafter Protect 12 Rucksack in einer Größe mit fester Rückenlänge an. Zwar ist im Lieferumfang keine Anleitung mit Hinweisen zur richtigen Anpassung des Rucksacks enthalten, doch da alle Gurte längs einstellbar sind und der Rücken für den Fahrer vorgeformt ist fällt die Anpassung jedem leicht, der schon mal einen Rucksack getragen hat.

# Der Rücken des Grafter ist vollständig überarbeitet. Eine Kunststoffeinlage gibt die Form vor und die Polsterung ist nur an den wichtigsten Punkten hervorgehoben - den Kern bildet am Rücken und dem Hüftgurt jeweils ein gelochter Schaumstoff

Beim Vorgängermodell hatten wir kritisiert, dass das Rückenteil relativ formlos gestaltet ist und immer flächig am Körper anliegt, wodurch sich die Hitze am Rücken stauen kann. Das neue Modell zeigt sich hier entscheidend weiter entwickelt und verbaut hinter dem Rückenprotektoren nochmals eine durchgehend Kunststoffeinlage, die die Form des Rucksacks vorgibt und ein Durchdrücken des Inhaltes in den Rücken verhindern hilft.

Die Rückenpolsterung ist durch einen unter einem offenporigen Mesh fixierten Schaumstoff mit gleichmäßig verteilten Öffnungen realisiert und zieht sich über die gesamte Fläche des Rückenteils. An den Schultern sowie über dem Steißbein sind zusätzlich leicht verdickte Polsterungen vorgesehen, die den Tragekomfort steigern sollen.

# Die Schultergurte greifen relativ weit vorne am Rucksack an - so stellen sie sicher, dass der Rückenprotektor so nah als Möglich am Körper gehalten wird

Die Schultergurte sind direkt über dem Hauptfach angeschlagen und sorgen so dafür, dass der Rückenprotektor so nah als möglich an den Rücken herangedrückt wird. Die Gurte sind ergonomisch vorgeformt und bestehen aus einem Neoprenkern, der in den Kontaktbereichen mit weicher Microfaser umhüllt ist. Der Brustgurt ist in einem sehr weiten Bereich einstellbar und elastisch ausgeführt.

# Der Hüftgurt ist breit angeschnitten, verjüngt sich dann jedoch zu einem dünnen Gurt wie an der Brust - das schadet dem Komfort und die kleine Schnalle ist mit Handschuhen schwer zu bedienen.

Der Hüftgurt greift seitlich breit am Rückenteil an und ist mit dem identischen Schaumstoff gepolstert wie der Rücken selbst. Verschlossen wird er mit einem dünnen Gurt mit kleiner Schnalle, was nicht ideal zu bedienen ist und bei engem Verschluss relativ stark einschneidet. Wie das den Tragekomfort beeinflusst, haben wir auf dem Trail erfahren.

Sicherheitsausstattung

Abgesehen vom Rückenprotektor ist der Scott Grafter Protect 12 bei der Sicherheitsaussattung relativ spärlich ausgerüstet. So finden sich weder eine Halterung für ein Rücklicht noch Reflektoren oder eine Pfeife am Rucksack. Der integrierte Rückenprotektor entspricht den CE Richtlinien und kann bei Bedarf herausgenommen werden. Er ist perforiert und aus drei Lagen eines zäh elastischen Stoffs gefertigt – ähnlich dem Modell von Camelbak. Von der Form her verbreitert er sich an den Enden etwas und soll so besseren Schutz an der Hüfte und den Schulterblättern bieten, im Kern jedoch die Wirbelsäule abdecken.

# Hinten im Rucksack sitzt der Rückenprotektor, der aus einem mehrlagigen, stark dämpfenden Material hergestellt ist - in diesem Fach lässt sich mit etwas Nachdruck auch die Trinkflasche unterbringen, so dass sie nicht im Hauptfach eingeführt werden muss
# Von der Fläche her ist der Rückenprotektor im Grafter trotz des schlanken Rucksacks ähnlich breit wie die Modelle der Konkurrenz

Zu den Schutzwerten und Einstufungen nach EN Richtlinien macht Scott beim Rückenprotektor keine Angaben und veröffentlicht keine Messwerte.

# Die gepolsterten Schultergurte helfen dabei, komfortabel das Rad zu tragen - der Rucksack selbst ist dabei nicht im Weg
# Testfahrer Thomas Fritsch nimmt den Grafter mit auf den Trail - für abfahrtslastige Touren ist er ein guter Begleiter

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Beim ersten Aufziehen fällt auf, dass der Scott Grafter Protect trotz 355 g schwerem Rückenprotektor insgesamt relativ leicht ist. So bringt er gerade 1.060 g auf die Waage und ist damit ein gutes Stück leichter als einige der Konkurrenten. Nach dem ersten Einstellen liegt er eng am Rücken an und fühlt sich gut an. Der Hüftgurt leistet hier gute Arbeit, wobei der dünne Gurt an der Vorderseite nicht nur mit Handschuhen schlecht zu bedienen ist, sondern auch beim Fahren in den Bauch einschneidet. Das wird auf langen Ausfahrten spürbar und könnte durch einen breiteren Gurt leicht behoben werden.

# Bergauf hilft der schmale Rucksack bei der Belüftung, doch unter dem eng anliegenden Rückenprotektor wird es zwangsläufig warm

So zeigt sich der Tragekomfort insgesamt als gut, mit kleinen Abstrichen beim Hüftgurt. Leichte Einschränkungen gibt es auch bei der Belüftung. Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell ist diese aber erheblich verbessert und der Rucksack staut gefühlt weniger Wärme auf. Hierbei hilft auch die relativ schlanke Bauweise, die ähnlich den Ergon Rucksäcken viel Fläche des Rückens frei gibt und so eine gute Zirkulation ermöglicht.

# Wer auf dem Trail ein wenig spielt kann sich auf den Grafter verlassen - der sitzt ruhig und fest am Rücken und reduziert seine Bewegungen auf ein Minimum

Dennoch ist die Belüftung durch den eng anliegenden Rücken ohne Belüftungskanäle nur eingeschränkt möglich und eine freie Zirkulation der Luft wird unterbunden. Hier präsentiert sich einmal mehr der Zielkonflikt zwischen Komfort und Schutz, den auch Scott zu Gunsten des Schutzes entschieden hat.

Schutz

Wie bei den anderen Modellen mit einem mehrlagigen Schaumstoffprotektor auch hat der Scott Grafter Protect 12 den Vorteil, dass sein Protektor im Falle eines Sturzes seine dämpfenden und schützenden Eigenschaften behält. So muss nach einem Sturz nur der Zustand des Protektors geprüft werden, doch wenn dieser keine Schnitte oder andere bleibenden Schäden davongetragen hat, kann man ihn bedenkenlos weiter verwenden.

# Da das Rückenteil nicht in der Länge verstellbar ist und der Rucksack nur 46 cm lang ist, kann der Schutz bei großen Personen eingeschränkt sein

Das Tragesystem stellt sicher, dass der Protektor eng am Rücken getragen wird. Angaben zur Zertifizierung und Wirkung des Rückenprotektors lassen sich bei Scott jedoch nicht schicken und in Ermangelung eines entsprechenden Prüfstandes nicht selbst generieren.

Fazit

Der Scott Grafter Protect 12l präsentiert sich gründlich überarbeitet und in vielen Details überarbeitet zur neuen Saison. Sein Tragesystem arbeitet effizient und die Veränderungen am Aufbau des Rückenteils wirken sich positiv auf den Tragekomfort aus. Verbessert wurde auch die Einteilung der Fächer und Taschen am Rucksack. Aufgrund der schlanken Bauweise ist das Volumen dennoch relativ begrenzt und der Rucksack so eher ein Begleiter für kurze Touren oder Ausflüge mit dem Lift.

Preisvergleich Scott Grafter Protect 12l


Weitere Informationen

Scott Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag Kompakter Freeride-Rucksack: Scott Grafter Protect 12 im Test ist auf MTB-News.de erschienen.


6,5l – kann das reichen? Ergon BE2 Enduro Rucksack im Test

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Der Ergon BE2 Enduro Rucksack basiert auf dem Ergon BE1 Enduro Protect, den wir bereits gestern für euch getestet haben. Warum beide Modelle in den Vergleich aufnehmen, wenn sie sich an sich doch recht ähnlich sind, könnte man sich fragen? Diese Frage ist absolut berechtigt: Unserer Einschätzung nach ist es relativ wahrscheinlich, dass man sich zwischen den beiden Modellen entscheiden muss, wenn man sich erst für einen derartig reduzierten Rucksack entschieden hat. Daher wollen wir bei dieser Kaufentscheidung ein wenig Anleitung geben und auf die Vor- und Nachteile des etwas größeren BE2 im Vergleich zum BE1 eingehen. Die Ergebnisse erfahrt ihr in diesem Test.

# Fast doppelt so viel Volumen und noch immer sehr reduziert: der Ergon BE2 Enduro Rucksack ist der große Bruder des BE1 Enduro Protect
# Die Unterschiede sind klein aber nicht unerheblich - so wird der Ergon BE2 mit Spanngurten an der Unterseite, zusätzlichen Fächern und mehr Volumen im Hauptfach geliefert. Dafür gehört der Rückenprotektor nicht mehr zum Lieferumfang und muss für 35 € separat erworben werden
# Das Tragesystem ist bei BE1 und BE2 identisch - sehr dünne und gut belüftete Schultergurte werden mit einem relativ breiten und gut gepolsterten Hüftgurt kombiniert

Test Ergon BE2 Enduro Rucksack

Kurz & Knapp

Der Ergon BE2 Enduro Rucksack basiert auf dem stark reduzierten Ergon BE1 Enduro Protect, der sich an Enduro-Rennfahrer richtet. Im Vergleich dazu bietet der BE2 mit 6,5l fast doppelt so viel Volumen und zusätzliche Taschen und Spanngurte sollen ihn alltagstauglicher machen als den doch recht radikalen Bruder. Ein wichtiger Unterschied ist, dass zum Preis von 139,95 € der Rückenprotektor nicht im Lieferumfang enthalten ist – der kann jederzeit nachgerüstet werden, kostet dann aber 35 € extra.

Wie sich das zusätzliche Volumen am BE2 auswirkt und ob das Konzept so besser oder schlechter aufgeht, haben wir in diesem Test auf die Probe gestellt.

Technische Daten

 Ergon BE1 Enduro Protect
Volumen6,5l
Gewicht1.030 g
Abmessungen (LxBxH)10 x 19 x 45 cm
GrößenS, L
Preis (UVP)139,95 €
Farbenblack, black/blue, black/red
MaterialNylon, Polyester

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängeja, vier Stufen
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, abnehmbar
Rückenprotektornein, Ergon BP100 optional
Trinkblasebis 1,5l (Ergon BH150 im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachnein
Kartenfachnein
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungja
Reflektorennein

Praxisnutzen

Nachdem wir den ersten Prototypen des Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack gesehen hatten, haben wir diskutiert, wie viel Volumen man wirklich braucht. Und während sich die einen sich sicher sind, dass 3,5l vollkommen ausreichen, sind die anderen der Meinung gewesen, dass man doch etwas mehr mit auf den Trail nehmen können müsste. Ergon hat an diese potentiellen Kunden gedacht und auf der Eurobike auch eine größere Version des BE1 vorgestellt, die auf den Namen BE2 Enduro hört. Im Namen fehlt der Zusatz “Protect”, was ganz einfach daran liegt, dass der Rückenprotektor hier nicht im Lieferumfang enthalten ist.

Identisch sind die beiden Rucksäcke hingegen in ihrer Grundgestalt: Trinkblase unten quer, Stauraum oben. Das Ergebnis ist im Falle des BE2 ein Rucksack, der noch immer recht minimalistisch ausfällt, aber für diejenigen zusätzlichen Stauraum bietet, die auf der Hausrunde oder im Enduro-Rennen beispielsweise nicht auf eine Windjacke verzichten wollen. Trotz des erweiterten Volumens ist jedoch auch der BE2 noch immer eher ein Rückenprotektor mit Stauraum als ein Rucksack mit Rückenprotektor. Mit der feinen Unterscheidung, dass hier der Rückenprotektor als Sonderausstattung dazu gekauft werden muss. Damit das Konzept an sich aufgeht, würden wir diese Investition empfehlen.

Ergon BE1 / BE2 Enduro Rucksäcke by IBC_Tobi

Wir haben im Praxiseinsatz überprüft, wie gut das zusätzliche Volumen des Ergon BE2 Enduro Rucksacks nutzbar ist und ob er den Erwartungen entsprechen kann.

Beladung & Sortierung

Nachdem der BE1 Enduro Protect bei unserem Packtest nur einen Teil der Zuladung aufnehmen konnte, sind wir auf den BE2 gespannt gewesen. Das Hauptfach ist hier in etwa doppelt so groß bemessen und nochmals unterteilt. Zwischen den beiden Ebenen ist eine Klarsichtfolie, die dafür sorgt, dass man über das ohnehin schon reduzierte Packmaß gut den Überblick behält. Zusätzlich gibt es ein kleines Fach mit Reißverschluss ganz vorne auf dem Hauptfach. So gerüstet können die wichtigsten Utensilien mit eingepackt werden, Werkzeuge und andere Beladung sind jedoch stark limitiert. So sind beispielsweise ein Schlauch, der Geldbeutel und das Handy immerhin sicher verstaut. Die zentrale Botschaft ist jedoch, dass im BE2 wesentlich mehr Volumen nutzbar ist als im BE1 – womit der Rucksack deutlich alltagstauglicher wird. Auf ein Brillenfach oder eine Regenhülle muss man jedoch nach wie vor verzichten.

# Das Hauptfach ist in zwei Ebenen aufgeteilt, eine Klarsichtfolie trennt und sorgt für Übersicht
# Im hinteren Teil des Hauptfachs findet sich auf der Rückenprotektor - doch der ist nicht im Lieferumfang enthalten. Stattdessen wartet hier ein Dummy aus Schaumstoff

Weiteres Volumen findet sich in einer Tasche seitlich am Hüftgurt und unter dem Rucksack warten beim BE2 zwei Spanngurte, die beispielsweise Protektoren aufnehmen können. Zu guter Letzt gibt es beim 6,5l fassenden BE2 noch ein kleines Fach unter der Trinkblase, welches beispielsweise Werkzeug aufnehmen kann und insgesamt die Nutzbarkeit weiter verbessert.

Das Highlight ist auch am BE2 die von der Helmhalterung und der Trinkblase dominierte Design. Das Trinkvolumen findet unten quer am Rucksack seinen Platz. Die Führung des Trinkschlauchs gelingt dank vieler Ösen und Laschen gut, am Schultergurt sichert zusätzlich ein Clip das Ende des Schlauchs vor freiem Schwingen. Wie auch beim BE1 ist die kleine Netztasche unten im Fach der Trinkblase bei voller Volumenausnutzung nur unzureichend benutzbar.

# Die Helmhalterung ist mir zwei Spanngurten gelöst - das funktioniert an sich gut, ist bei der Montage aber ein wenig hakelig

Die Helmhalterung wird durch zwei Gurte realisiert, die oben im Hauptfach ihren Platz finden und jeweils durch den Helm gefädelt werden. Nummerierte Ösen helfen dabei, die Übersicht zu behalten und an der richtigen Stelle einzufädeln. Während die Markierungen klar und deutlich sind und man sich hier eher nicht vertun kann, ist die Funktion insgesamt doch nur akzeptabel, da zwar ein sicherer Halt erreicht wird, dafür aber eine schnelle Montage einiges an Übung erfordert und je nach Helm unterschiedlich gute Ergebnisse erreicht werden. Ist er erst mal verzurrt liegt der Helm sehr eng am Rücken an, was dadurch auch mit Helm am Rucksack bei Vollgas kein Problem darstellt. Nur wenn das obere Fach bis zum Rand voll gefüllt ist, sitzt der Helm relativ gesehen etwas zu hoch auf und kann die Einkerbung unten über der Trinkblase nicht mehr voll nutzen. Hier zeigt sich, dass der BE2 vom BE1 abgeleitet worden ist.

# Die Leitung für das Trinksystem kann sauber am Rucksack entlang geführt werden
# Ein echter Vorteil: Der BE2 Enduro verfügt über zwei Spanngurte an der Unterseite, mit denen beispielsweise die Knieprotektoren fixiert werden können

In unserem Packtest tut sich auch der Ergon BE2 Enduro schwer, doch er kann die meisten Ausrüstungsgegenstände tatsächlich mit an Bord nehmen. So helfen die beiden Spanngurte unten am Rucksack ebenso wie das vergrößerte Hauptfach und am Ende bleibt nur die Hälfte des Wassers und die lange Dämpferpumpe auf der Strecke.

# Akzeptabel im Packtest: Mit 6,5l Volumen kann der Ergon BE2 Enduro fast alles schlucken, was wir mitnehmen wollten - lediglich die lange Dämpferpumpe und 1,5l Wasser müssen zu Hause bleiben
# Gut gerüstet und bis an die Grenze bepackt - je voller das obere Fach, desto schlechter sitzt der Helm am Rucksack

Qualitativ hinterlässt der Ergon Rucksack einen sehr guten Eindruck. Für den hohen Preis gibt es eine saubere Verarbeitung, die Stoffe fühlen sich hochwertig an und schöne Details wie die gummierte Unterseite sprechen dafür, dass hier überlegt worden ist wofür der Rucksack eingesetzt werden würde. So reduziert dieser Rucksack ist, so gut ist er gemacht. Die einzige echte Schwäche, die sich Ergon hier leistet ist, dass die Enden der Reißverschlüsse nicht verlängert oder gummiert sind. So wird die Handhabung erschwert und mit Handschuhen oder in der Eile zwischen zwei Etappen negativ beeinflusst. Darüber hinaus fehlt eine Möglichkeit, die überstehenden Enden der Gurte zu verstauen. Abschneiden und mit einem Feuerzeug verschmelzen wäre eine Option, doch tut das in Anbetracht des Preises mehr als nur weh.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Wie auch der BE1 wird der Ergon BE2 Enduro in zwei Größen angeboten (S bis 175 cm, L darüber) und bietet die Möglichkeit, das Rückenteil in der Länge nach oben hin in vier Stufen einzustellen. So soll sichergestellt werden, dass der Rückenprotektor an der richtigen Stelle sitzt und das Tragesystem richtig arbeiten kann.

Alle Gurte des Rucksacks sind einstellbar – für schlanke Personen ist der Hüftgurt jedoch etwas zu lang geraten. Ergon setzt hier zum Erreichen einer bestmöglichen Fixierung bei hohem Tragekomfort auf einen durchgehend gepolsterten Gurt. Wenn dieser jedoch zu lang ist, kann man ihn nicht ideal mit der vorgesehenen Schnalle sichern. Etwas kürzer wäre hier besser. Praktisch ist hingegen die Markierung auf den Schultergurten, die relativ zum Schlüsselbein angibt, ob man den Rucksack in die richtige Position gezogen hat.

Das verstellbare Rückenteil besteht aus vier langen Mesh-Polstern, zwischen denen sich ein Belüftungskanal befindet. Das Mesh ist ähnlich dem Deuter Attack relativ dick und komfortabel ausgelegt und das untere Polster geht direkt in den Hüftgurt über. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass sich die Polster mit dem Gurt mitbewegen können und für einen sicheren Halt am Rücken sorgen.

Die Schultergurte sind aus einem gummierten, extrem dünnen Stoff gefertigt. Das ermöglicht eine sehr gute Belüftung und der Rucksack hält fest am Trikot – auch wenn er gar nicht so stark vorgespannt wird. Die Gurte selbst sind am Übergang in das verstellbare Rückenteil drehbar gelagert und sollen sich laut Ergon so ideal an die Bewegungen des Fahrers anpassen.

ERGON BE2 Rucksack – Bedienungsanleitung by IBC_Tobi

Der Hüftgurt ist wie der Rücken selbst mit Mesh-Polstern versehen und ist an den Seiten wie auch die Schultergurte aus einem weich beschichteten, dünnen Material gefertigt. Verschlossen wird der durchgehend breite Gurt mit einer breiten Schnalle, die einfach zu bedienen ist. Leider ist dieser Verschluss – wie bereits genannt – zu lang und so bei schlanken Fahrerinnen und Fahrern nicht ideal.

Sicherheitsausstattung

Welche Sicherheitsausstattung kann ein so stark reduzierter Rucksack bieten? Während sich weder Reflektoren noch eine Pfeife am Ergon BE2 Enduro finden, gibt es immerhin einen Clip zur Montage des Rücklichts und ein Fach, in den der Rückenprotektor geschoben werden kann.

# Für den Ergon BP100 Rückenprotektor müssen 35 € extra gezahlt werden - für uns gehört er zum Serienumfang, denn der Protektor ist zentraler Bestandteil des Ergon-Konzepts bei den Enduro Rucksäcken
# Achtung: Dieses Schaumpolster ist kein Rückenprotektor. Der muss extra gekauft werden.
# Dann entspricht der BE2 vom Schutz her dem BE1 Enduro Protect

Im Serienzustand ist hier eine Schaumstoffplatte montiert, die nicht als Rückenprotektor geeignet ist und zeigt, wo der Ergon BP100 Protektor eigentlich platziert werden sollte. Dieser kostet 34,95 € und besteht aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum (Abmessungen 400 x 180 x 20 mm). Hergestellt wird der Protektor von der Firma Leidel und Kracht, die auch für Evoc fertigt, und erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2 (Level 1). Ist er montiert, reicht er allerdings nicht bis ganz oben an das Ende des Rucksacks und wandert relativ gesehen nach unten, wenn das Rückenteil verlängert wird. Das sollte bei großen Personen berücksichtigt werden.

Der Grund, warum der Rucksack ohne Protektor geliefert wird ist, dass er auch in den USA angeboten wird. Dort soll es keine Probleme mit Produkthaftungs- und Schadenersatzansprüchen geben, weshalb Ergon den Protektor nicht von Haus aus mitliefert. Unserer Meinung nach gehört der Protektor in jedem Fall zu diesem reduzierten Rucksack, womit der Anschaffungspreis auf insgesamt 174,90 € ansteigt. Ein stolzer Preis für so wenig Rucksack.

# Klein und kompakt: Der BE2 Enduro liegt eng am Rücken an und bedeckt nur einen Teil des Rückens, so dass der Wärme nicht viel Platz zum Aufstauen geboten wird.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wenn es auf den Trail geht, zeigt sich der Ergon BE2 Enduro von seiner besten Seite. Trotz des vergrößerten Volumens ist er angenehm leicht und die kompakten Abmessungen sorgen zusammen mit dem gelungenen Tragesystem dafür, dass er sich schnell anpassen und sicher an den Rücken fixieren lässt. Der Rucksack wackelt weder hin und her, noch rutscht er nach oben in den Nacken, wenn es steil bergab geht. Interessant ist, dass der elastisch ausgeführte Hüftgurt hier keinen Strich durch die Rechnung macht und gleichzeitig den Komfort steigert. Dieser gute Eindruck in der Praxis bleibt auch bei montiertem Helm erhalten und ist zu einem guten Stück darauf zurückzuführen, das die Trinkblase einen Großteil des Gewichts ausmacht und direkt zwischen den Enden des Hüftgurtes liegt, wo sie ideal fixiert werden kann.

# Bergauf macht sich die gelungene Belüftung bezahlt
# Der Rucksack schmiegt sich eng an den Fahrer an und ein Großteil des Gewichts sitzt direkt auf dem Hüftgurt - so ist alles bestmöglich verstaut

Durch die breiten und weichen Polster ist der Rucksack gleichzeitig sehr bequem zu tragen und da ohnehin nur wenig Zuladung mit an Bord genommen werden kann, wirken sich die dünnen, ungepolsterten Schultergurte nicht negativ auf den Komfort aus.

In Anbetracht der kompakten Abmessungen und breiten Belüftungskanäle ist es auch kein Wunder, dass der Ergon auch bei der Belüftung gut abschneidet. Er ist leicht und bedeckt nur einen relativ kleinen Teil des Rückens, so dass viel Wärme direkt aufsteigen kann und nicht vom Rucksack zurückgehalten wird.

# Bergab ist der Rucksack in seinem Element: Der Halt am Rücken ist überzeugend und so stört er keineswegs, wenn es zur Sache geht.

Schutz

Der optionale Rückenprotektor im Ergon BE2 Enduro Protect wird, wie schon oben beschrieben, von der Firma Leidel & Kracht in Deutschland hergestellt. Er erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2:2014 und hört auf den Namen P–2D 04. Die Box-Konstruktion aus EPS ist sehr leicht und schlanker als bei Evoc, was das Gewicht nochmals reduziert.

Während das niedrige Gewicht den Vorteil hat, sich positiv auf den Tragekomfort auszuwirken, muss erwähnt werden, dass es anders als die mehrschichtigen Schaumstoffprotektoren vieler Konkurrenten nicht jeden Einschlag regenerieren kann. So kann ein Sturz bleibenden Schaden am Protektor verursachen, der nur durch einen Austausch des Protektors behoben werden kann. Andernfalls ist die Schutzwirkung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet.

Abgesehen davon deckt der Protektor die erforderlichen Bereiche ab und kann eng genug und sicher am Körper fixiert getragen werden, um seinen Schutz entfalten zu können. Gegenüber einem reinen Rückenprotektor ohne die Rucksackanbauten des Ergons ist der Abstand dennoch größer und die Fläche kleiner – ein Kompromiss, den jeder selbst für sich entscheiden muss. Wer beim Enduro-Rennfahren den vollen Schutz genießen will, der sollte sich überlegen, ob er nicht mit einem echten Rückenprotektor besser bedient ist. In jedem Fall würden wir den Kunden des Ergon BE2 Enduro empfehlen, den Rückenprotektor zu ordern. Ohne diesen geht das Konzept nur im Ansatz auf und kann das volle Potential nicht nutzen.

# Beim BE2 geht unserer Meinung nach das Konzept besser nutzbar auf. Beim BE1 ist im Endeffekt das Volumen soweit reduziert, dass es kaum nutzbar ist. Außer für kurze Hausrunden ist das in der Regel zu wenig - so ist interessant zu beobachten, das auch der Mitentwickler Fabien Barel beim EWS-Auftakt mit einem größeren Rucksack unterwegs gewesen ist.

Fazit

Während der Ergon BE1 Enduro Protect ein stark reduzierter Rucksack mit deutlichen Abstrichen bei der Praxisnutzung ist, kann der Ergon BE2 Enduro das interessante Konzept für einen größeren Kundenkreis nutzbar machen und dennoch fast alle positiven Eigenschaften beibehalten. Im Serienumfang ohne Rückenprotektor geht das Konzept jedoch nur teilweise auf. Mit einem erstklassigen Sitz, hohem Tragekomfort und einer sehr guten Belüftung bietet der Ergon BE2 Enduro alles, was wir von einem Enduro-Rucksack mit Rückenprotektor erwarten – vorausgesetzt, man investiert das zusätzliche Geld in den Ergon BP100 Rückenprotektor. Insgesamt ist der Ergon BE2 Enduro teuer.

Preisvergleich Ergon BE2 Enduro


Weitere Informationen

Ergon Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

Der Beitrag 6,5l – kann das reichen? Ergon BE2 Enduro Rucksack im Test ist auf MTB-News.de erschienen.

Vergleichstest Mountainbike-Rucksäcke: Ergebnisse & Kaufempfehlung

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Was macht einen guten Mountainbike-Rucksack aus? Für welchen Einsatzbereich eignet sich welches aktuelle Modell am besten? Und wie groß sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Rücksäcken für Enduro, Tour und Trail? MTB-News.de hat zwölf aktuelle Mountainbike-Rucksäcke für die Saison 2015 im Vergleichstest gegeneinander antreten lassen: Adidas Terrex Trail Cross, Camelbak KUDU 12, Deuter Attack 20, Ergon BE1 Enduro Protekt, Ergon BE2 Enduro, Evoc Explorer, Evoc FR Lite Team, POC VPD 2.0 Spine Pack 16, Scott Grafter Protect 12, V8 FRD 12.1, Vaude Bike Alpin 25+5 und Vaude Moab 20.

Wie sich die verschiedenen Rucksäcke nach den Einzeltests im direkten Vergleich miteinander geschlagen haben, fassen wir für euch in diesem Vergleichstest zusammen.

# Der Rucksack ist ein universeller Begleiter des Bikers - ob Wind- und Wetterschutz, Verpflegung oder Ersatzteile... unterwegs gibt es einige Dinge, die man dabei haben sollte.

In diesem Vergleichstest zu aktuellen Fahrradrucksäcken zeigen wir zusammenfassend die Stärken und Schwächen der jeweiligen Modelle relativ zu ihren Wettbewerbern auf. Sollte ein Rucksack aus dem Vergleich euer besonderes Interesse wecken, findet ihr im jeweils ausführlichen Review / Einzeltest des Rucksacks dann alle ausführlichen Informationen zum jeweiligen Produkt. So könnt ihr euch das bestmögliche Bild mit dieser Testserie auf MTB-News.de machen.

Solltet ihr Erfahrungen zu einem oder mehr er getesteten Produkte gesammelt haben, so freuen wir uns, wenn ihr diese mit den andren Benutzern der Plattform teilt. Möglicherweise haben wir nicht alle Details erfasst oder in speziellen Einsatzbereichen gibt es spezifische Probleme zu berichten. Bringt euch mit ein und sorgt dafür, dass die Aussagekraft dieses Vergleichstests noch weiter gesteigert wird. Vielen Dank dafür und jetzt viel Spaß mit dem Vergleichstest aktueller Mountainbike-Rucksäcke für Enduro, Tour und Trail.

Vergleichstest: Mountainbike-Rucksäcke 2015

Das Testfeld – die Einzeltests

Die folgenden Modelle haben wir in den vergangenen Tagen jeweils als Einzeltest vorgestellt, wobei vier Rucksäcke in die Kategorie Tourenrucksack einzuordnen sind, während acht Rucksäcke mit speziellen Protektoren und geringerem Volumen für den Bike-Park-, Enduro-, Trail- oder Freeride-Einsatz gedacht sind. Zur besseren Übersicht und Vergleichbarkeit haben wir den Vergleich in diesen beiden Kategorien getrennt vorgenommen, da sich die Zielgruppen der Rucksäcke teils deutlich unterscheiden.

Rucksäcke mit Rückenprotektoren

# Camelbak Kudu 12
# Deuter Attack 20
# Evoc BE1 Enduro Protect
# Ergon BE2 Enduro
# Evoc FR Lite Team
# POC VPD 2.0 Spine Pack
# Scott Grafter Protect 12
# V8 Equipment FRD 12.1

Rucksäcke für den Toureneinsatz

# Adidas Terrex Trail Cross
# Evoc Explorer
# Vaude Bike Alpin
# Vaude Moab

Anforderungen im Vergleichstest

Für unseren Vergleichstest der Rucksäcke haben wir wie beim letzten Vergleich drei zentrale Bewertungskriterien definiert: (1) den Praxisnutzen, (2) die Qualität und (3) den Tragekomfort. Dahinter steckt die Frage: Was macht einen guten Bike-Rucksack aus? Der Sitz am Rücken und der Tragekomfort auch bei voller Beladung? Die Fächereinteilung? Sind es die kleinen Details, die den Unterschied machen, oder ist es das Gesamtkonzept an sich? Da für jeden Kaufinteressenten die Gewichtungen zwischen den Anforderungen verschieden sein können, schlüsseln wir die einzelnen Bewertungskriterien klar auf.

Beim Praxisnutzen betrachten wir den Rucksack an sich. Wie gut ist das gebotene Volumen durch Fächer, Halterungen und Details nutzbar? Welche Detaillösungen bringen auf dem Trail praktisch einen Nutzen? Wie funktioniert die Helmhalterung? Zu diesem Punkt gehört grob gesagt alles, was mit dem Rucksack als Aufbewahrungsraum zu tun hat.

Der zweite Punkt ist die Qualität des Rucksacks. Sie entscheidet darüber, wie viel Spaß der Kunde auf Dauer mit dem Rucksack hat und ob die entwickelten Lösungen in der Praxis auch ihren Zweck erfüllen. Die Fragen lauten hier: Wie ist die Verarbeitungsqualität? Welche Materialien werden verwendet? Welchen Eindruck hinterlässt der Rucksack nach drei Monaten im Praxiseinsatz?

Als dritte und letzte Kategorie bewerten wir den Praxiseinsatz selbst. Mountainbiken ist eine Sportart, die mit ihren dynamischen Bewegungen und vielfältigen Belastungen hohe Anforderungen an einen Rucksack stellt. Die Frage ist daher, wie gut sich der Rucksack an den Fahrer anpassen lässt, wie gut er am Rücken sitzt und wie die Belüftung des Rückens funktioniert. Der beste Rucksack bringt schließlich nichts, wenn er sich nicht vernünftig tragen lässt. Ebenfalls bewertet wird die Schutzwirkung des Rucksacks. Acht der getesteten Rucksäcke verfügen über spezielle Rückenprotektoren, die nach EN-Verfahren geprüft und zertifiziert sind. Doch trotz der gemeinsamen Norm gibt es auch hier Unterschiede, die wir uns angeschaut haben.

Vergleichstest: Mountainbike-Rucksäcke für den Toureneinsatz

Praxisnutzen: Fächereinteilung & Details

Da die vier getesteten Rucksäcke nicht alle dasselbe Volumen gehabt haben, kann das Packvolumen an sich nicht direkt verglichen werden – wohl aber die Nutzbarkeit des Volumens durch Fächer, Spanngurte und andere Details. Hier zeigt sich, dass keiner der Rucksäcke sich echte Schwächen leistet. Die großen Modelle von Evoc und Vaude bieten ein unterteiltes Hauptfach an, das den Zugriff bei voller Beladung erleichtert. Abgesehen bieten alle Rucksäcke eine gute Fächereinteilung, wobei beim Evoc das sehr gut sortierte Werkzeugfach sowie das weich gepolsterte Brillenfach auf der Vorderseite des Rucksacks hervorzuheben sind. Diese Option lassen die beiden Modelle von Deuter vermissen, die dafür beide ein besser sortiertes Fach unten am Rucksack aufweisen. Der Adidas bietet eine sinnvolle Fächereinteilung und trotz des nominell kleinsten Volumens eine sehr gute Nutzbarkeit, so dass hier keiner der Konkurrenten mit echten Vor- oder Nachteilen aus dem Vergleich geht.

Was allen drei Rucksäcken für eine ideale Eignung auf Touren gut stehen würde, wären Verzurrmöglichkeiten unten am Rucksack, z. B. über zwei Spanngurte. Das ist entweder hilfreich für Knieprotektoren oder im Falle einer größeren Reise, wenn zum Beispiel ein kleiner Schlafsack mit am Rucksack angebracht werden soll.

Qualität: Haltbarkeit & Verarbeitung

Qualitativ liegen die vier Kandidaten eng zusammen, so dass kein klarer Gewinner oder Verlierer gekürt werden kann. Adidas, Evoc und Vaude rufen jeweils Preise um oder über 100 € ab und bieten dafür sauber verarbeitete Produkte, die weder nach Chemie riechen noch schon früh durch aufreißende Nähte oder sich ziehende Fäden den Geist aufgeben. Bei jedem der Rucksäcke sind die Reißverschlüsse zuverlässig zu bedienen, die Schnallen sind groß ausgeführt und die überstehenden Gurte können sauber verstaut werden. Hinzu kommen aufwändig hergestellte Tragesysteme, die auch bei voller Beladung Tragekomfort und Ventilation am Rücken sicherstellen sollen.

Praxiseinsatz: Tragekomfort & Schutz

Sitzt der Rucksack auch bei voller Beladung gut am Rücken? Lässt er sich individuell anpassen? Wie angenehm fühlt sich das Tragesystem nach einiger Zeit auf dem Trail an? Wie ist es um die Belüftung des Rückens bestellt? Im Bezug auf diese Fragen gibt es große Unterschiede zwischen den Rucksäcken. Das zeigt sich bereits bei einem Blick auf den Aufbau der Tragesysteme. Adidas und Evoc versuchen eine sehr große Auflagefläche mit hohem Luftdurchsatz zu erreichen und verbauen Schaumstoff- / EVA-Pads hinter einer dünnen, offenporigen Mesh-Struktur. So soll die Last am Rücken gleichmäßig verteilt werden und gleichzeitig die Wärme abgeführt werden können.

# Rücken und Tragesystem Adidas
# Rücken und Tragesystem Evoc Explorer
# Rücken und Tragesystem Vaude Bike Alpin
# Rücken und Tragesystem Vaude Moab

Vaude geht andere Wege und setzt beim Bike Alpin auf ein Metallgestänge, dass den Rucksack vom Rücken fernhält und die Last auf die Polster an Schulter und Hüfte verteilt. Beim Moab hingegen sind zwei Längspolster angebracht, die die Last einerseits konzentrieren, dabei aber ermöglichen, dass der Rücken in weiten Teilen frei bleibt und so die Wärme abgeführt werden kann. Der einzige Rucksack, der in der Länge einstellbar ist, ist der Vaude Bike Alpin. Keiner der Rucksäcke ist in verschiedenen Rückenlängen verfügbar, so dass der Käufer mit der gebotenen Rückenlänge zurechtkommen muss und es sich daher empfiehlt, den Rucksack vorab anzuprobieren. Insbesondere der Evoc Explorer baut sehr lang, so dass er bei kleinen Personen durchaus zu lang ausfallen kann. Sehr universell passend sind der Adidas Terrex Trail Cross und der Vaude Bike Alpin, doch alle Rucksäcke lassen sich in einem weiten Bereich einstellen und sollten für alle Körpergrößen und -formen passend sein.

Im Praxistest erweisen sich beide Systeme als gut funktionierend. Bei der Belüftung punktet insbesondere der Vaude Bike Alpin, der es wirklich schafft, den Rucksack vom Rücken fernzuhalten. Dafür bezahlt er bei der Fixierung der Masse am Rücken, so dass er hin- und herwackelt. Hier können die mit mehr Fläche gleichmäßig und flacher anliegenden anderen Rucksäcke besser punkten – insbesondere der Evoc Explorer. Er sitzt selbst mit voller Beladung sicher und komfortabel und ist so ideal für den Einsatz auf dem Mountainbike geeignet. Ähnlich, nur eine Nummer kleiner, verhält es sich für den Adidas Terrex Trail Cross, der ebenfalls mit gelungenem Tragekomfort aufwartet und unabhängig von der Beladung sicher am Rücken hält. Beide bezahlen dafür mit einer im Vergleich zu den Kontrahenten etwas schlechteren Belüftung.

Zusammenfassend betrachtet präsentiert sich der Evoc Explorer mit gelungener Fächereinteilung, sehr guter Verarbeitung und wirkungsvollem Tragesystem als für den Mountainbike-Einsatz ideal vorbereitet. Wer weniger Volumen sucht, wird zwischen dem Vaude Moab und dem Adidas Terrex Trail Cross eine enge Entscheidung haben. Beide haben ihr Vorzüge, wobei in der Summe der Eigenschaften der Moab den nochmals besseren Eindruck hinterlässt. Da er in drei verschiedenen Größen zu erwerben ist, bietet er genügend Optionen für verschiedene Einsatzbereiche.

Vergleichstest: Mountainbike-Rucksäcke mit Rückenprotektor

Praxisnutzen: Fächereinteilung & Details

Für unseren Test haben wir acht Rucksäcke mit Rückenprotektoren getestet und damit ist nur ein gewisser Ausschnitt aus dem vielfältigen Angebot an Rucksäcken mit Rückenprotektoren gegeben. Das Segment ist in den letzten Jahren stark gewachsen und trägt damit dem Umstand Rechnung, dass die Limits im Mountainbiken immer weiter gestiegen sind. Dennoch bleibt der Rucksack am Ende des Tages ein Aufbewahrungsort für Werkzeug, Bekleidung, Flüssigkeit und Nahrung und erfordert in diesem Sinne einen gewissen praktischen Nutzwert.

Der am stärksten reduzierte Rucksack in diesem Vergleich ist der Ergon BE1 Enduro Protect. Er ist kaum mehr als ein Rückenprotektor, der über die notwendigsten Taschen verfügt, um Schlauch und Pumpe oder Handy und Geldbeutel dabei zu haben. Für unseren Geschmack erweist er sich so als etwas zu stark reduziert, weshalb uns der Ergon BE2 Enduro wesentlich besser gefallen hat. Er bietet zwar nur wenig mehr Volumen, doch dieser Unterschied macht ihn zu einem wesentlich vollwertigeren Rucksack, der für die Hausrunde, den Bike-Park oder ein Enduro-Rennen perfekt gerüstet ist. Mehr Rucksack braucht man unter diesen Bedingungen nicht.

Das am besten nutzbare Volumen bietet der Deuter Attack 20. Er ist zwar auch der größte Rucksack im Vergleich und daher konzeptionell im Vorteil, doch seine Fächereinteilung und die diversen Möglichkeiten zur Fixierung von Ausrüstungsgegenständen heben ihn von den stark reduzierten Modellen von Evoc und POC ab. Ebenfalls sehr gut nutzbar sind die Rucksäcke von Scott und V8. Ersterer könnte dabei noch ein klein wenig geräumiger sein, letzterer ist ein echter Packesel, der wesentlich mehr einladen kann als es die angegebenen 12l vermuten lassen würden. Hier erweisen sich die zusätzlichen Gurte am Rucksack und das aufgeräumte Hauptfach als echte Hilfe.

Qualität: Haltbarkeit & Verarbeitung

Während die Qualitätsunterschiede bei den Tourenrucksäcken klein gewesen sind, zeigen sich deutlichere Unterschiede bei den Rucksäcken mit Rückenprotektoren. Eine erstklassige Verarbeitung mit sehr hochwertigen Materialien zeigt der POC VPD 2.0 Spine Pack, der mit 175 € jedoch auch der teuerste Rucksack im Vergleich ist. Eine sehr gute Verarbeitung haben wir auch bei den Modellen von Camelbak, Deuter, Ergon und Evoc festgestellt – die allerdings auch nicht wirklich günstiger angeboten werden und so ebenfalls hohe Erwartungen schüren. Die beiden günstigsten Modelle im Test kommen von Scott und V8, wobei der Scott beim Gesamtpreis inklusive Rückenprotektor der günstigste Rucksack im Vergleich ist. Er zeigt sich als solide verarbeitet und nur wenig schlechter als die teils deutlich teurere Konkurrenz.

Praxiseinsatz: Tragekomfort & Schutz

Die zentralen Fragen in dieser letzten Bewertungsdimension lauten bei Protektorenrucksäcken: Sitzt der Rucksack auch im Downhill fest am Rücken ohne zu stören? Bleibt er im Falle eines Sturzes dort, wo er hingehört? Lässt sich der Protektor über die Größe des Rucksacks oder eine einstellbare Rückenlänge so platzieren, dass er ideal sitzt?

# Rücken und Tragesystem Camelbak Kudu 12
# Rücken und Tragesystem Deuter Attack 20

# Rücken und Tragesystem Ergon BE1 Enduro Protect / BE2 Enduro

# Rücken und Tragesystem Evoc FR Lite Team
# Rücken und Tragesystem POC VPD 2.0 Spine Pack

# Rücken und Tragesystem Scott Grafter Protect 12
# Rücken und Tragesystem V8 Equipment FRD 12.1

Wer ernsthaft seinen Rücken im Bikepark schützen will, der kommt auch bei den hier getesteten Rucksäcken nicht um eine vollwertige Protektorenjacke umher, die direkt auf der Haut getragen wird. Wer jedoch auf einer Tour einen besseren Schutz bei Stürzen haben will, dem bietet ein Rucksack mit Protektor ebenfalls einen besseren Schutz – wenngleich auch nicht auf dem Niveau eines eng anliegenden, vollwertigen Schutzes. Die Vorzüge eines Protektorenrucksacks sind offensichtlich: Wer den Rucksack mitnimmt, der nimmt den Protektor direkt mit auf die Tour. Und das kann sich auch bezahlt machen, wenn im Rucksack Gegenstände transportiert werden, die eventuell zu Verletzungen führen könnten, wenn man auf sie stürzt.

# Acht der zwölf Rucksäcke sind mit einem integrierten Rückenprotektor ausgestattet - wir haben uns die verschiedenen Modelle im Detail angeschaut. In Ermangelung eines Prüfstandes müssen wir jedoch auf die CE Zertifizierungen und TÜV Prüfsiegel (Deuter, Evoc) verlassen.

# Bei den Rückenprotektoren wird bereits auf den ersten Blick sicherbar, dass es verschiedene Wege gibt, die CE Normen zu erfüllen

Acht der Rucksäcke in diesem Vergleichstest sind mit einem Rückenprotektor ausgestattet gewesen, der nach EN 1621–2 zertifiziert gewesen ist. Nur wenn ein Schutzelement nach dieser Norm zertifiziert ist, darf es im Motorradbereich als Rückenprotektor bezeichnet werden. Im Prüfverfahren wird ein walzenförmiges Fallgewicht (5 kg) auf den Protektor fallen gelassen, der auf dem flachen Amboss liegt (1 m Höhe). Daraus resultiert eine Spitzenschlagkraft von ca. 150 – 180 kN. Die auf den Amboss wirkende Restkraft legt dann fest, ob nach Level 1 oder Level 2 zertifiziert wird. Bei Level 1 darf die durchschnittliche Restkraft nicht mehr als 18 kN betragen; bei Level 2 nicht mehr als 9 kN. Der Rest muss vom Rückenprotektor gedämpft werden. Von den getesteten Protektoren sind nach unserer Recherche alle auf Level 1 zertifiziert.

Wie bei dieser Norm getestet wird, zeigt das folgende Video:

Fazit

Den perfekten Mountainbike-Rucksack gibt es nicht und wird es wohl auch kaum geben – zu unterschiedlich sind die verschiedenen Anforderungen an die Modelle und zu verschieden die Einsatzbereiche. Umso genauer sollte man sich vor dem Kauf überlegen, welche Eigenschaften wirklich wichtig sind und welche man eher nicht benötigt.

Bei den Tourenrucksäcken kommt es einerseits auf ein gut zu organisierendes Volumen an und andererseits darauf, dass der Rucksack über lange Strecken angenehm zu tragen ist. Hier haben uns einerseits der Evoc Explorer und der Vaude Moab 20 am besten überzeugen können. Der Adidas Terrex Trail Cross leistet sich kleine Schwächen im Detail, während der Vaude Bike Alpin für den Mountainbike-Einsatz zu locker am Rücken sitzt und das Volumen nicht wirksam fixieren kann.

Im Falle der Protektorrucksäcke liegt das Testfeld ebenfalls eng zusammen, doch die verschiedenen Umsetzungen des Konzeptes bringen auch hier deutliche Unterschiede zum Vorschein. Wer im Prinzip nur einen Rückenprotektor mit minimalem Stauraum sucht, der sollte sich den Ergon BE2 Enduro genauer anschauen. Der bietet mehr Platz als der stark reduzierte Ergon BE1 Enduro Protect. Wer einen vollwertigen Rucksack für den Bike-Park und Freeride-Touren sucht, wird in diesem Vergleich mit dem Deuter Attack 20 sehr gut fahren. Er zeigt sich sowohl bei den Beladungsmöglichkeiten als auch bei der Schutzwirkung und dem Tragesystem als sehr ausgereiftes Produkt. Wer nicht ganz so viel Volumen benötigt, sollte sich den Camelbak KUDU 12 oder auch den Evoc FR Lite Team genauer anschauen. Letzterer patzt jedoch bei der Fächereinteilung. Einen schlichten, hochwertigen aber sehr teuren Rucksack bietet POC mit dem VPD 2.0 Spine Pack an, der im Praxiseinsatz nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten kann. Der Scott Grafter Protect 12 ist kompakt und flexibel nutzbar und zeigt sich im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Der V8 FRD 12.1 hat uns im Gegensatz dazu nicht überzeugen können – sein modularer Aufbau ist für den Mountainbike-Einsatz nur unzureichend geeignet.


Preisvergleich: Die getesteten Mountainbike-Rucksäcke

Preisvergleich: Camelbak Kudu 12

Preisvergleich: Deuter Attack 20 Rucksack

Preisvergleich: Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack

Preisvergleich: Ergon BE2 Enduro Rucksack

Preisvergleich: Evoc FR Lite Team Rucksack

Preisvergleich: POC VPD 2.0 Spine pack Rucksack

Preisvergleich: Scott Grafter Protect 12 Rucksack

Preisvergleich: V8 FRD 12.1 Rucksack

Preisvergleich: Adidas Terrex Trail Cross

Preisvergleich: Evoc Explorer

Preisvergleich: Vaude Moab

Preisvergleich: Vaude Bike Alpin

Weitere Informationen


Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2015

Der Beitrag Vergleichstest Mountainbike-Rucksäcke: Ergebnisse & Kaufempfehlung ist auf MTB-News.de erschienen.

Specialized 2FO Schuhe im Test: Endlich mal luftige Treter

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skitouren

Specialized 2FO im Test: Der Frühling ist da, der Sommer steht vor der Tür – und noch immer sind die meisten Schuhe für Flatpedals oder allgemein den Abfahrtseinsatz ziemlich wenig für den Sommer gemacht. Bei Specialized in Kalifornien ist quasi immer Sommer – und so wundert es nicht, dass der Specialized 2FO ziemlich luftig daher kommt. Hier der ausführliche Test des Schuhs, den wir euch in diesem Artikel bereits umfangreich vorgestellt hatten.

Specialized baut schon immer mehr als nur Fahrräder, tatsächlich war ja sogar das allererste Produkt ein Reifen. Jedenfalls hat man auch schon seit längerem Schuhe im Angebot, allerdings eher solche für XC- und Tourenfahrer. Mit dem 2FO kommt nun das Gravity-Produkt daher, für Flatpedals und auch in einer Version für Klickpedale.

# Farbvarianten 2FO Flat
# Farbvarianten 2FO Clip

Specialized 2FO: Am Fuß

Der 2FO sitzt an der Ferse und am Mittelfuß schön eng anliegend, ich sage einfach mal: Turnschuh-mäßig. Der vordere Teil des Schuhs ist breiter geschnitten, was angenehm ist – leider stoßen die Zehen oben an einige nicht perfekt verarbeitete Nähte, insgesamt ist die Zehenbox innen fast so hart wie außen. Insgesamt ist der Schuh innen wenig kuschlig, eher ein tougher Partner als ein Daunenbett. Dank der recht weichen Zehenbox ist der Kontakt nach oben aber nicht unangenehm, lediglich ungewohnt.

# 2 Gummimischungen kommen zum Einsatz - Eine härtere rund um den Klickeinsatz, eine weichere Außen und hinten, um Grip zu Fuß zu bescheren
# Slip-Not Gummi - So nennt Specialized sein Gummi, das für das sechseckige Profil verwendet wird.

Dank weicherer Sohle vor und hinter dem Pedalbereich lässt es sich recht gut zu Fuß gehen, wobei auch die komfortable Zwischensohle klar von Vorteil ist. Zu Fuß wirkt der Grip schon nicht schlecht, wenn auch etwas weniger verbindlich als es bei Five Tens der Fall ist. Auf dem Bike stellt sich mit der leicht nach vorne abfallenden Innensohle ein bequemes Gefühl ein. Es gibt aber durchaus Schuhe, die den Kontakt direkter herstellen, der 2FO fühlt sich in etwa so an wie der Adidas Terrex, also etwas indirekter als beispielsweise der Freerider VXI von Five Ten. Die Sohle ist steif genug für spritzige Antritte.

# Saubere Sache - die Schnürsenkel werden einfach weggespannt. Leider Verliert der Gummi schon nach 9 Monaten an Spannkraft, wird etwas mürbe.
# Nach 2 Wochen - sah die Sohle so aus. Vergleichbare Haltbarkeit zu Stealth Rubber

Auf dem Trail

Kommen wir aber zu den wirklich interessanten Eigenschaften: Die Belüftung des Schuhs ist ausgezeichnet. Mit Abstand der luftigste Bike-Schuh, den ich bisher gefahren bin. Nicht nur seitlich, auch von vorne weht hier ein richtiges Lüftchen, sobald man in Fahrt ist. Was mich im Sommer noch freute, führte dann im Herbst und Winter entsprechend schnell zu nassen und kalten Füßen, weshalb ich den Schuh hier eindeutig als Modell für schönes Wetter empfehlen würde. Zwar stimmt es, dass der Schuh wie ein Sieb auch sehr schnell wieder trocknet, doch das hilft nichts, wenn auf Tour nach wenigen Minuten die Füße nass sind. Aber: Als luftiger Schuh ist der 2FO konkurrenzlos. Man könnte nun anfangen, im Herbst die Lüftungsöffnungen anzukleben, aber ehrlich gesagt ist er dafür einfach zu gut belüftet.

# Macht keinen Spaß - die 2FO sind bei Regen quasi unbrauchbar

Das alles entscheidende Kriterium, zumindest bei einem Schuh für Flatpedale, ist aber definitiv der Halt auf dem Pedal. Während die Bienenwaben-förmige Profilierung gut mit den allermeisten Pedalen harmoniert, ist es das Gummi, das über Lust oder Frust entscheidet. Specialized setzt auf eine eigene, SlipNot genannte Mischung. Die funktioniert gut, ist aber auch auf dem Pedal einen Ticken weniger klebrig als Stealth Rubber oder gar MI6. Wer also ein Maximum an Grip sucht, wird nicht überzeugt werden, doch wer einen guten Kompromiss aus Griff und Bewegungsfreiheit sucht, liegt hier richtig.

# Macht Spaß - Trockene Bedingungen, hohe Temperaturen
# Auch das geht ohne Probleme - die 2FO Clipless (also Click) funktionieren auch mit Flatpedals passabel

Hinsichtlich des Verschleiß liegt das Gummi ähnlich wie Stealth Rubber, verschleißt aber etwas anders: Das Gummi bröselt eher, als sich in Fetzen zu lösen. Erfreulich ist, das Specialized hier wirklich nicht mit Gummi gegeizt hat. Satte 6 mm gilt es zu zerfahren, bis die Innensohle zum Vorschein kommt. Die Kunststoff-Außenhaut präsentierte sich robust, am grauen Modell aber auch als sehr schmutzempfindlich. Das kann der schwarz-rote Schuh eindeutig besser.

# Gutes Gefühl fürs Bike - Mittlerer Grip auf dem Pedal

Auch die Klick-Version des 2FO hatten wir im Test. Der Schuh ist an sich identisch, eben bis auf die Aufnahme für Cleats. Durch die umlaufende Schräge fiel das Einklicken leicht, beim Auslösen gab es nichts an der versenkten Position des Cleat zu beanstanden. Allein das Rutschen des Vorderfußes im Schuh beim Ausklicken fühlte sich anfangs etwas ungewöhnlich an.

  • Drei verschiedene Einlegesohlen mit unterschiedlich starker Wölbung verfügbar
  • Gewicht: 400 g (Flats) / 455 g (Clicks) pro Schuh in Größe 42
  • Farben: Rot-Schwarz, Grau-Weiß oder Lila-Neon
  • Preis: 119 € (Flat) / 139 € (Click)
# Das graue Modell ist nicht zu empfehlen - es wird unheimlich schnell dreckig und lässt sich schlecht reinigen.

Fazit

Mangels gut belüfteten Mitbewerbern hat es der Specialized 2FO nicht wirklich schwer, aber er schneidet auch im Vergleich zur Konkurrenz insgesamt gut ab. Für Sommertage ist der leichte, luftige und ausgewogen griffige Schuh eine echte Empfehlung. Wer häufig im Nassen unterwegs ist, wird jedoch wenig Freude haben, auch wenn er schnell wieder trocknet. Auch die Click-Variante ist mit den gleichen Eigenschaften empfehlenswert.

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Transalp Signature II AM im Test: die Norddeutschen können Mountainbikes!

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Transalp Signature II AM im Test: Von Transalp Bikes hatte ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört. Umso überraschter war ich, als ich von den attraktiven Angeboten der Firma aus dem hohen Norden hörte. Das Bike-Geschäft hinter Transalp Bikes gibt es schon seit einiger Zeit, doch erst seit 2011 sind die Barmstädter mit eigenen Rahmen am Start. Wir haben für euch das 140 mm Bike Transalp Signature II AM getestet.

# Transalp Signature II X12 AM

Transalp Signature II AM: Aus dem Karton

Transalp Bikes bietet sein Signature II 27.5 mit verschiedenen Federwegen an – als Trailbike mit 120 mm, als All-Mountain mit 140 mm und als Enduro mit 160 mm Federweg. Jedes der Bikes ist in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich, doch zusätzlich sind die Bikes weitestgehend frei konfigurierbar. Das geht bei der Farbe los – die Bikes sind in jeder RAL Farbe matt oder glänzend gepulvert oder schwarz eloxiert erhältlich – und zieht sich durch die komplette Ausstattung: Ein anderes Laufrad, spezielle Bremsen oder sonst ein Wunsch? Wird gemacht. Da überrascht es, dass die Preise mit denen der Versender-Konkurrenz vergleichbar scheinen.

# Fahrwerk aus dem Hause Rock Shox - an der Front kommt eine Revelation Dual Air zum Einsatz, hinten findet sich ein Monarch RT3 High Volume
# Solide Komponenten - fragwürdige Ergonomie: Weil das Bike mit Ganganzeigen und 2X10 ausgeliefert wird, ist eine vernünftige Erreichbarkeit der Reverb kaum hinzukriegen. Also weg mit den Ganganzeigen

Vor dem Hintergrund der großen Freiheit hinsichtlich der Konfiguration galt es in unserem Test also in erster Linie herauszufinden, was der Rahmen an sich kann – und wie sehr die gewählte Ausstattung überzeugt. Unser Testrad ist – eben um die Individualisierbarkeit zu zeigen – nicht serienmäßig ausgestattet. Es kommt mit einem grün – weiß gepulverten Rahmen, die Anbauteile basieren auf dem Modell 2.0, jedoch wurden die serienmäßigen Magic Crossroc XL gegen Sram Roam 40 getauscht und eine 3X10 für eine 2X10 Schaltung. Davon abgesehen fuhren wir die Standardkonfiguration, und auch der Preis stimmt mit dieser überein: 2399 € kostet das gute Stück.

# Ein Sram Roam 40 Laufradsatz - bestückt mit Continental Mountain King II
# Ärgerlich - die Steuerrohr-Badge ist ab Werk verdellt und außermittig montiert
# Die Farbe ist unheimlich schwierig für Kamera-Sensoren - in echt wirkt das Grün etwas matt. Sei's drum - es sind 200 RAL Farbtöne auswählbar

Damit ergibt sich folgende Ausstattungsliste:

  • Rahmen: Transalp Signature II Team X12 mit 140 mm Federweg
  • Fahrwerk: Rock Shox Revelation RCT3 Dual Position Air und Monarch RT3 HV Dämpfer
  • Räder: Sram Roam 40 mit Continental Mountain King II Reifen
  • Bremsen: Shimano XT mit 203 / 180 mm Bremsscheiben
  • Antrieb: Shimano XT 2X10 mit Shadow Plus Schaltwerk
  • Anbauteile: Gravity 9 Cockpit, Reverb Stealth 150, Acros Steuersatz und Griffe
# X12 Ausfallenden und abgesenkte Kettenstreben - letztere sorgen für etwas reduzierten Kettenschlag.
# Externe Zugführung mit durchgängigen Hüllen

Was dabei gefällt: Auch bei Kleinteilen wurde nicht gespart – so kommen Jagwire Züge zum Einsatz, auf den Hüllen sitzen Rahmenschoner, und auch Kette und Kassette sind XT. Einziges Manko: Das Bike wirkt etwas unschön aufgebaut – Die Bremsleitung läuft nicht innen an der Gabel entlang, sondern beschädigungsgefährdet außen. An den Schalthebeln sind Ganganzeigen montiert; das Cockpit ist so eingestellt, wie es kein Mensch fahren würde. Das lässt sich alles schnell beheben, hätte aber eben auch ab Werk leicht schöner umgesetzt werden.

# Der Rahmen ist vernünftig gemacht - die Kugellager zeigten nach vier Monaten Schrottwetter keine Ermüdungserscheinungen
# Saubere Schweißnähte - vergleichsweise einfache Schriftzüge

Was nicht gefällt: Das Logo auf dem Steuerrohr ist verdellt und nicht perfekt mittig angebracht; der grüne Lack wirkt etwas stumpf, und die Schnellspannachse ist so billig, dass sie gar nicht recht ins Bild passt. Nichts wildes, trübt aber den ersten Eindruck.

Auf dem Trail

Genug gefachsimpelt, Zeit für die Ausfahrt. Das Rad wiegt 13 kg, die Conti-Reifen rollen recht gut – entsprechend leichtfüßig rollt das Bike aus der Einfahrt. Wir biegen ab in Richtung Berg. Als ich durch eine schmale Rinne neben einer Treppe hoch pedaliere, schlägt die Kurbel unsanft an – das spricht schon für ein niedriges Tretlager bei den vorgeschlagenen 30 % Negativfederweg. Dennoch klettert das Signature II sehr willig, erst in extrem steilen Passagen kommt das Verlangen nach der Absenkung der Federgabel auf. Deshalb hätte man unserer Meinung nach auch auf die Absenkung verzichten können.

Das Heck wippt bei offenem Dämpfer ganz leicht, bietet dabei aber massig Traktion. Schaltet man die Plattform zu, ist absolute Ruhe – auf wenig technischen Anstiegen eine angenehme Variante. Verringert man den Sag auf 20-25 %, geht das Bike sogar noch etwas besser bergauf, die Gabelabsenkung ist dann endgültig quasi obsolet. Die Sitzposition ist gestreckt, aber dennoch komfortabel. Der breite Lenker und der 60 mm Vorbau geben dabei ab Werk Sicherheit und ein angenehmes Gefühl. In ganz steilen Auffahrten freuten wir uns über den ersten Gang (28 – 36), allerdings sei der schleifende Umwerfer erwähnt, an dem wir etwas nachstellen mussten.

# Kurvenräuber - das Signature II AM zirkelt willig um Bäume

Am Ende des Anstiegs lassen wir die Gabel wieder frei, öffnen den Dämpfer und versenken die Sattelstütze. Den Reverb-Hebel erreicht man leider nur recht unbequem, schließlich sind auf beiden Seiten Schalthebel verbaut und zudem stammen Bremsen und Schalthebel aus dem Hause Shimano – mit einer I-Spec Konfiguration hätte man hier aber noch etwas aufräumen können. Nun aber zum Fahreindruck auf einfachen, flachen Trails: Das Bike ist gut ausbalanciert, beschleunigt leicht und zirkelt elegant um Bäume. Der Hinterbau liegt satt, die Gabel steuert präzise und auch im Stehen hat man schön viel Bewegungsfreiraum.

# Barmstedt mag weit von den Alpen entfernt sein - das Transalp würde seinem Namen entsprechend dennoch eine gute Partie beim Alpencross abgeben.
# Der Hinterbau ist etwas arg progressiv gelungen - so fiel es schwer, den gesamten Federweg zu nutzen.

Geht es bergab, so kennt das Signature II AM zwei Gangarten – welche gewählt ist, hängt in erster Linie vom eingestellten Sag am Dämpfer ab. Mit den vorgeschlagenen 30 %, die sich schon im Uphill als recht niedrig erwiesen, klingt All Mountain etwas untertrieben. Der Hinterbau zeigt sich dann richtig schluckfreudig, der flachere Lenkwinkel und das tiefere Innenlager bringen viel Ruhe ins Fahrwerk. So bügelt das Bike enduromäßig dahin, allerdings hängt das Innenlager beinahe zu niedrig. Ist der Trail zu schmal am Hang gebaut oder steht sonst ein Hindernis im Weg, kommt es zu unerwünschtem Bodenkontakt.

Trotz des soften Fahrgefühls schlägt das Heck nie durch, es fällt sogar schwer, den ganzen Federweg zu nutzen. Wegen des niedrigen Tretlagers fuhren wir das Bike auch mit weniger Sag, es präsentiert sich dann – wie erwartet – leichtfüßiger und direkter, zeigt einen anderen Charakter. Allerdings wird es dann quasi unmöglich, den gesamten Federweg zu nutzen. Heißt auf Deutsch: Es wäre spannend, einen Dämpfer mit noch größerer Luftkammer zu probieren, um etwas Progression aus dem Fahrwerk zu nehmen. Dabei würde es sich jedoch wirklich um Feintuning handeln: Das Heck ist schluckfreudig, sensibel und mit mächtig Endprogression ausgestattet, da kann die gute Revelation nur gerade so mithalten.

# Läuft bei mir - mit sattem Hinterbau und flachem Lenkwinkel lässt es sich ordentlich rasen

Der Rest der Ausstattung kann vollends überzeugen: Vom fein gerasterten Freilauf der Sram Laufräder über die kräftigen XT-Bremsen bis zur geschmeidigen Reverb – alles funktionell und problemlos. Obwohl es in holprigen Passagen heftig scheppert, hat das gedämpfte Schaltwerk die Kette ganz gut im Griff. Würden wir das Rad genau so fahren? Absolut!

Geometrie

 Rahmenhöhe in Zoll

16

18

20

21,5 

 Sitzrohrlänge (Mitte Tretlager – Oberkante Sitzrohr)

405

460

505

545

 Lenkwinkel in Grad

66,8

66,8

66,8

66,8

 Sitzrohrwinkel in Grad

74,5

74,5

74,5

74,5

 Steuerrohrlänge

110

120

130

140

 Oberrohrlänge horizontal (Mitte Steuerrohr – Mitte Sitzrohr)

570

595

615

630

 Kettenstrebenlänge

435

435

435

435

 Stack

584,1

593,5

602,7

611,9

 Reach

402,3

424,1

440,9

452,7

 Tretlager Offset

-5

-5

-5

-5

 Überstandshöhe

720

750

770

790

 Radstand

1131,7

1157,7

1178,3

1194,1

 Sattelrohrdurchmesser

31,6

31,6

31,6

31,6

 Sattelstützlänge

350

400

400

400

 Gabeleinbaulänge

539

539

539

539

 Dämpfereinbaulänge / Hub

200/57

200/57

200/57

200/57

 Federweg vorne / hinten

150/140

150/140

150/140

150/140

 Laufradgröße in Zoll

26 o. 650B

26 o. 650B

26 o. 650B

26 o. 650B

Tipp: Einfach mal in den Farbkonfigurator oder den Ausstattungskonfigurator reinschauen. Alle Farben und Preise werden direkt angezeigt. Übrigens: Transalp hat uns inzwischen informiert, dass eine derart beschädigte Steuerrohr-Badge kostenfrei ausgetauscht werden kann, und das auch nach Kauf ein Wechsel der Vorbaulänge kein Problem darstellt – hier soll einfach der direkte Kontakt gesucht werden.

Fazit: Transalp Signature II AM

Das Transalp Signature II AM ist ein überzeugendes All Mountain-Bike – viel spaßiger, als es der abgegriffene Begriff All Mountain vermuten lässt. Je nach Setup präsentiert es sich als potente Spaßschleuder oder als leichtfüßiger Kurvenräuber. Am Rahmen gibt es qualitativ kleine Mängel, an der Fahrleistung haben wir nichts auszusetzen, nur viel zu loben: Das Rad schafft einen äußerst großen Spagat, ist Bergziege und Abfahrer zugleich. Die gewählte Ausstattung ist ebenfalls grundsolide – wer will, kann in griffigere Reifen oder ein nobleres Cockpit investieren, notwendig ist das aber nicht. Gute Preis-Leistung trotz völlig freier Konfiguration. Last but not least: Auch in 26″ erhältlich, bei Transalp Bikes hat man die Wahl.


Weitere Informationen

Website des Herstellers: https://transalp-bikes.com
Text & Redaktion: Stefanus Stahl | MTB-News.de 2015
Bilder: Tobias Stahl, Stefanus Stahl

Der Beitrag Transalp Signature II AM im Test: die Norddeutschen können Mountainbikes! ist auf MTB-News.de erschienen.

Test: Marzocchi M350 NCR – Sensible, stämmige Italienerin für Enduristi

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Marzocchi M350 NCR: auf keinem Segment gibt es derzeit eine so große Auswahl an technisch ausgetüftelten Federgabeln wie für Enduro-Fahrer. Nach unserem großen Federgabel Vergleichstest im letzten Jahr haben wir die etwas spät zur Party getroffene Marzocchi M350 NCR einem Test unterzogen – wie sie sich im harten Vergleich schlägt, erfahrt ihr hier. 

# Testkandidat - Die NCR-Version der M 350

Zum Produkt: Marzocchi M350 NCR

Test Marzocchi M350 NCR: Aus dem Karton ist klar – Marzocchi meint es ernst, die M350 ist keine aufgemotzte All-Mountain-Gabel, sondern ein echtes Gerät. Wuchtig steht sie da, trotz nominell gleichem Standrohrdurchmesser von 35 mm wie viele andere Enduro-Gabeln sieht sie richtig bullig aus, was auch an der dicken Gabelbrücke liegt. Schön dabei: Die Gabel ist ohne Taschen auf der Rückseite ausgeführt, da wird sich kein Dreck ansammeln. An der Waage macht sich der bullige Eindruck leider auch bemerkbar – mit Fernbedienung wiegt das gute Stück 2096 g. Aktuell werden für die Italienerin etwa 800 € aufgerufen, womit sie sich schon im gehobenen Preis-Segment befindet (UVP: 959 €).

# Espresso im Wald - Die Crema der Gabel besticht

Marzocchi M350 NCR im Überblick

  • etwas schwere 2096 g mit Lenkerfernbedienung
  • einfache Einstellung: Luftdruck, Zugstufe und Druckstufe
  • Dynamic Bleed Cartridge – Kombination von offenem und geschlossenem Ölbad
  • Standard-Maße: 27,5″, Tapered-Steuerrohr, PM-Bremsaufnahme und werkzeuglose 15 mm Steckachse
  • Federweg intern durch Spacer auf 140 – 160 mm einstellbar
  • UVP: 959 € (Straßenpreise siehe weiter unten)

Handhabung der Marzocchi M350 NCR

Montiert haben wir die Marzocchi in unserem ICB2.0-Prototypen (dabei war der Federweg auf 150 mm eingestellt) und dem ICB1, dann mit den 160 mm Federweg, mit denen die Gabel auch ausgeliefert wird. Die Einbaulänge der Gabel ist dabei ein gutes Stück länger als bei den Mitbewerbern: 559 mm misst sie bei 160 mm, eine Rock Shox Pike kommt bei gleichem Federweg auf etwa 8 mm weniger, die Front kommt also hier höher und der Lenkwinkel wird ein wenig flacher.

# Saubere Kabelführung - und super einfach zu reinigende Gabelbrücke mit massig Reifenfreiheit.
# Luftdruck einstellen, Zugstufe einstellen und los auf den Trail - das Setup der Marzocchi geht schnell und einfach
# Whoops - im Eifer des Gefechts beim Radeinbau fast den Anschlag des Spannhebels abgeschert.

Die Montage des Vorderrad gelingt werkzeuglos – das Steckachssystem ist ziemlich selbsterklärend. Bei einem hastigen Reifenwechsel passierte allerdings schnell das erste Ärgernis: Die Achse bis auf Anschlag eingeschraubt und – hoppala – da ist der Anschlag des Schnellspann-Hebels fast abgeschert, da scheint eine ziemlich wenig strapazierfähige Konstruktion vorzuliegen. Merke also: Eile mit Weile, ein kleiner Benutzerfehler führt hier schnell zu einem unschön abstehenden Grat, der wohl nicht mehr ewig halten wird.

# Ergonomisch sehr gut zu bedienen - der digitale Schritt für die Druckstufe einer Enduro-Gabel erwies sich aber als wenig nützlich
# Gut zu greifen und eindeutig beschriftet - die Einstellung der Zugstufe
# Die Druckstufe ist einstellbar - allerdings funktioniert die Fernbedienung quasi wie ein Lockout und lässt sich nur aufwändig durch einen Hebel ersetzen.

Kommen wir aber zum Setup. Während andere Gabeln im Enduro-Segment mit überaus vielen Knöpfen protzen, ist die Einstellung hier übersichtlicher. Den Luftdruck eingestellt bis der Sag passt und ab zur Dämpfung, die sich hier auf der linken Seite findet. Das Verstellen der Zugstufe erfolgt über einen herrlich griffigen, großen Drehknopf mit deutlicher Rasterung, klasse. Die Druckstufe wird über den goldenen Knopf links  eingestellt. Die Lenkerfernbedienung erlaubt es, die Druckstufe fast ganz zu blockieren, man könnte es auch als “weiches Lockout” bezeichnen. Der Hebel lässt sich links oder rechts montieren, die Bedienung erfolgt leicht und direkt – so man das Lockout denn benutzt.

# Passagen wie diese nutzt die M350 - um sich von ihrer lebhaften, feinfühligen Seite zu zeigen

Testeindruck

Ab dem ersten Parkplatztest ist klar: Hier haben wir es mit einer schön feinfühligen Gabel zu tun. Das Losbrechmoment ist nämlich in der Tat gering, ob es jetzt am Espresso-Coating, den blauen Staubabstreifern oder der Konstruktion an sich liegt, spielt dabei keine Rolle. Die Marzocchi nutzt eine Negativfeder, und deren Arbeit ist deutlich zu spüren – genauer gesagt: Am Ende des Negativfederwegs ist ihr Wegfall leicht zu spüren, denn die Gabel gibt im mittleren Federwegsbereich viel Federweg frei. Damit lässt sich der Federweg gut nutzen, die Endprogression passt super: Ohne spürbare Durchschläge wird der Federweg dennoch gut genutzt.

# Die Marzocchi M350 NCR schlägt sich gut - was in Anbetracht der vielen hochkarätigen Mitbewerber schon allein eine Leistung ist.

Auf dem Trail bedeutet dieses Verhalten eine gute Traktion, denn die Gabel reagiert auch auf kleine Unebenheiten sofort. Das Verhalten spricht auch für die Zugstufendämpfung, die schnell arbeitet, ohne die Gabel verspringen zu lassen. Das sorgt zunächst einmal für ein ziemlich agiles, aber sattes Verhalten, das dazu animiert, das Tempo zu steigern. Bei dann auftretenden, schnellen Schlägen lässt die M350 aber mehr durch und schafft es nicht ganz so gut wie etwa eine BOS oder eine Pike, grobe Schläge wegzubügeln. In steilem Geläuf sorgt die etwas flache Kennlinie dafür, dass die Front tiefer als nötig kommt.

# Steifigkeit auf dem Level der Konkurrenz - und damit absolut ausreichend

In dieser Situation würde man gern mit einer mittleren Druckstufen-Position nachhelfen, doch die Fernbedienung erlaubt nur fast Lockout oder offen. Diese Funktion nutzten wir ehrlich gesagt so gut wie nie, weshalb wir über den Umbau nachgedacht haben – dazu benötigt es nicht nur Werkzeug, sondern auch einen Ersatzhebel, der dann aber eine schnelle Zuschaltung einer strafferen Druckstufe erlaubt – was wir deshalb empfehlen würden. In Sachen Steifigkeit machte die Gabel im Test einen guten Eindruck, lediglich in der Lenkpräzision macht manch anderer Mitbewerber eine noch bessere Figur.

# Feinfühlig auch im Winter - wo andere Gabeln verhärten, funktioniert die M 350 auch im Winter ziemlich gut.
# Die Marzocchi hat etwas mehr Einbaulänge als die Konkurrenz - dadurch wird jedem Bike eine bulligere Optik verpasst

Ziehen wir den Vergleich zu den Mitbewerbern. Marzocchi ist auf jeden Fall wieder zurück, die M 350 NCR ist eine gute Federgabel. In Details besteht aber Verbesserungspotential, und genau dort sind manche Mitbewerber dann eben vorn. Die schnelle Einstellbarkeit der Druckstufe etwa (nicht bloß Lockout), der letzte Feinschliff an der Federkennlinie – das machen die Pike oder die Fox 36 noch besser. Unter dem Strich arbeitet die Marzocchi recht ähnlich zur ebenfalls guten Manitou Mattoc, ist allerdings einfacher einzustellen.

# Marzocchi ist wieder da - Mit einigen kleinen Änderungen, etwa einer feiner einstellbaren Druckstufe, ginge sogar noch mehr.

Fazit zur Marzocchi M350 NCR

Schön lebendige, sehr smooth und sensibel funktionierende Gabel. Bei hohem Tempo lässt sie etwas viel der groben Schläge an den Fahrer durch, im mittleren Federwegsbereich dürfte die Kennlinie einen Ticken steiler sein. Optisch, gewichtsmäßig und durch ihren “Baller-Charakter” rangiert die M 350 gefühlt eine halbe Nummer über der Konkurrenz.

Pro:

  • Tolle Optik, leicht zu reinigendes Design
  • Einfache Einstellung
  • sehr gute Zugstufe

Contra:

  • Federkennlinie hängt leicht durch
  • Im Vergleich etwas schwerer
  • Lenker-Fernbedienung mit zu deutlichem Lockout

Preisvergleich Marzocchi M350 NCR

Weitere Informationen

Website des Herstellers: www.marzocchi.com / www.cosmicsports.de (Vertrieb)
Text & Redaktion: Stefanus Stahl | MTB-News.de 2015
Bilder: Stefanus Stahl, Tobias Stahl

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